Süßes Teilchen aus Andalusien
Süßes aus Andalusien: © tda

Andalusiens Küche und die Mauren

Typisch Andalusische Küche lebt sehr von den maurischen Einflüssen. Vor allem Süßes auf Basis von Mandeln und Honig hat die südspanische Kochkunst beeinflusst.

Einer von mehreren Legenden nach wurden die Tapas in Andalusien erfunden. Ob das nun jemals zweifelsfrei bewiesen werden kann oder nicht: die Andalusier lieben die leckeren kleinen Häppchen genauso wie der Rest ihrer Landsleute. Entsprechend groß und vielseitig ist die Auswahl. Typisch andalusische Tapas sind im Teigmantel frittierte Garnelen und kleine Fische, fritos. Zu denen Sherry genialerweise genau so gut schmeckt, wie ein gut gekühlter Weißwein.

Europas erste Festung für exotischen Geschmack

Die Mauren bereicherten die spanische Küche bekanntermaßen auch mit bis dahin in Europa gänzlich unbekannten Gewürzen. So hatten sie unter anderem Kreuzkümmel (auch Cumin genannt), spanisch comino, im Gepäck, als sie in Andalusien anlegten. Dieses unnachahmliche Gewürz, das die Geschmacksknospen mit einem geheimnisvollen scharf-bitteren Aroma kitzelt und so gar nichts mit europäischem Kümmel zu tun hat, verbreitete sich von hier aus erst durch ganz Spanien und dann in den Rest von Europa. Für die typisch andalusischen Fleisch-Spießchen pinchos morunos ist Kreuzkümmel damals wie heute unerlässlich.

Zweite Heimat für farbenfrohe Vitaminbomben

Weil sich an der Küste der andalusischen Provinz Granada tropische Früchte so wohl fühlen und prächtig gedeihen, nennen die Andalusier diese Gegend liebevoll Costa Tropical. Hier finden sich bunte Vitaminbomben, deren eigentliche Heimat weit von Europa entfernt liegt. Wie zum Beispiel die leuchtend orangefarbene Kaki. Kakis stammen ursprünglich aus China, sehen aus wie signalfarben-kostümierte Tomaten und strotzen nur so vor Vitaminpower: Eine einzige Kaki kann den halben Tagesbedarf an Vitamin A decken. Auch um in den Genuss des weichen, süßen Fruchtfleischs einer Chirimoya zu kommen, brauchen die Andalusier nicht nach Lateinamerika zu reisen, von wo diese etwas seltsam aussehende Frucht stammt. Aus ihr zaubern die kreativen Andalusier einen köstlich fruchtigen Chirimoya-licor.

Süß und gar nicht sündig

Die Wiege aller spanischen Süßspeisen mit Honig und Mandeln steht hier, in Andalusien. Die Mauren brachten nicht nur die beliebtesten Zutaten für spanische Desserts hierher, sie ließen vor allem auch die Kunst der Zubereitung eben dieser da. Beim Gedanken daran, dass bis heute ausgerechnet katholische Nonnen in Andalusien und anderen spanischen Regionen dieses süße Erbe der muslimischen Mauren besonders hegen und pflegen, huscht einem schon mal ein dankbares Lächeln übers Gesicht. Denn sind die polvorones, mantecados, bollitos, cortadillos und wie die Gebäckköstlichkeiten auch immer heißen noch so süß, mit so viel Gottesliebe von frommen Frauen hinter Klostermauern gemacht, können sie ja gar keine Sünde sein ...

die Plätzchen der Nonnen: mehr

 

 

Teil 1: Die Küche Andalusiens

Teil 2: Andalusische Troika, Geschmackliche Höhenflüge

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