Die baskische Stadt Getaria
Getaria im spanischen Baskenland gehört zu den bedeutenden Hafenstädten der Region, liegt in der Provinz Gipuzkoa und ist auch als Urlaubsziel beliebt. Hier kamen zwei Persönlichkeiten der spanischen Geschichte zur Welt, ein Weltenumsegler und ein Modeschöpfer.
von Tobias Büscher
Die Stadt am Spanischen Atlantik 20 km westlich von San Sebastián ist zunächst einmal, kein Scherz, für eine Maus bekannt: Ratón de Getaria. Der Felsvorsprung sieht tatsächlich aus wie ein Nagetier, dass es sich gerade vor dem Hafen gemütlich gemacht hat.
Rund um die Baskenmetropole liegen viele steile Klippen, viele kleine Sandbuchten mit Namen wie Malkorbe und Gaztetape und grüne Hügel, auf denen die Schafe grasen, aus deren Milch der berühmte Käse Idiazábal entsteht.
Hans und Juan auf Tour mit Magellan
Getarias Hafen ist berühmt, die Segelkunst der Anwohner erst Recht. Hier kam der Seefahrer Juan Sebastián de Elcano (1476-1526) zur Welt, der im Jahr 1522 gemeinsam mit Hans aus Aachen (siehe Referat) mit seiner Crew die Magellan-Route vollendete.
Magellan starb bei dem Abenteuer, Elcano kam lebend mit seiner Mannschaft zurück. Das heutige Marineschulschiff der spanischen Armee heißt entsprechend JSdE als Kürzel für den Star aus Getaria.
Das örtliche Museum allerdings ist einem anderen gewidmet: Cristóbal Balenciaga. Seine 1937 gegründete Modefirma gleichen Namens gibt es schon seit 1937, zu seinen Bewunderern zählten später Coco Chanel und Christian Dior.
Geheimgang unter der gotischen Kirche
Getauft wurde Elcano in der damals noch ganz neuen gotischen Kirche namens San Salvador, die inzwischen unter dem Schutz der UNESCO steht und auf einem Felsvorsprung erbaut ist. Entsprechend ist der Kirchenboden etwas uneben.
Der trapezförmige Grundriss ist auch beachtlich, regt die Phantasie aber längst nicht so an wie der unterirdische Geheimgang, der vom Gotteshaus zum Hafen führte.
Txacolí als Tischwein
Getaria hat wie alle Küstenorte am spanischen Atlantik keinen weiten Weg zu den Bergen im Hinterland.
Und so ist auch hier die kulinarische Vielfalt enorm. In den Asadores-Restaurants wird gegrillter Seeteufel zubereitet, dazu gibt es den süffigen Weißwein Txacolí und gerne auch ein paar Scheiben Idiazábal-Schafskäse.
Und natürlich gibt es auch ein ziemlich gehobenes Fischrestaurant namens Elkano in Getaria. Und da essen die Gäste etwas lukrativer als die damaligen Seefahrer: Hummer statt rohen Hecht und Seebrasse statt Sägemehl.






