Wie der Kauf von E-Autos in Spanien gefördert wird

Plan Auto+: Bis zu 5.500 € spart man derzeit beim Kauf eines Elektroautos in Spanien. Bis zu 4.500 Euro Zuschuss gibt es für ein neues Elektroauto, dazu 1.000 Euro vom Hersteller. Das klingt verlockend. Wer jedoch die Details des neuen spanischen Förderprogramms Plan Auto+ liest, merkt schnell: Zwischen Maximalförderung und tatsächlicher Auszahlung liegen einige Bedingungen. Herkunft, Preis und Antriebsart entscheiden, wie viel am Ende wirklich fließt.

Von Alexander Gresbek (Text und Grafik)

Das spanische Industrieministerium hat die Regeln des Programms veröffentlicht. Für reine Elektro-Pkw liegt die Höchstförderung bei 4.500 Euro, für elektrische Lieferwagen bei 5.000 Euro. In beiden Fällen steuert der Hersteller 1.000 Euro bei. Einen Extrabonus für die Verschrottung eines alten Fahrzeugs gibt es dagegen nicht mehr. 

Die volle Förderung erhalten allerdings nur Fahrzeuge, die alle Voraussetzungen erfüllen. Das System basiert auf vier Bausteinen: Antriebsart, Kaufpreis, europäische Fertigung und Batterieherkunft. Reine Elektroautos bringen dabei 50 % der Maximalförderung, Plug-in-Hybride oder Fahrzeuge mit erweiterter elektrischer Reichweite (REEVs) nur 25 %.

Günstige Elektroautos bekommen höheren Förderanteil

Auch der Preis spielt eine entscheidende Rolle: Gefördert werden ausschließlich Fahrzeuge bis zu einem Nettopreis von 45.000 Euro. Liegt der Preis unter 35.000 Euro, erhöht sich der Förderanteil zusätzlich um 25 %. Fahrzeuge zwischen 35.001 und 45.000 Euro erreichen nur 15 %. 

Darüber hinaus gibt es den sogenannten Europa-Effekt: 15 % der Förderung erhalten nur Fahrzeuge aus europäischer Herstellung. Weitere 10 % sind abhängig davon, ob die Batterie oder wenigstens Teile davon in Europa gefertigt wurden. Wer alle vier Kriterien erfüllt, kann so auf 100 % der Maximalförderung kommen – also 4.500 Euro plus den Herstellerzuschuss.

Was Plan Auto+ für Tesla bedeutet

Am Beispiel von Tesla-Modellen lässt sich das System ziemlich gut nachvollziehen.

Das Model 3 erfüllt zwar die Antriebsart und die Preiskategorie, wird aber komplett in China gefertigt. Der Europa-Effekt entfällt, sodass die maximale Förderung auf 75 % schrumpft – 3.375 Euro plus 1.000 Euro Herstellerzuschuss.

Das knapp 40.000 Euro teure Model Y dagegen wird im Werk Grünheide in Brandenburg produziert, inklusive Batterie.

Damit greift für den Elektro-SUV der volle Europa-Effekt, und Käufer erhalten die volle Förderung von 4.500 Euro plus 1.000 Euro vom Hersteller.

Chinesische Fertigung als Wettbewerbsnachteil

Für chinesische Hersteller wie BYD bedeutet das neue Programm zunächst einen Wettbewerbsnachteil auf dem spanischen Markt. Modelle wie Dolphin Surf, Atto 2, Atto 3 oder Seal kommen bei der Förderung auf 75 %, solange sie in China produziert werden. Sobald BYD sein geplantes Werk in Ungarn eröffnet, könnte sich das ändern. Doch auch europäische Marken sind nicht automatisch Spitzenförderer.

Der Dacia Spring, das günstigste Elektroauto auf dem Markt, wird zwar in Europa entworfen, aber noch in China montiert. Käufer erhalten daher nicht die volle Förderung. Der Cupra Tavascan fällt sogar doppelt zurück: chinesische Fertigung und Preis über 35.000 Euro. In diesem Fall schrumpft die Förderung auf 65 %, umgerechnet 2.925 Euro.

Förderung für E-Krafträder und Quads

Plan Auto+ berücksichtigt nicht nur Pkw, sondern auch elektrische Zweiräder. Für E-Krafträder mit einer Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h, mindestens drei Kilowatt Leistung und 70 Kilometern Reichweite sieht das Programm 1.100 Euro vor. Elektro-Quads, sowohl leichte als auch schwere, erhalten 1.500 Euro. Für diese Fahrzeuge gibt es keinen zusätzlichen Herstellerzuschuss.

Über 15.000 Neuzulassungen in einem Monat

Das Programm gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Im ersten Monat dieses Jahres wurden in Spanien 15.212 neue Elektroautos und Plug-in-Hybride zugelassen – ein Plus von 48 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Der Marktanteil elektrischer Fahrzeuge stieg damit auf 21 %.

Die Autobranche warnt allerdings: Bei diesem Tempo könnten die bereitgestellten Fördermittel höchstens bis Mitte des Jahres ausreichen. Regierungschef Pedro Sánchez hat jedoch bereits angekündigt, die Mittel aufzustocken, um das Wachstum des Marktes weiter zu unterstützen.

Der Autor

Als Kenner der Costa Blanca lebt Alexander Gresbek seit vielen Jahren in der spanischen Region am Mittelmeer. Der Journalist und Buchautor befasst sich mit spanischer Kultur und Traditionen. Zu seinem aktuellen Titel Die Costa Blanca Für Kluge Köpfe (erhältlich bei amazon) hier die Buchrezension.

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