Düstere Schönheit: Marta Etura im Porträt

Den Filmpreis Goya hat sie schon, Zeitschriften haben sie auf den Titel gehoben. Und ihre Karriere ist beachtlich. Seit 2026 dürfte die Schauspielerin Marta Etura auch im deutschsprachigen Raum noch bekannter sein. Durch den Film Calle Málaga an der Seite von Carmen Maura.

Von Tobias Büscher

Die Baskin Marta Etura (*1978 in San Sebastián) ist schon öfter auch in Deutschland zu sehen gewesen, ob bei 3Sat oder dem ZDF. Vor allem ihre Rolle als Kommissarin in Titeln wie „Das Tal der verlorenen Kinder“ und „Das Tal der toten Mädchen“, die alle in Nordspanien spielen.

Düstere Rollen stehen ihr. Und in dem 2025 in Marokko entstandenen Film Calle Málaga spielt sie die gefühllose, verzweifelte Tochter aus Madrid, die ihrer Mutter die Wohnung in Tanger wegnimmt und sie in ein Altenheim bringt. Spätestens da wird deutlich: Ihre Ausstrahlung geht unter die Haut.

Vor einigen Jahren hat El País sie und die zehn Jahre ältere Starautorin Dolores Redondo (ebenfalls aus San Sebastián) vor die Kamera geholt. Die Krimiautorin und die Schauspielerin, die im Film die literarische Vorlage verkörpert. Beide in schwarz gekleidet, aber offensichtlich bestens gelaunt. Die jüngere Interviewpartnerin allerdings in Turnschuhen, die ältere in High Heels.

Erkenntnis beim Ansehen des Gesprächs: Marta Etura kann sogar lachen. Dabei ist ihre wohl größte Waffe ihr eindringlicher Blick mal aus Wut, aus Verzweiflung, aus Leidenschaft. Wäre das Leben ein Film, würde man nicht wissen: Marta in den Arm nehmen? Oder ganz schnell weglaufen?

Von der Schauspielschule bis zum Goya

Die Schauspielerin hat wie so viele andere, darunter Penélope Cruz, ihr Handwerk an der Schauspielschule Cristina Rota in Madrid erlernt. Sie begann am Theater, was ungefähr so wichtig für eine spätere Schauspielkarriere ist wie das Radiovolontariat vor der TV-Karriere. 

2001 bekam sie ihre erste Rolle als Belén in dem Spielfilm Sin Verguenza. 2009 eroberte sie ihren ersten Goya: als beste Nebendarstellerin für ihre Rolle in dem Gefängnisdrama Zelle 211 an der Seite von Luis Tosar. Unglaublich, wie sie an den Gitterstäben rüttelte. Weitere Filme machten sie noch berühmter, darunter Die 13 Rosen und Sleep Tight.

Heute ziert Marta die Titelseiten von ELLE-Magazin, Mujerhoy und Yodona, wird gefördert von der Agentur Mesala, bekommt Interviewanfragen von Vanity Fair und El Mundo. Dann sagt sie Dinge wie: Na klar, bin ich Feministin, wie könnte ich es nicht sein? 

Legendär ist ihr Gespräch mit der Journalistin Raquel Peláez in einem Café im Stadtviertel Lavapiés in Madrid, wo sie über die sparsame Zuneigung innerhalb ihrer Familie sprach und dann sagte: „Ich gebe meiner kleinen Tochter viel Liebe, vielleicht etwas zu viel“.

Wer sie als eiskalt berechnende Tochter in Calle Málaga sieht und das Zitat kennt, sieht ihren grandiosen Auftritt dann wohl mit ganz anderen Augen und denkt sich: 

Die spielt nur.

Auswahl an Filmen mit Marta Etura

2000: Raquel sucht ein Zuhause (Fernsehserie)
2002: Der Ritter Don Quijote
2002: Wenn die Glocke 13 schlägt (Trece campanadas)
2003: Das Leben, das dich erwartet (La Vida que te espera)
2007: 13 Rosen
2009: Zelle 211, mit Luis Tosar
2009: Schwarze Blumen (Flores Negras)
2011: Eva
2012: Sleep Tight (Während Du schliefst), mit Luis Tosar
2012: The Impossible (Lo imposible). Katastrophenfilm
2016: Der Mann mit den 1000 Gesichtern (El hombre de las mil caras)
2017: Das Tal der toten Mädchen (El guardián invisible)
2019: Das Tal der vergessenen Kinder (Legado en los huesos)
2020: Das Tal der geheimen Gräber (Ofrenda a la tormenta)
2024: Töchter des Schweigens (Las largas sombras, Fernsehserie, 6 Folgen)
2025: Calle Málaga, mit Carmen Maura
2025: Terra Alta (Fernsehserie, 6 Folgen)

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