Welche Städte in Südamerika heißen wie die in Spanien
Wo liegt eigentlich Medellín? Warum gibt es die Stadt sogar zweimal? Und weshalb kommen uns manche spanische Ortsnamen eher Spanisch vor, während wir sie problemlos nach Südamerika verorten? Wir klären auf.
Von Tobias Büscher
Der Einfluss der spanischen Eroberer in Lateinamerika ist auch wegen der Ortsnamen offensichtlich. Es gibt Städte mit Namen wie La Paz (der Frieden), Santa Cruz (Heiliges Kreuz) und Santo Domingo (Heiliger Domingo). Doch es gibt auch jede Menge identische Städtenamen.
Beispiele für gleichlautende Städtenamen
| Córdoba liegt in Südspanien und ist eine der größten Metropolen Argentiniens |
| Santiago ist in Spanien nur Pilgerstadt, in Chile Hauptstadt |
| Salamanca liegt in Zentralspanien und im mexikanischen Bundesstaat Guanajuanto |
| León ist in Spanien für Tapas berühmt, in Nicaragua für koloniale Architektur |
| Toledo liegt im spanischen Kastilien und im brasilianischen Bundesstaat Paraná |
| Oviedo liegt im spanischen Norden und in der Dominikanischen Republik |
| Jaén gibt es in Andalusien und in Peru |
Zum Glück kommt nicht jeder Begriff aus dem Spanischen
Aber warum ist das so? Die spanischen Eroberer in Lateinamerika mögen als Krieger effizient gewesen sein, besonders viel Fantasie hatten sie nicht. Sie nannten ihre Siedlungen einfach genauso wie ihre Herkunftsorte.
Das Ergebnis: Manche Städte wie Medellín kennt jeder: Sie liegt in Kolumbien. Dass es auch ein Medellín in Spanien gibt, weiß kaum einer. Umgekehrt: Valencia ist die berühmteste Mittelmeerstadt in Spanien, doch in Venezuela gibt es sie auch. Sie ist sogar Hauptstadt eines Bundesstaates namens Carabobo.
Den Begriff stammt von der Urbevölkerung und bedeutet Savannengebiet. Das ist auch gut so. Denn auf Spanisch heißt Carabobo Dumpfgesicht. tb
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