Spaniens Wildpferde

Die meisten Caballos Salvajes leben in Nordwestspanien. Die Wildpferde sind vor allem in der Provinz Pontevedra zuhause und fast völlig frei. Nur einmal in Jahr sind sie die Stars bei einem Rodeo.

von Tobias Büscher

20.000 Wildpferde gibt es im nordwestspanischen Galicien, so viele wie sonst nirgendwo auf der Iberischen Halbinsel. Sie gehören zwar teils den Bewohnern, leben aber bis auf die Rapas das Bestas in Freiheit, bis auf die Rodeos also. Die relativ kleinwüchsigen, drahtigen Tiere stehen unter Schutz. Allerdings auch die Wölfe, welche die Fohlen schon mal reißen.  Und sie sind eine Augenweide, wenn sie auftauchen.

Ab und an bin ich schon in Galicien auf solche Caballos gestoßen. Doch besonders beeindruckend war ein Ausflug mit einem Jäger namens Samuel aus Galicien. Der brachte mich nahe Sabucedo, einem Hauptort der Wildpferde, auf die Anhöhen und zeigte mir die Tiere. Sie sind relativ scheu, weiß der Mann. Doch da er sie oft besucht, kennen sie ihn schon und lassen sich sogar von ihm streicheln.

Eingerissene Zäune, zertrampelte Äcker

Wildpferde sind für die Galicier nicht nur ein Segen. Für den Ackerbau sind sie schon immer zu schwach gewesen, als Reittiere sind sie zu klein. Außerdem reißen sie schon mal Zäune ein, demolieren Autos am Wegrand und zertrampeln Ackerland. Andererseits sind sie wichtig für das Ökosystem Nordwestspaniens und beliebt bei den Besuchern. Zu den Rodeos reisen junge Männer aus ganz Spanien an.

Die Zahl der Wildpferde hat in den letzten Jahren nachgelassen. Der Jäger erzählte mir einen weiteren Grund neben den Wölfen: Diebe. In seiner Gegend lebten einst 600 Tiere frei. Der Bestand ist um ein Drittel zurückgegangen.