Laguardia im Baskenland
Laguardia ist eine baskische Stadt in der Weinregion der Rioja. Sie heißt wie einer der wichtigsten Flughäfen der Welt, ohne selbst einen zu haben. Dafür boomt der Handel mit Wein. Eine clevere Modedesignerin und Schuhe aus Metall hat die Stadt aber auch.
von Tobias Büscher
Laguardia ist eine kleine mittelalterliche Winzerstadt in der baskischen Provinz Álava im Weinanbaugebiet Rioja Alavesa. Die Fakten dazu: 1200 Einwohner, über 60 Bodegas.
Sie liegt auf einer Anhöhe und das offensichtlich so attraktiv, dass schon lange vor den Kelten und Römern die ersten Bewohner kamen.
In der unmittelbaren Umgebung stehen acht Dolmen, darunter der schönste mit Namen Hütte der Zauberin (Chabola de la Hechicera) direkt neben einer 100 Jahre alten Eiche.
Die kleine Stadt mit ihrer alten Stadtmauer, den urigen Plätzen und den zwei so schmucken mittelalterlichen Kirchen wirkt wie auf dem Reißbrett eines Romantikers entworfen, weshalb jedes Schulkind lernt: Laguardia gehört zu den schönsten Orten Spaniens.
Im Grenzgebiet zwischen La Rioja und País Vasco
Wie eng wirtschaftlich und ökonomisch der Süden des Baskenlands mit der Region La Rioja verbunden ist, zeigen schon die Distanzen: Laguardia im Baskenland liegt 70 km südlich der baskischen Hauptstadt Vitoria, aber nur 18 km nordwestlich der Rioja-Hauptstadt Logroño.
Erste Dokumente der Stadtgeschichte aus dem 10 Jh. belegen bereits den Bau der Wehranlage, die noch heute die Altstadt umgibt und in der die beiden Kirchen Santa María de los Reyes und San Juan Bautista stehen. Damals entstanden auch erste unterirdische Fluchtwege. Denn damals herrschte ein heftiger Kampf zwischen den Christen im Norden und den Mauren im Süden.
Seit dem Jahr 1492 sind die Mauren besiegt, die Fluchtwege längst zu unterirdischen Weinkellern umfunktioniert, die als Themenroute viele Besucher anlockt (Anmeldungen von Führungen: Tel. 945 60 08 45).
Marías Mode, pikanter Paprika
Beachtlich sind die vielen baskischen Tavernen in der Stadt, die auf Deutsch „Die Wächterin“ heißt. Die Anwohner lieben die Omeletts mit scharfer Paprika im Batzoki (Mayor 22) und den umliegenden Tavernen genauso wie gegrillten Kabeljau a la riojana und Thunfisch in Tomatensauce.
Übrigens: Der Flughafen Laguardia in New York hat mit dem Baskenort nichts zu tun. Der Name stammt von einem früheren Bürgermeister der US-Metropole. Doch auch Laguardia hat einen berühmten Namen: den der Modedesignerin María García Esquerro.
Und was ist der Traum der bodenständigen Baskin, die seit über zehn Jahren Frauenkleider entwirft?
"Der Traum, etwas Eigenes zu schaffen, das mich als Mensch und als Künstler ausmacht. In meiner Heimat, in meinem Dorf, der Duft des Weins und die Harmonie eines mittelalterlichen Dorfes."
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