Lerma: Stadt in Kastilien

Die kastilische Kleinstadt Lerma 40 km südlich von Burgos ist für ihren Renaissance-Palast bekannt, der heute als Parador dient. Schon von weitem sehen Besucher seine vier markanten Ecktürme.

Von Tobias Büscher

In gut 15 Jahren haben Maurer dieses Gebäude im Auftrag eines lokalen Herzogs namens Francisco Gómez de Sandoval y Rojas auf einer Anhöhe über dem Fluss Arlanza erbaut. Markenzeichen: Quadratisch, praktisch, gut.

Natürlich gibt es noch mehr hier in Lerma: Ein Kloster namens Monasterio de Blas, Reste der einstigen Stadtmauer und eine etwas heruntergekommene, rein funktionale Stierkampfarena, die mit roter Graffiti dekoriert ist.

Und so ist es vor allem der Palast, der alles dominiert und El País einst schwärmen ließ: Diese Beleuchtung, diese 20 ionischen und toskanischen Säulen. Im Abendlicht sei der Palast eine Augenweide. Was tatsächlich stimmt.

Bau im Goldenen Zeitalter

Das Bauwerk entstand wie so viele Anlagen der Renaissance Anfang des 17. Jahrhunderts, und auch wenn der Escorial westlich von Madrid noch viel größer ist: Der Paradorpalast ist architektonisch mit den gleichen Quadersteinen hochgezogen.

Der damalige Adel und die Monarchie hatten keinerlei Probleme, Steinbrüche und solche Bauten zu finanzieren. Denn die Eroberung Lateinamerikas hatte sie reich gemacht. Wohl auch deshalb heißt diese Zeit der spanischen Geschichte auch „Goldenes Zeitalter“ (siglo de oro).

Ziele rund um Lerma

40 km nördlich: die kastilische Stadt Burgos

25 km östlich: Covarrubias

75 km nordwestlich: Fromista