Eunate: Sagenumwobene Kapelle am Jakobsweg
Die Kapelle Santa María de Eunate, kurz Eunate, liegt am Jakobsweg auf dem Weg nach Estella kurz vor Puente la Reina. Rund um das achteckige kleine Bauwerk kreisen jede Menge Mythen und Legenden.
von Tobias Büscher
Santa María de Eunate ist ein untypisches romanisches Bauwerk aus dem 12. Jahrhundert mit achteckigem Grundriss und einem figurengeschmückten Arkadengang.
Der baskische Name Eunate bedeutet wahrscheinlich 100 Tore (eun ist 100, ate Tor) wobei 100 nach etwas Großem klingt, denn tatsächlich hat das Bauwerk einen Durchmesser von gerade einmal 11 Metern.
Wobei Eunate nicht im Baskenland liegt, sondern in der nordspanischen Region Navarra, zu der auch Olite zählt.
Es gibt sehr viele Mythen rund um die einsam auf einem Kornfeld stehende Kapelle, sie soll wegen einer Grabstätte für Pilger gebaut worden sein, mit den Templern in Verbindung stehen und an einer Stelle, unter der sich mehrere Wasseradern kreuzen.
Von Templern erbaut?
Viele behaupten, die Kapelle sei von Templern nach dem Vorbild der höheren Grabkirche in Jerusalem errichtet worden. Belegbarer dagegen ist:
Archäologen haben in der Umgebung Reste von Jakobsmuscheln entdeckt. Was darauf hindeutet, dass hier ein Friedhof für Pilger war, die sich auf dem Rückweg von Santiago de Compostela nach Hause befanden und zuvor am nahen Atlantik eine solche Muschel als Beweis ihrer Pilgerroute mitnahmen.
Auch wird vermutet, hier habe sich einst eine Art Klinik für verwundete Pilger befunden, errichtet von den Johannitern.
33 Bögen
Die achteckige Architektur mag ungewöhnlich sein, der Arkadengang hat dagegen 33 Bögen in Anspielung auf das Alter Jesu. Eine Zahl also, die beim Bau vieler religiöser Bauten eine Rolle spielte, von der Kathedrale von Santiago bis zur Sagrada Familia in Barcelona.
Übrigens: Im Herbst 2025, als in Nord- und Zentralspanien extrem viele Waldbrände ausbrachen, war auch die Gegend rund um die Ermita de Eunate betroffen. Das Bauwerk kam aber unbeschadet davon.
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