San Sebastián: Sehenswertes in der baskischen Stadt

Bei einem Rundgang durch San Sebastián zeigt sich die baskische Stadt von ihrer ganzen Vielfalt. Toll sind die Tavernen, Kirchen, Museen und Strände der Metropole im Norden Spaniens, welche die Bewohner Donostia nennen.von Tobias BüscherEs herrscht ein gewisser chic in San Sebastián. Sie ist lebhafter und sauberer als viele andere spanische Städte gleicher Größe, von den Altstadtgassen bis zum Stadtstrand. Auch die Ladenbesitzer legen Wert auf Exklusivität. In den Abendstunden flanieren die Bewohner gern am Strandboulevard entlang oder gönnen sich einen leichten baskischen Weißwein in einer der vielen Bars in der ciudad vieja (Altstadt). Krise in Spanien? Die merkt hier auf den ersten Blick nur, wer sich in die Außenbezirke der Stadt wagt. Baskisch, durch und durchSo manche Taverne ist hier ausgesprochen baskisch, und man redet auch nichts anderes und trägt auch nichts anderes als die entsprechende boina (Baskenmütze). In solchen Bars sieht man Ausländer viel lieber als nicht baskische Spanier, mit ein paar Handzeichen ist die Verständigung leicht.Film Festival und ein besonderes Theater

Gerade in ›Donostia‹ ist der Wunsch nach einem eigenen baskischen Staat groß. Die pro-baskischen Plakate bei den häufigen Demos versteht meist allerdings niemand außer den Demonstranten selbst. Auch das alljährliche Film-Festival im September halten die Organisatoren zum Teil auf Baskisch ab, mehr der lokalen Anbindung denn der Kommunikation wegen. Dann ist das Teatro Victoria Eugenia Antzokia der Dreh- und Angelpunkt, ein 1912 im reinsten Jugendstil errichtetes Theater, dessen Betreiber neben Film und Theaterstücken auch Ballett und klassische Konzerte organisieren. Im Erdgeschoss ist das Tourismusbüro untergebracht.Im Kiez von San Sebastián

Vom Teatro Victoria aus geht es mitten ins Zentrum der Altstadt zur Plaza de la Constitución. ›La Consti‹, wie sie die Anwohner nennen, ist beliebter Ausgangspunkt für Nachtschwärmer. Auffällig sind die aufgemalten Nummern an den Balkonen des Platzes. Sie weisen darauf hin, dass die schmalen Vorbauten einst als Zuschauertribünen für Stierkämpfe dienten. Nördlich der Plaza liegt die älteste Kirche, die elegante, spätgotische Iglesia de San Vincente (1503 begonnen), deren Hochaltaraufsatz Ende des 16. Jh. geschnitzt wurde.Stadtmuseum zur baskischen Kultur

In der Straße 31 de Agosto – die so heißt, weil sie beim Brand am 31. August 1813 als einzige Gasse unbeschädigt blieb (siehe Geschichte) – befindet sich das Museo de San Telmo (Di–Sa 10.30–13.30, 16–19.30, So, Feiertag 10.30–14 Uhr). Das Stadtmuseum zur baskischen Kulturgeschichte ist in einem ehemaligen Kloster aus der Zeit der Renaissance untergebracht. Der Eingang befindet sich an der Plaza de Zuloaga. Ignacio Zuloaga (1870–1945) ist als einer der besten baskischen Maler auch im Museum mit Werken vertreten.

 

In San Sebastián auf Kulturtripp

Im Kreuzgang stehen Grabkreuze aus dem 15.–17. Jh. Einige der scheibenförmige Grabstelen geben Rätsel auf: Sie stammen offenbar aus der Keltenzeit. In der Gemäldegalerie hängen Bilder von El Greco oder Peter Paul Rubens, den Kirchenraum malte 1930 der Katalane Josep Paul Sert mit einem Zyklus zur Geschichte des Baskenlandes aus. Über typisch Baskisches informiert auch die Abteilung zur Alltagsgeschichte mit Trachten, Werkzeugen, Pelota-Schlägern und Möbeln.

Iglesia de Santa María

Die Kirche mit überbordend barocker Pracht stammt aus dem Jahre 1764, obwohl die Baugeschichte aus dem 11. Jh. datiert. An der Fassade sieht man den pfeildurchbohrten Schutzpatron der Stadt, San Sebastián. Das Gotteshaus liegt in einer Fluchtlinie mit der 1 km entfernten, neogotischen Iglesia del Buen Pastor (1897), die Sie schon vom Eingang der Santa María sehen. Ganz bewusst haben die Stadtplaner die Sicht zwischen den beiden Gotteshäusern nicht verstellen wollen.Stadtberg Urgull und Aquarium

Hinter der Kirche Santa María erhebt sich der Stadtberg Monte Urgull; (139 m). Eine überdimensionale Christusstatue aus dem Jahre 1950 überragt Reste der alten Festung Castillo de Santa Cruz de la Mota (Militärmuseum), verstreute Gräber und eine Bar mit Aussichtsterrasse. Im modernsten Museum der Stadt, dem Aquarium am alten Hafen, gewinnen Besucher auf mehreren Stockwerken einen guten Einblick über die lokale und ferne Meeresfauna und über die Seegeschichte (im Sommer tgl. 10–21, sonst 10–19 Uhr). Ein gläserner Gang führt einige Meter durch die Meereslandschaft. Wo Trotzky eins zockte

Am Südrand der Altstadt steht das schmucke Ayuntamiento. Das Rathaus wurde 1887 als Kasino eröffnet. Erst gingen hier Persönlichkeiten wie Trotzky und der Schah von Persien ein und aus, ab 1924 nur noch Beamte: Das Glücksspiel war verboten worden. Vor dem Rathaus startet im Sommer der Touristenzug Txu Txu, der die wichtigsten Sehenswürdigkeiten ansteuert, darunter auch den Palacio Miramar oberhalb der attraktiven Strandpromenade Paseo de la Concha.

Ein Palast für die KöniginDen Palast mit frei zugänglichen Gärten baute der englische Architekt Selden Wornum 1893 für Königin María Cristina. Vorgelagert ist der Fels Pico de Loro, der die Strände La Concha und Ondarreta trennt. Heute wird in dem Palacio im englischem Landhausstil ein beliebter Sommerkurs für Sprache und Kultur organisiert (Information: Secretaría de los Cursos, Palacio Miramar, E-20007 San Sebastián, Tel. 943 21 95 11).Der beste Blick auf San Sebastián

Westlich des Palacio hat man von dem Berg Monte Igueldo aus den schönsten Blick auf die Stadt. Eine 1912 eröffnete Zahnradbahn fährt zum Gipfel (Abfahrt am Ende der Playa de Ondarreta, im Sommer bis 22 Uhr), auf dem sich neben dem alten Wachturm ein Observatorium, ein Wachsfigurenkabinett, ein Restaurant und ein kleiner Zoo befinden. Der Berg ist auch mit dem Auto befahrbar.

 

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Offizielle Homepage der Stadt:

www.sansebastianturismo.com