Mallorca: Kompaktreiseführer 2026/2027
Mallorca empfängt jährlich knapp 20 Millionen Gäste – und verändert sich gerade spürbar. Die Baleareninsel reagiert auf jahrelange Proteste gegen Übertourismus mit höheren Abgaben, strengeren Strandregeln und einem neuen Selbstverständnis. Gleichzeitig bleibt sie eine der vielfältigsten Inseln im Mittelmeer: Gotische Kathedralen neben versteckten Felsbuchten, UNESCO-Berglandschaften neben lebhaften Marktplätzen, Sternerestaurants neben einfachen Fischerlokalen.
von Alexander Gresbek (Text und Illustrationen)
Dieser Reiseführer liefert alle Informationen, die für einen Mallorca-Urlaub 2026/2027 nötig sind – mit aktuellen Preisen, konkreten Empfehlungen und ehrlichen Hinweisen zu den Schattenseiten.
Beste Reisezeit für Mallorca
Mallorca hat ein mediterranes Klima mit heißen, trockenen Sommern und milden, regenreicheren Wintern. Die Wassertemperatur erreicht erst im Juni angenehme 22 °C und hält sich bis Oktober bei über 20 °C.
Die früheste Badesaison startet Mitte Mai, Hartgesottene gehen beim Calmes de gener im Januar ins Wasser – einem stabilen Hochdruckgebiet mit Temperaturen um 15–18 °C. Für Wanderungen in der Serra de Tramuntana eignen sich Frühling (März bis Mai) und Herbst (Oktober/November) am besten.
Radfahrer aus aller Welt nutzen den Februar bis April, bevor die Sommerhitze einsetzt. Die Mandelbaumblüte im Februar verwandelt das Inselinnere in ein weiß-rosa Blütenmeer. Im Hochsommer (Juli/August) steigen die Temperaturen regelmäßig über 35 °C, Strände und Straßen sind voll, Mietwagen knapp und teuer.
Die folgende Klimatabelle zeigt Durchschnittswerte für Palma de Mallorca. Die Regentage verteilen sich vor allem auf Herbst und Winter; im Hochsommer fällt praktisch kein Niederschlag. Eine persönliche Empfehlung ordnet jeden Monat ein.
Empfehlung: Die Monate Mai, Juni, September und Oktober kombinieren angenehme Temperaturen mit moderaten Preisen. Wer ausschließlich baden will, ist im Juli und August richtig – muss aber mit Menschenmassen, hohen Preisen und über 35 °C rechnen.
Besonderes Highlight 2026: Am 12. August verdunkelt eine totale Sonnenfinsternis für rund 90 Sekunden den Himmel über Mallorca. Die Insel liegt vollständig im Pfad der Totalität. Die Sonnenfinsternis findet kurz vor Sonnenuntergang statt – ein Spektakel, das erst 2081 wieder in Europa zu sehen sein wird.
Mallorca Sehenswürdigkeiten: Kathedralen, Burgen und Berge
Kathedrale La Seu in Palma
Das Wahrzeichen Mallorcas steht direkt am Meer über dem Parc de la Mar. Der Bau begann 1230 unter König Jaume I. auf den Fundamenten einer Moschee und wurde erst im 20. Jahrhundert vollendet. Mit 109 Metern Länge und einem 44 Meter hohen Hauptschiff gehört La Seu zu den größten gotischen Kathedralen Europas – das Mittelschiff ist höher als bei Notre-Dame in Paris (33 m) oder der Kathedrale von Reims (38 m).
Die östliche Rosette misst 13 Meter im Durchmesser und besteht aus über 1.200 Glaselementen. Antoni Gaudí gestaltete Anfang des 20. Jahrhunderts den Innenraum um; sein schmiedeeiserner Baldachin über dem Altar ist bis heute erhalten. In der Kapelle des Allerheiligsten schuf der mallorquinische Künstler Miquel Barceló 2007 eine monumentale Keramikwand.
Zweimal jährlich – am 2. Februar und am 11. November – projiziert die Morgensonne das Farbmuster der östlichen Rosette exakt unter die gegenüberliegende Westrosette: das „Wunder des Lichts“ (El Milagro de la Luz).
Eintritt: 10 € (ermäßigt 4–8 €), Kinder unter 10 frei, Audioguide inklusive. Terrassenvisite (April–Oktober): 25 €, 215 Stufen bis zum Panoramablick über Palma. Vorabbuchung online empfohlen, besonders in der Hauptsaison. Öffnungszeiten: April–Oktober Mo–Fr 10–17 Uhr, Sa 10–14:15 Uhr; November–März Mo–Sa 10–15:15 Uhr. Sonn- und Feiertage geschlossen für touristische Besuche.
Castell de Bellver
Einzigartig in Spanien: eine runde Burg aus dem 14. Jahrhundert, auf einem bewaldeten Hügel westlich von Palma gelegen. Der kreisförmige Grundriss mit drei halbkreisförmigen Türmen und einem freistehenden Bergfried ist in ganz Europa selten.
Vom Dach eröffnet sich ein 360-Grad-Panorama über Palma, den Hafen und die Bucht. Im Inneren zeigt das Stadtmuseum die Geschichte Palmas von der römischen Besiedlung bis zur Gegenwart. Der umgebende Pinienwald ist frei zugänglich und ein beliebter Ort für Jogger. Eintritt: ca. 4 €, Sonntag nachmittags frei.
Serra de Tramuntana – UNESCO-Welterbe
Das Tramuntana-Gebirge an der Nordwestküste erstreckt sich über 90 Kilometer von Andratx bis zum Cap Formentor. Seit 2011 ist es UNESCO-Welterbe der Kategorie „Kulturlandschaft“ – wegen der jahrhundertealten Trockensteinmauern, Terrassen und Bewässerungssysteme, die Bauern seit der arabischen Zeit angelegt haben.
Der höchste Gipfel, der Puig Major, erreicht 1.445 Meter. Dörfer wie Deià, Fornalutx, Valldemossa und Sóller klammern sich an steile Hänge und haben ihren ursprünglichen Charakter bewahrt.
Die Straße Ma-10 von Andratx nach Pollensa gilt als eine der schönsten Küstenstraßen Europas – mit Serpentinen, Tunneln und Aussichtspunkten wie dem Mirador de Sa Foradada oder dem Mirador d’Es Colomer am Cap Formentor. Achtung: Die Zufahrt zum Cap Formentor ist in den Sommermonaten (Juni–September) für Privatautos gesperrt; ein Shuttlebus fährt ab Port de
Pollensa.
Drachenhöhlen (Cuevas del Drach)
Die meistbesuchte Tropfsteinhöhle Mallorcas liegt bei Porto Cristo an der Ostküste. Vier miteinander verbundene Höhlenkammern erstrecken sich über 1.200 Meter. Der Martelsee im Inneren ist einer der größten unterirdischen Seen Europas mit bis zu 12 Metern Tiefe.
Teil jeder Führung ist ein kurzes klassisches Konzert auf beleuchteten Booten – ein Erlebnis, das trotz seiner touristischen Inszenierung beeindruckt. Die Führung dauert etwa 60 Minuten, anschließend ist eine kurze Bootsfahrt über den See möglich. In der Hauptsaison bilden sich lange Warteschlangen; Tickets sind vorab online buchbar. Eintritt: 18 € (Stand 2026). Öffnungszeiten variieren saisonal – die offizielle Website liefert aktuelle Informationen.
Valldemossa und die Kartause
Das Bergdorf Valldemossa, 17 Kilometer nördlich von Palma, wurde berühmt durch den Winter 1838/39, den Frédéric Chopin und George Sand hier verbrachten. In der Kartause (Cartuja Real), einem ehemaligen Kloster aus dem 14. Jahrhundert, sind die Zellen zu besichtigen, in denen Chopin seine Préludes komponierte.
Der Ort selbst besteht aus Kopfsteinpflastergassen, Natursteinhäusern und Blumenkübeln vor jeder Tür. In den Cafés der Hauptstraße serviert man Coca de patata – ein süßes Kartoffelgebäck, das es nur hier gibt.
Sóller und der historische Zug
Die Kleinstadt Sóller liegt in einem Tal voller Orangenhaine, umgeben von den höchsten Bergen der Tramuntana. Seit 1912 verbindet der Tren de Sóller – ein historischer Holzzug – Palma mit Sóller. Die Strecke führt durch 13 Tunnel und über ein Viadukt, die Fahrt dauert etwa eine Stunde.
Am Bahnhof von Sóller, dessen Fassade Keramiken von Picasso und Miró zeigt, beginnt die historische Straßenbahn hinunter zum Hafen Port de Sóller (ca. 15 Minuten). Fahrpreise 2026: Einfache Fahrt Zug ca. 22–23 €, Rückfahrt ca. 30–40 €, Kombiticket mit Tram ca. 32 €. Wichtig: Die Sóller-Bahn ist nicht in das subventionierte TIB-Netz eingebunden; die Intermodal-Karte gilt hier nicht.
Weitere Sehenswürdigkeiten
Alcúdia: Die einzige vollständig erhaltene Stadtmauer Mallorcas umgibt die mittelalterliche Altstadt. Römische Ruinen der antiken Stadt Pollentia liegen direkt vor den Toren.
Pollensa: Jedes Jahr im August findet das renommierte Festival de Pollensa statt – klassische Konzerte in der Kreuzgang-Kulisse des Klosters Santo Domingo. 365 Stufen führen hinauf zum Kalvarienberg mit Panoramablick.
Capdepera: Eine der am besten erhaltenen mittelalterlichen Festungsanlagen der Insel, weniger überlaufen als Bellver. Es Trenc: Der längste Naturstrand Mallorcas im Süden – feiner weißer Sand, türkises Wasser, weitgehend unbebaut.
Caló des Moro: Kleine Felsbucht bei Santanyí, bekannt aus sozialen Medien – früh kommen oder in der Nebensaison besuchen, sonst stundenlange Wartezeiten.
Mallorca Strände und Buchten: Die schönsten nach Charakter
Mallorca hat über 200 Strände und Buchten auf mehr als 550 Kilometern Küstenlinie. Die Bandbreite reicht von breiten, flach abfallenden Familienstränden über wilde Felsbuchten bis zu belebten Partystränden. Die folgende Übersicht ordnet die bekanntesten Strände nach ihrem Charakter ein.
Wichtig für 2026: An den Stränden von Palma wurden rund 1.600 Liegestühle abgebaut – eine Reduzierung um 20 Prozent.
Die verbliebenen Liegen kosten etwa 10 € pro Tag. Immer mehr Strände werden zu rauchfreien Zonen erklärt; Verstöße können mit Bußgeldern bis 2.000 € geahndet werden.
Die Liste der rauchfreien Strände wächst laufend – Hinweisschilder am Strandzugang informieren. Auch an Stränden wie Platja de Formentor, Cala Barques, Caló des Moro und der Platja de Sant Joan gilt bereits ein Rauchverbot.
Mallorca Essen und Trinken: Lokale Küche und Märkte
Die mallorquinische Küche ist rustikal und ehrlich. Sie lebt von wenigen, guten Zutaten: Olivenöl, Schweinefleisch, Mandeln, Gemüse und Fisch. Einige Gerichte und Produkte sind fest mit der Insel verbunden:
Ensaimada: Das Kultgebäck Mallorcas – eine spiralförmige Hefeschnecke aus Schmalzteig, mit Puderzucker bestäubt. Es gibt sie pur (liso) oder gefüllt mit Kürbiskonfitüre (cabello de ángel), Sahne oder Schokolade. Die beste Ensaimada der Insel ist eine Glaubensfrage; die Traditionsbäckerei Forn del Santo Cristo in Manacor und die Forns de Palma gelten als verlässliche Adressen.
Sobrassada: Eine weiche, streichfähige Rohwurst aus Schweinefleisch, Paprika und Gewürzen. Die authentische Sobrassada de Mallorca trägt ein geschützte Herkunftsbezeichnung (Indicación Geográfica Protegida). Am besten schmeckt sie auf geröstetem Pa amb oli – Brot mit Tomatenpulpe und Olivenöl, Mallorcas tägliches Grundnahrungsmittel.
Tumbet: Ein Gemüseeintopf aus Kartoffeln, Auberginen, Paprika und Tomatensoße, schichtweise im Tontopf gebacken – die mallorquinische Antwort auf Ratatouille. Frito mallorquín: Innereien (Leber, Lunge) mit Kartoffeln, Paprika, Fenchel und Erbsen in Olivenöl gebraten. Klingt gewöhnungsbedürftig, schmeckt herzhaft und gehaltvoll.
Märkte: Der Mercat de l’Olivar in Palma ist die größte Markthalle der Stadt – frischer Fisch, Fleisch, Gemüse und Tapas-Bars unter einem Dach. Der Mercat de Santa Catalina im gleichnamigen Viertel ist kleiner, atmosphärischer und bei Einheimischen beliebt. Auf dem Land finden täglich Wochenmärkte statt: Sineu (Mittwoch), Inca (Donnerstag), Pollensa (Sonntag) und Santa Maria (Sonntag) gehören zu den bekanntesten.
Wein: Mallorca hat zwei anerkannte Weinbaugebiete – die Denominación de Origen Binissalem im Inselinneren und D.O. Pla i Llevant im Osten. Die lokale Rebsorte Manto Negro ergibt kräftige, fruchtige Rotweine; Prensal Blanc liefert frische Weißweine. Weingüter wie Bodega Ribas (seit 1711), Bodega Macià Batle und José L. Ferrer bieten Verkostungen an – Reservierung empfohlen.
Mallorca Unterkünfte: Hotelregionen und Preiskategorien
Mallorcas Unterkunftslandschaft ist so vielfältig wie die Insel selbst. Die Wahl der Region bestimmt den Charakter des Urlaubs stärker als die Hotelkategorie. Die folgende Tabelle gibt eine Orientierung, welche Region zu welchem Reisestil passt.
Preislich bewegen sich einfache Hostels und Budget-Hotels ab ca. 50–80 € pro Nacht (Nebensaison). Mittelklassehotels kosten in der Hauptsaison 120–200 €, gehobene Hotels und Boutiquehotels 200–400 €. Luxusresorts wie das Belmond La Residencia in Deià oder das Jumeirah Port Sóller beginnen bei 400–600 € pro Nacht.
Fincas im Inselinneren sind ab ca. 100 €/Nacht für zwei Personen zu haben; Agroturismo-Betriebe (bewirtschaftete Landgüter mit Gästezimmern) bieten ein authentisches Erlebnis ab ca. 120–180 €.
Touristensteuer Mallorca 2026: Ecotasa im Detail
Seit 2016 erhebt die Balearenregierung eine Steuer für nachhaltigen Tourismus (offiziell: Impuesto del Turismo Sostenible), allgemein als Ecotasa bekannt. Die Steuer wird pro Person und Nacht in jeder touristischen Unterkunft fällig – egal ob Hotel, Finca, Ferienwohnung oder Campingplatz. Kinder unter 16 Jahren sind befreit.
Ab dem 9. Aufenthaltstag in derselben Unterkunft halbiert sich der Betrag. 2025 brachte die Ecotasa rund 138 Millionen Euro ein, die in Umweltschutz, sozialen Wohnungsbau und Infrastruktur fließen.
Die Höhe der Abgabe richtet sich nach Unterkunftsart und Saison. Die Hauptsaison läuft vom 1. Mai bis 31. Oktober, die Nebensaison vom 1. November bis 30. April. Alle Beträge gelten pro Person und Nacht, zuzüglich 10 Prozent Mehrwertsteuer. Die nachfolgende Tabelle zeigt die gültigen Sätze für die Saison 2026.
Übersicht Mallorca Touristensteuer
Rechenbeispiel: Zwei Erwachsene, 7 Nächte im 4-Sterne-Hotel im Juli: 2 Personen × 7 Nächte × 4,40 € (inkl. MwSt.) = 61,60 €. Die Steuer wird direkt in der Unterkunft bezahlt, meist beim Check-in in bar oder per Überweisung.
Stand Februar 2026: Eine Erhöhung der Ecotasa auf bis zu 6 € in der Hochsaison (Juni–August) stand zur Diskussion, wurde aber von der konservativen Regierung unter Ministerpräsidentin Marga Prohens vorerst auf Eis gelegt. Die Gewerkschaft CCOO fordert sogar bis zu 15 € pro Tag. Der parlamentarische Partner Vox lehnt jede Erhöhung ab.
Die Ecotasa bleibt ein politisches Spannungsfeld – aktuelle Informationen sind auf den Websites der Unterkünfte oder der offiziellen Tourismusbehörde erhältlich.
Mallorca Transport: Mietwagen, Bus und Bahn
Mietwagen auf Mallorca – zentral für die Inselentdeckung
Ein Mietwagen ist das wichtigste Transportmittel für individuelles Reisen auf Mallorca. Abgelegene Buchten, Bergdörfer in der Tramuntana und Weingüter im Landesinneren sind ohne Auto nur schwer zu erreichen. Die Insel ist mautfrei (auch der Sóller-Tunnel seit 2017), die Straßen gut ausgebaut, die Ausschilderung klar. Allerdings sind Bergstraßen im Norden sehr eng und kurvenreich – defensive Fahrweise ist dort Pflicht.
Die Preise schwanken stark nach Saison und Buchungszeitpunkt. In der Nebensaison (November–März) sind Kleinwagen ab 10–15 € pro Tag erhältlich. Frühling und Herbst liegen bei 20–30 €. Im Hochsommer (Juli/August) klettern die Preise auf 40–80 € täglich, und beliebte Fahrzeugklassen sind früh ausgebucht. Die folgende Tabelle fasst die wichtigsten Transportoptionen zusammen.
Übersicht Mallorca Transport
Wichtig: Wer einen Mietwagen bucht, sollte mindestens vier Wochen vor Abflug reservieren, die Tankregelung „Voll/Voll“ wählen und eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung abschließen – am besten über den Buchungsportal, nicht am Schalter der lokalen Vermietung.
Einige Billiganbieter sind für versteckte Zusatzkosten bekannt; Bewertungen vorab lesen lohnt sich. Parken in Palma: Blaue Linien markieren gebührenpflichtige Zonen (ca. 2–3 €/Stunde), gelbe Linien bedeuten absolutes Halteverbot, weiße Zonen sind kostenfrei. Tiefgaragen im Zentrum kosten etwa 2–3 € pro Stunde.
Öffentlicher Nahverkehr: TIB, SFM und EMT
Das TIB-Busnetz verbindet Palma mit allen größeren Orten der Insel. Die gelb-roten Busse fahren in fünf Liniengruppen (100er bis 500er) strahlenförmig vom Intermodalen Bahnhof an der Plaza de España in Palma ab. Die Bahngesellschaft SFM betreibt Züge nach Inca, Sa Pobla und Manacor.
In Palma verkehren zusätzlich die EMT-Stadtbusse. Seit 2025 sind reguläre TIB- und EMT-Fahrten mit der Intermodal-Karte oder einer Bankkarte kostenlos – eine der attraktivsten Neuerungen für Reisende. Die Karte kann online beantragt oder an Automaten erworben werden. Ohne Karte gelten die regulären Barpreise. In der Hochsaison fahren Sonderbusse zu beliebten Strandzielen wie Es Trenc, Cala Mondragó und Cap Formentor.
Mallorca günstig: Spartipps für kleines Budget
Mallorca hat den Ruf einer teuren Insel – das stimmt in der Hochsaison, muss aber nicht für den gesamten Urlaub gelten. Wer in der Nebensaison (November–März) reist, zahlt für Hotels und Mietwagen oft die Hälfte. Der öffentliche Nahverkehr ist mit Intermodal-Karte kostenlos.
Die Ecotasa entfällt laut Plänen im Januar und Februar komplett. Viele Sehenswürdigkeiten kosten keinen Eintritt: Die Altstadt von Alcúdia, das Castell de Bellver am Sonntag nachmittag, die Küstenwanderwege, die Wochenmärkte und natürlich alle öffentlichen Strände.
Im Supermarkt Mercadona oder Eroski kosten Lebensmittel ähnlich wie in Deutschland; Selbstversorgung in einer Finca mit Küche spart erheblich gegenüber täglichem Restaurantbesuch. Das Menú del día (Tagesmenü) in lokalen Restaurants kostet zwischen 10 und 15 € für zwei Gänge plus Getränk.
Mallorca Wandern und Aktivurlaub: GR 221 und Radfahren
Wandern: Die Serra de Tramuntana ist ein Wanderparadies mit markierten Wegen auf allen Schwierigkeitsstufen. Die königliche Route ist der GR 221, auch Ruta de Pedra en Sec (Trockenmauerroute) genannt. Er führt auf etwa 135 Kilometern von Port d’Andratx nach Pollensa – vorbei an Trockensteinmauern, durch Steineichenwälder und über Berggänge mit Meerblick.
Die Route ist in acht Tagesetappen aufgeteilt; entlang des Wegs gibt es Berghütten (Refugis) mit einfachen Übernachtungsmöglichkeiten. Reservierung vorab über den Consell de Mallorca empfohlen. Nicht alle Abschnitte sind fertiggestellt; vor Antritt der Wanderung den aktuellen Status prüfen.
Kürzere Wanderungen für Tagesausflüge: Der Torrent de Pareis (Schlucht von Sa Calobra, ca. 3 Stunden, anspruchsvoll), die Umrundung der Halbinsel La Victòria bei Alcúdia (leicht bis mittel), der Aufstieg zum Puig de Galatzó (mittel, Panoramablick) und die Küstenrundwanderung bei Cala Mondragó (leicht, familiengeeignet).
Radfahren: Mallorca ist Europas beliebtestes Radziel im Winter und Frühling. Profiteams aus aller Welt trainieren hier von Januar bis April. Die Tramuntana-Pässe (Coll de Sóller, Coll de sa Batalla, Sa Calobra) bieten anspruchsvolle Anstiege. Im Flachland der Inselmitte und entlang der Küste finden Genussradler ruhige Nebenstraßen.
Zahlreiche Radverleihe bieten Rennräder, E-Bikes und Mountainbikes ab ca. 15–40 € pro Tag. TIB-Busse transportieren Fahrräder auf bestimmten Linien.
Mallorca Nachtleben: Palma, El Arenal und Magaluf
Das Nachtleben konzentriert sich auf drei Zonen mit sehr unterschiedlichem Charakter. In Palma sind die Viertel Santa Catalina und La Lonja die Hotspots: Cocktailbars, Weinlokale, Tapas-Restaurants und kleine Clubs mit elektronischer Musik oder Jazz. Hier geht es urban, kosmopolitisch und vergleichsweise entspannt zu. Die Paseo Marítimo am Hafen bietet ebenfalls Bars und Clubs, wirkt aber weniger charmant als die Altstadtviertel.
El Arenal / Playa de Palma: Die „Bierkönig“-Zone rund um die Schinkenstraße (Carrer de Miquel Pellisa) ist vor allem bei deutschsprachigen Pauschaltouristen beliebt. Große Bierkneipen, Schlagermusik und günstige Getränke prägen das Bild.
Die Balearen-Regierung versucht seit Jahren, die Exzesse einzudämmen: All-inclusive-Hotels in Partyzonen dürfen seit 2020 maximal sechs alkoholische Getränke pro Tag (drei zum Mittag, drei zum Abend) ausschenken. Sauftourismus auf offener Straße (Botellón) kann mit Bußgeldern bis 3.000 € geahndet werden.
Magaluf: Ähnliches Konzept, eher britisch geprägt. Auch hier gelten die verschärften Alkoholregeln. Beide Zonen repräsentieren einen Aspekt Mallorcas, der Einheimische seit Jahren frustriert und politisch umstritten ist – sie existieren aber weiterhin.
Mallorca mit Kindern: Ausflüge und Aktivitäten
Mallorca ist eines der familienfreundlichsten Reiseziele im Mittelmeer. Die kurze Flugzeit (ca. 2–2,5 Stunden ab Deutschland), flach abfallende Strände im Norden und Osten und eine gute touristische Infrastruktur erleichtern den Urlaub mit Kindern erheblich.
Beliebte Familienaktivitäten: Das Palma Aquarium zeigt auf 12.000 Quadratmetern mediterrane und tropische Meereswelt, inklusive Haibecken und interaktiver Bereiche. Die Drachenhöhlen bei Porto Cristo begeistern Kinder mit dem unterirdischen See und der Bootsfahrt.
Der Hidropark in Port d’Alcúdia bietet Wasserrutschen und Pools. Bootsausflüge entlang der Küste mit Badestopps in Buchten sind ab fast allen Küstenorten buchbar. Der Naturpark S’Albufera bei Alcúdia eignet sich für Vogel- und Naturbeobachtung – der Eintritt ist frei.
Mallorca Ausflüge: Cabrera und Tagestouren
Der Cabrera-Archipel, rund 15 Kilometer südlich von Mallorca, ist seit 1991 Nationalpark und eines der am besten geschützten Meeresgebiete im westlichen Mittelmeer. Boote fahren von Colònia de Sant Jordi ab.
Der Tagesausflug beinhaltet Schnorcheln im glasklaren Wasser der Blauen Grotte (Cova Blava), eine Wanderung zur Burganlage und die Besichtigung der kleinen Insel. Die Besucherzahl ist auf rund 200–300 Personen pro Tag begrenzt; in der Hauptsaison früh buchen. Preis: ca. 40–50 € pro Person.
Für längere Aufenthalte gibt es begrenzte Übernachtungsmöglichkeiten in einfachen Unterkünften nach Genehmigung durch die Parkverwaltung.

Mallorca Sicherheit und ehrliche Hinweise
Overtourism und Anti-Tourismus-Stimmung
2024 und 2025 gingen Zehntausende Mallorquiner auf die Straße, um gegen die Folgen des Massentourismus zu protestieren: explodierende Mietpreise, überfüllte Strände, Wasserknappheit und eine Infrastruktur, die an ihre Grenzen stößt.
Die Proteste richteten sich nicht gegen einzelne Touristen, sondern gegen ein Wirtschaftsmodell, das knapp 20 Millionen Besucher jährlich auf eine Insel mit 900.000 Einwohnern lenkt. Als Reaktion hat die Balearenregierung Maßnahmen eingeleitet: höhere Touristensteuer (in Diskussion), Begrenzung von Ferienwohnungslizenzen, strengere Strandregeln und Reduzierung der Liegestuhlzahl.
Anti-Tourismus-Graffiti an Hauswänden und gelegentliche verbale Anfeindungen kommen vor, bleiben aber Einzelfälle. Respektvolles Verhalten gegenüber Einheimischen und ihrer Kultur ist die beste Antwort.
Wasserknappheit
Mallorca befindet sich 2026 in einer Vorwarnstufe wegen Trockenheit. Die Wasserreserven liegen bei etwa 54 Prozent der Gesamtkapazität – stabil, aber unter Beobachtung. 2024 wurde in mehreren Dörfern der Tramuntana (Esporles, Banyalbufar, Deià) das Trinkwasser zeitweise abgestellt und per Tankwagen geliefert.
Allgemeine Wassersperren für Touristen sind 2026 nicht geplant, sparsamer Umgang wird aber erwartet. Die Situation kann sich je nach Regenfällen im Herbst und Winter schnell ändern.
Mietwagenfallen
Die häufigsten Probleme bei Mietwagen auf Mallorca: Vorschäden, die nicht dokumentiert wurden und bei Rückgabe dem Mieter angelastet werden. Vor der Abfahrt den Wagen systematisch fotografieren – alle Seiten, Dach, Felgen. Zustandsprotokoll genau prüfen und jeden Kratzer eintragen lassen.
Lokale Billiganbieter verkaufen am Schalter aggressive Zusatzversicherungen; wer vorher über einen Vergleichsportal mit Vollkaskoschutz gebucht hat, kann ablehnen. Tankfüllung: Immer „Voll/Voll“ wählen; bei „Voll/Leer“ zahlt man für den Resttreibstoff, den der Anbieter selten erstattet.
Sonne und Quallen
Die UV-Strahlung ist im Hochsommer intensiv – Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor, Kopfbedeckung und ausreichend Wasser sind unverzügliche Grundausstattung. Quallen (vor allem die Leuchtqualle Pelagia noctiluca) treten gelegentlich auf, besonders wenn südliche Strömungen warmes Wasser an die Küste treiben.
An überwachten Stränden informieren Flaggen über die aktuelle Situation: Rote Flagge bedeutet Badeverbot, gelbe Flagge erhöhte Vorsicht.
Praktische Infos für Mallorca: Sprache, Feiertage, Notfall
Sprache: Die beiden Amtssprachen sind Spanisch (Castellano) und Katalanisch (in der lokalen Variante Mallorquí). Straßenschilder, Speisekarten und offizielle Dokumente sind meist zweisprachig. In touristischen Gebieten wird verbreitet Deutsch und Englisch gesprochen.
Ein paar Worte Spanisch oder Katalanisch (Bon dia = Guten Tag) werden von Einheimischen geschätzt.
Trinkgeld: In Spanien nicht verpflichtend, aber üblich. In Restaurants sind 5–10 Prozent angemessen; in Bars wird aufgerundet. Taxifahrer erwarten kein Trinkgeld, freuen sich aber über die Aufrundung.
Notfall: Europäische Notrufnummer 112, Nationalpolizei 091, Guardia Civil 062. Die europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) wird in öffentlichen Krankenhäusern akzeptiert; eine Reisekrankenversicherung wird dennoch empfohlen, da sie Rücktransport und private Behandlung abdeckt.
Praktische Info´s Mallorca
Zeitzone: MEZ (UTC+1), Sommerzeit MESZ (UTC+2) wie in Deutschland. Steckdosen: Typ F (Schuko), wie in Deutschland – kein Adapter nötig. Währung: Euro. Trinkwasser: Leitungswasser ist in den meisten Gebieten trinkbar, schmeckt aber oft chlorhaltig; viele Reisende bevorzugen Flaschenwasser.
Quellen (nicht im Artikeltext): Tourismusbehörde Mallorca (mallorca.es), Consell de Mallorca, TIB (tib.org), Mallorca Magazin, Inselradio Mallorca, ADAC Autovermietung, Mallorcazeitung, Govern de les Illes Balears (caib.es), UNESCO Welterbe-Liste, Kathedrale von Mallorca (catedraldemallorca.org), Cuevas del Drach, Visit Palma (visitpalma.com), Bundesministerium des Auswärtigen (Reise- und Sicherheitshinweise Spanien)
Der Autor
Alexander Gresbek lebt seit vielen Jahren an der spanischen Mittelmeerküste. Der Journalist und Buchautor befasst sich mit spanischer Kultur und Traditionen. Zu seinem aktuellen Titel Die Costa Blanca Für Kluge Köpfe (erhältlich bei amazon) hier die Buchrezension.
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