Costa Blanca: Der komplette Guide

200 Kilometer Küste, über 300 Sonnentage, 89 Strände mit Blauer Flagge: Die Costa Blanca in der Provinz Alicante gehört zu den zuverlässigsten Sonnenzielen Europas. Dieser Reiseführer versammelt alles, was Du für Deinen Urlaub an der weißen Küste brauchst – von der besten Reisezeit über günstige Unterkünfte bis zu Geheimtipps abseits der Touristenpfade.

von Alexander Gresbek (Text und Illustrationen)

Die Costa Blanca umfasst den Küstenabschnitt der Provinz Alicante in der Autonomen Region Comunidad Valenciana. Sie beginnt im Norden bei Dénia, verläuft über Calpe, Altea, Benidorm und Villajoyosa nach Alicante und endet im Süden mit der Vega Baja del Segura bei Torrevieja, Orihuela Costa und Pilar de la Horadada. Je nach Quelle misst die Küstenlinie 200 bis 244 Kilometer.

Der Name weiße Küste ist seit den 1950er-Jahren ein touristisches Markenzeichen. Er geht auf den weißen Sand, die weiß gekalkten Dörfer und das gleißende Mittelmeer-Licht zurück.

Klimatologisch macht der Name Sinn: Die WHO bestätigte schon 2006, dass das ganzjährig milde Klima der Costa Blanca zu den gesündesten Wohngegenden der Welt zählt. Über 300 Sonnentage, 2.800 bis 3.000 Sonnenstunden pro Jahr, 17,7 °C Jahresdurchschnittstemperatur in Alicante und nur rund 280 mm Niederschlag ergeben ein angenehmes Reise- und Wohnklima.

Wer die Costa Blanca verstehen will, denkt sie zweigeteilt: Die Costa Blanca Nord (Dénia, Jávea, Calpe, Altea, Benidorm) mit grünen Bergen, weißen Dörfern und versteckten Buchten. Die Costa Blanca Süd (Alicante, Santa Pola, Torrevieja, Orihuela Costa) mit langen Sandstränden, Salzlagunen und einer starken Residenten-Community.

Beste Reisezeit Costa Blanca

In Alicante zeigt die Klimatabelle laut AEMET-Referenzdaten (1991–2020) im Hochsommer Tageshöchstwerte von 29 bis 32 °C, Wassertemperaturen bis 26 °C und praktisch keinen Regen. Im Winter liegen die Tageswerte bei milden 16 bis 17 °C, die Sonne scheint sechs bis sieben Stunden. Selbst im Januar ist die Luft warm genug für Wanderungen und Fahrradtouren.

Strandurlaub: Mai bis Oktober

Das Meer wird ab Mitte Juni richtig warm (22 °C aufwärts), im August erreicht es 26 °C. Juli und August sind heiß, voll und teuer – viele Madrileños urlauben an der Costa Blanca, weil die Autofahrt zur Mittelmeerküste vergleichsweise kurz ist. Wer Trubel meiden möchte: Anfang Juni oder September sind die Goldmonate. Angenehme 25 bis 28 °C, das Meer warm, die Preise moderat.

Wandern und Aktivurlaub: März bis Mai

Im Frühjahr blühen Mandelbäume und Orangen, das Hinterland ist grün, Tagestemperaturen liegen bei 18 bis 25 °C. Auch der Winter eignet sich mit 16 bis 18 °C tagsags für Touren. Nicht zufällig kommen Profi-Radsportteams aus Nordeuropa zum Trainingscamp an die Costa Blanca.

Kultur und Städtetrips: ganzjährig

Februar bringt Karneval und Mandelblüte, April und Mai Semana Santa und Moros y Cristianos. Die Hogueras de San Juan in Alicante (20. bis 24. Juni) gehören seit 1984 zu Spaniens wichtigsten Fiestas. In der Nebensaison sind Hotels 30 bis 50 Prozent günstiger und Sehenswürdigkeiten wie der Peñón de Ifach ohne Warteschlangen erreichbar.

Die wichtigsten Orte an der Costa Blanca

Alicante – Hauptstadt mit Burgblick

Rund 343.000 Einwohner, zwei Stadtstrände, ein Hafen und auf dem 166 Meter hohen Berg Benacantil das Castillo Santa Bárbara mit einem der bekanntesten Aussichtspunkte Spaniens. Die Explanada de España, eine Strandpromenade aus über 6,5 Millionen schwarz-weiß-roten Marmorsteinchen, ist Pflichtprogramm. 

Das Altstadtviertel Barrio de Santa Cruz mit weißen Häusern, blauen Blumentöpfen und engen Gassen liefert das mediterrane Postkartenmotiv. Für Kultur steht das archäologische Museum MARQ, mehrfach als Europäisches Museum des Jahres ausgezeichnet.

Benidorm – Wolkenkratzer am Strand

Über 300 Hochhäuser auf 39 Quadratkilometern, pro Einwohner gerechnet die höchste Hochhausdichte der Welt. Das InTempo (198 m, 47 Stockwerke) ist Spaniens höchstes Wohngebäude, das Gran Hotel Bali (186 m, 52 Stockwerke) das höchste Hotel Westeuropas. 

Zwei perfekte Sandstrände prägen die Stadt: Die 2 Kilometer lange Playa de Levante ist das Partyepizentrum, die 3 Kilometer lange Playa de Poniente (Promenade 2009 von Architekt Carlos Ferrater neu gestaltet) gilt als familienfreundlicher. Die historische Altstadt um den „Balcón del Mediterráneo“ zeigt, dass Benidorm vor dem Boom ein Fischerdorf war. Die UNWTO verlieh der Stadt 2018 das weltweit erste Smart Tourist Destination-Zertifikat.

Altea – Blaue Kuppeln und Bougainvillea

Altea thront auf einem Hügel zwischen Calpe und Benidorm. Die Iglesia de Nuestra Señora del Consuelo mit ihren leuchtend blauen Kuppeln ist das Wahrzeichen der Costa Blanca. Weiße Häuser, kopfsteingepflasterte Gassen, kleine Galerien. 

Altea trägt das Prädikat eines der schönsten Dörfer Spaniens zu Recht. Strände sind hier Kies, nicht Sand. Das Feuerwerksfestival Castell de l’Olla lockt jährlich rund 50.000 Besucher und gilt als Europas größtes vom Meer aus abgefeuertes Pyrotechnik-Spektakel.

Calpe – Der Felsen im Meer

Der 332 Meter hohe Peñón de Ifach ragt wie ein Mini-Gibraltar aus dem Meer. Der gleichnamige Naturpark ist seit 1987 geschützt und mit nur 45 Hektar einer der kleinsten Spaniens, aber der meistbesuchte der Region Valencia.

Pro Tag dürfen nur 300 Wanderer den Gipfel besteigen; das kostenlose Online-Ticket muss vorab unter parquesnaturales.gva.es reserviert werden. Calpe hat zwei Sandstrände mit Blauer Flagge (Arenal-Bol und La Fossa) und ein sehenswertes Fischerviertel. Mit einem Ausländeranteil von über 60 Prozent gehört Calpe zu den internationalsten Orten der Küste.

Dénia – Gastro-Hauptstadt

Seit Dezember 2015 trägt Dénia den UNESCO-Titel Creative City of Gastronomy – eine von nur zwei Städten in Spanien neben Burgos. Über 300 Restaurants, die berühmte rote Garnele (Gamba Roja), das 3-Sterne-Restaurant Quique Dacosta: Dénia ist Pflichtprogramm für alle, die gern essen.

Die maurische Burg über der Altstadt beherbergt ein Archäologisches Museum, vom Fischerhafen legen Fähren nach Ibiza und Formentera ab. Im Hinterland steht der Naturpark Montgó (753 m). Auch die Feste in Dénia sind beachtlich.

Jávea/Xàbia – Drei Gesichter

Jávea besteht aus drei Teilen: der historischen Altstadt mit der gotischen Wehrkirche San Bartolomé, dem Hafenviertel und dem Strandviertel El Arenal. Die Cala Granadella, eine 160 Meter lange Kieselbucht mit kristallklarem Wasser, wurde mehrfach zum schönsten Strand Spaniens gewählt.

Im Hochsommer sperrt die Polizei die Zufahrt, sobald der Parkplatz voll ist. Weitere bekannte Buchten: Portitxol und Sardinera.

Villajoyosa – Schokoladenstadt

Die fröhliche Stadt ist berühmt für bunte Häuserzeilen am Stadtstrand und ihre Schokoladentradition. Vier Hersteller (Valor, Pérez, Clavileño, Marcos Tonda) produzieren hier seit über 130 Jahren. Das kostenlose Museo del Chocolate Valor (Unternehmen 1881 gegründet) ist ein Besuchermagnet. 

Der römische Grabturm Torre de Sant Josep und das Archäologische Museum Vilamuseu lohnen den Abstecher.

Guadalest – Bergdorf mit Stausee

595 Meter über dem Meer, rund 200 Einwohner, aber jährlich zwei Millionen Tagestouristen. Das Castell de Guadalest (maurisch, 12. Jh.) ist nur durch einen Felsentunnel zugänglich. Vom Aussichtspunkt blickt man auf den türkißgrün leuchtenden Stausee und die Sierra Aitana (1.558 m, höchster Berg der Provinz). Am besten vor 10 Uhr morgens kommen.

Elche – Europas größter Palmenhain

Drittgrößte Stadt der Comunidad Valenciana (rund 235.000 Einwohner) mit zwei UNESCO-Welterbeschätzen: Der Palmeral de Elche, der größte Palmenhain Europas mit über 200.000 Dattelpalmen, wurde im Jahr 2000 zum Weltkulturerbe ernannt. 

Das Mysterienspiel Misteri d’Elx (jährlich am 14./15. August) gehört seit 2001 zum immateriellen Weltkulturerbe. Im Huerto del Cura steht die achtarmige Palmera Imperial, benannt nach Kaiserin Sisi, die Elche 1894 besuchte.

Torrevieja – Rosa Salzsee und Residenten

Mit über 90.000 Einwohnern die größte Stadt im Süden der Costa Blanca. Hauptattraktion ist die Laguna Rosa, ein rosa schimmernder Salzsee mit einem Salzgehalt von rund 300 Gramm pro Liter. Zusammen mit der Laguna de La Mata bildet er einen Naturpark. Torrevieja ist Europas größter Salzproduzent (600.000 bis 700.000 Tonnen jährlich). 

Die rosa Färbung stammt vom Bakterium Halobacterium salinarum und der Alge Dunaliella salina. Geführte Touren starten am Paseo de la Libertad (ab ca. 9 Euro).

Strände Costa Blanca: 89 Blaue Flaggen

Die Provinz Alicante führt 2025 die spanische Blaue-Flagge-Rangliste mit 89 ausgezeichneten Stränden und Häfen an. Die meisten Sandstrände liegen im Süden (Torrevieja, Guardamar, Santa Pola), Kiesel und Felsbuchten dominieren im Norden (Calpe, Jávea, Altea).

Die Playa de San Juan in Alicante bietet 6 Kilometer feinsten Sand und ist per TRAM erreichbar. In Benidorm locken die Playa Levante und Playa Poniente, beide 2025 mit Blauer Flagge. Die Cala Granadella bei Jávea gilt als Top-Schnorchel-Spot, die Cala del Moraig bei Benitatxell beeindruckt mit der Felshöhle Cova dels Arcs. 

Am Fuß des Peñón de Ifach in Calpe liegen die Sandstrände Arenal-Bol und La Fossa. Wer versteckte Buchten sucht, findet sie in Benissa (Cala Baladrar), Benitatxell und entlang der Küste zwischen Calpe und Moraira.

FKK-Strände gibt es bei Villajoyosa (Cala del Conill) und Benitatxell (Cala del Carritxal). Für Familien eignen sich besonders die flach abfallenden Sandstrände Playa San Juan, Poniente (Benidorm), El Albir und Las Marinas (Dénia).

Unterkünfte Costa Blanca: von günstig bis gehoben

Budget: 15 bis 60 Euro pro Nacht

Hostels in Alicante starten ab 18 bis 25 Euro im Mehrbettzimmer. Pensionen und Hostales bieten Doppelzimmer ab 50 Euro. Campingplätze wie der Bonterra Park oder Camping Armanello bei Benidorm kosten ab 30 bis 45 Euro pro Stellplatz inklusive Strom.

Mittelklasse: 70 bis 180 Euro pro Nacht

In dieser Kategorie finden sich 3- und 4-Sterne-Hotels wie das Albahia Alicante oder das Bonalba mit Golfplatz. Ferienwohnungen für zwei bis vier Personen kosten 70 bis 150 Euro über Booking.com oder lokale Anbieter. Aparthotels mit Küche (Servigroup, Magic Tropical Splash) eignen sich für Familien.

Gehoben: ab 180 Euro pro Nacht

Das Asia Gardens Hotel (Royal Hideaway) bei Finestrat, das Meliá Villaitana in Benidorm und die SHA Wellness Clinic in Albir gehören zu den Top-Adressen. Das einzige Parador-Hotel an der Costa Blanca steht direkt am Arenal-Strand von Jávea.

Langzeitaufenthalt und Überwintern

Beliebte Orte für Langzeiturlauber sind Torrevieja, La Marina, Calpe und Albir. Eine 2-Zimmer-Wohnung kostet im Winterhalbjahr (Oktober bis April) zwischen 500 und 900 Euro warm in Torrevieja und Guardamar, 700 bis 1.200 Euro in Calpe, Dénia oder Jávea. 

Im Stadtzentrum Alicante liegt die Durchschnittsmiete für eine 1-Zimmer-Wohnung bei rund 860 Euro. Plattformen: idealista.com (Marktführer Spanien), fotocasa.es, milanuncios. Für längere Aufenthalte lohnt die Suche über lokale Agenturen oder Facebook-Gruppen.

Anreise Costa Blanca: Flug, Auto, Bahn

Flughafen Alicante-Elche (ALC)

Der Flughafen liegt 9 Kilometer südwestlich von Alicante und schloss 2025 mit 19,95 Millionen Passagieren ab – ein Plus von 8,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2024 wurde er vom Airports Council International zum „Best Airport in Europe“ in seiner Kategorie gewählt. 

Aus Deutschland fliegen Ryanair, Eurowings, Lufthansa, easyJet und Vueling direkt. Günstige Tarife starten ab etwa 22 Euro einfach, in der Hochsaison eher bei 100 bis 200 Euro. Die Flugdauer ab Frankfurt oder München beträgt rund 2 Stunden 35 Minuten.

Vom Flughafen fährt die Buslinie C-6 nach Alicante-Stadt (alle 20 Minuten, Fahrzeit 20 Minuten, 4 Euro). Mietwagen gibt es bei Goldcar, Centauro, Sixt, Europcar und weiteren Anbietern. Tipp: Früh buchen, besonders im Hochsommer.

Mit dem Auto

München – Alicante: rund 1.900 Kilometer, 18 bis 20 Stunden Fahrzeit. Standardroute: über Lyon, Narbonne, La Jonquera (Grenze), Barcelona, Valencia. 

Frankfurt – Alicante: rund 1.750 Kilometer. Maut in Frankreich etwa 80 bis 100 Euro einfach, in Spanien auf der AP-7 seit 2021 weitgehend mautfrei. Der ADAC empfiehlt mindestens zwei Übernachtungen auf der Strecke.

Bahn und Bus

Direktzüge gibt es nicht. Über TGV nach Barcelona und AVE nach Alicante dauert die Reise ab Frankfurt 18 bis 22 Stunden. Flixbus verbindet deutsche Städte mit Alicante (30 bis 35 Stunden, 90 bis 160 Euro).

Mietwagen vor Ort

Für reinen Strandurlaub in einem Ort ist ein Auto oft nicht nötig, dank TRAM, Bussen und Taxis. Für Rundreisen und das Hinterland (Guadalest, Bergdörfer, Naturparks) ist ein Mietwagen die klare Empfehlung. Tagespreise liegen bei 25 bis 60 Euro, im Hochsommer teils über 100 Euro.

Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten

Wandern Costa Blanca

Der Peñón de Ifach bei Calpe (332 m) bietet einen 2-Kilometer-Aufstieg mit Tunnel auf halber Höhe, Dauer 1 bis 1,5 Stunden, Schwierigkeit mittel bis anspruchsvoll. Online-Reservierung vorab Pflicht (max. 300 Personen pro Tag, kostenlos). 

Der Puig Campana bei Finestrat (1.406 m) ist der zweithöchste Berg der Provinz: 12 Kilometer Rundweg, 4 bis 5 Stunden, rund 1.100 Höhenmeter. Die Sierra de Bernia (1.126 m) überrascht mit dem „Forat de Bernia“, einem Felsentunnel auf 925 Metern Höhe, an der niedrigsten Stelle nur einen Meter hoch.

Für Familien eignet sich die Leuchtturm-Wanderung Sierra Helada / Faro de l’Albir: 5 Kilometer hin und zurück, asphaltiert, kinderwagentauglich. Die Vía Verde del Maigmó, eine nie in Betrieb genommene Bahntrasse, führt 22 Kilometer durch 6 Tunnel und über 2 Viadukte – ideal auch für Radfahrer und Rollstühle.

Wassersport

Tauchen und Schnorcheln: Die besten Spots liegen bei Tabarca (Spaniens erstes Meeresschutzgebiet), der Cala Granadella, der Cala del Moraig und am Peñón de Ifach. Segeln ist in den Marinas von Dénia, Calpe und Alicante möglich. 

SUP und Kajak kann man an allen größeren Stränden mieten; die geführte Kajaktour zur Cova dels Arcs bei Benitatxell gehört zu den spektakulärsten Spaniens. Kitesurfen und Windsurfen funktionieren am besten in Santa Pola und Guardamar (Levante-Wind).

Freizeitparks bei Benidorm

Terra Mítica (geöffnet März bis November): Themenpark mit antiken Welten, Eintritt 2025 ab 37 Euro online. Aqualandia (Mai bis September): ältester Wasserpark Spaniens mit über 25 Rutschen, ab 37 Euro online. 

Mundomar (März bis November): Marine- und Tierpark mit Delfinen und Seelöwen, ab 26 Euro. Kombi-Tickets für mehrere Parks sind erhältlich. Aktuelle Preise und Öffnungszeiten vor dem Besuch auf den offiziellen Websites prüfen.

Kultur und Fiestas

Die Hogueras de San Juan in Alicante (20. bis 24. Juni) gehören zu Spaniens großen Fiestas: Über 90 Skulpturen aus Holz und Kartonage werden in der Cremà am 24. Juni um Mitternacht verbrannt, tagsüber donnern Mascletàs über die Plaza de Los Luceros. 

Moros y Cristianos wird in rund 50 Orten der Provinz gefeiert, am bekanntesten in Alcoy (April, seit 1276) und Villajoyosa (Juli, mit nachgestellter Strandlandung). Das Misteri d’Elx in Elche (14./15. August) ist UNESCO-Weltkulturerbe.

Essen und Trinken an der Costa Blanca

Die Region Valencia ist ein Reis- und Meeresfrüchte-Paradies. Wer Paella bestellt, sollte wissen: Die echte Paella Valenciana ist mit Huhn, Kaninchen und Bohnen. Die Meeresfrüchte-Varianten heißen anders.

Arroz a banda ist das vielleicht typischste Gericht: Reis in kräftiger Fischbrühe, getrennt vom Fisch serviert, mit Aioli. Fideuà ersetzt den Reis durch dünne Nudeln und kommt mit Tintenfisch und Garnelen. Arroz negro färbt den Reis schwarz mit Tintenfischtinte, 

Arroz con costra bekommt in Elche eine goldbraun gebackene Eierkruste. Die Gambas rojas aus Dénia gehören zu den besten und teuersten Garnelen Spaniens.

In Jijona (Xínxona), 25 Kilometer landeinwärts, wird seit Jahrhunderten Turrón hergestellt: Turrón duro de Alicante (hart, mit ganzen Marcona-Mandeln) und Turrón blando de Jijona (weich, cremig). 

Die Weinregion DO Alicante gehört zu den ältesten Spaniens (offiziell seit 1932) und ist bekannt für Monastrell-Rotweine und den historischen Süßwein Fondillón.

Der Mercado Central de Alicante (1921, valencianischer Modernismus) gehört zu den schönsten Markthallen Spaniens. Wochenmärkte: Altea Dienstag, Calpe Mittwoch und Samstag, Benidorm Mittwoch und Sonntag, Jávea Donnerstag.

Tipps zum Bestellen

Mittagessen ab 14 Uhr, Abendessen frühestens 20:30 Uhr.

Menú del día (Tagsmenü) mit 3 Gängen und Getränk: 12 bis 18 Euro.

Paella wird traditionell nur mittags gegessen.

Praktische Tipps für den Costa-Blanca-Urlaub

Die Costa Blanca gilt als sicher. Hauptproblem ist Taschendiebstahl in Touristenzentren (Benidorm, Alicante-Explanada). Das Auswärtige Amt warnt vor Überfällen auf Touristen entlang der A-7 zwischen La Jonquera und Barcelona. Europaweit gilt die Notrufnummer 112 (mehrsprachig).

Mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (EHIC) sind Notfälle abgedeckt. Größere Krankenhäuser gibt es in Alicante (Hospital General, HLA Vistahermosa), Benidorm, Dénia und Torrevieja. Apotheken (grünes Kreuz) sind dicht verteilt, Notdienste ausgeschildert.

Leitungswasser ist überall trinkbar, schmeckt aber an der Küste oft stark chloriert. Mineralwasser kostet ab 0,30 Euro pro 1,5-Liter-Flasche.

ÖPNV: TRAM Alicante

Die TRAM Metropolitano de Alicante verbindet die Stadt mit dem Umland. Die Linie L1 fährt von Alicante (Luceros) nach Benidorm (1 Stunde, alle 30 Minuten). Die Linie L9 verbindet seit Januar 2025 wieder durchgehend Benidorm, Calpe, Teulada und Dénia (ca. 1 Stunde, stündlich). Tickets kosten 1,45 Euro (Stadt) bis etwa 7 Euro (Alicante–Dénia). Ergänzend verbindet der Busanbieter ALSA alle größeren Orte.

Sprache

In der Comunidad Valenciana sind zwei Sprachen offiziell: Castellano (Spanisch) und Valenciano (eine Variante des Katalanischen). In Tourismusorten reicht Spanisch oder Englisch problemlos. Viele Speisekarten sind dreisprachig. In Calpe, Albir und La Marina wird in etlichen Restaurants Deutsch verstanden.

Bezahlen

Kartenzahlung (Visa, Mastercard) wird fast überall akzeptiert, kontaktlos ist Standard. Trinkgeld 5 bis 10 Prozent bei guter Bedienung, nicht verpflichtend. Geldautomaten der großen Banken (Caixabank, BBVA, Sabadell) sind flächendeckend vorhanden.

Nützliche Apps

AEMET (offizielle Wetter-App mit DANA-Warnungen), Moovit (TRAM-Fahrpläne), TheFork (Restaurant-Reservierungen), Cabify und FreeNow (Taxi-Alternativen in Alicante). Dank EU-Roaming funktionieren alle DACH-SIM-Karten ohne Aufpreis.

Costa Blanca mit Kindern

Familien finden an der Costa Blanca ideale Bedingungen: flache Sandstrände, kinderfreundliches Klima und viele Aktivitäten. Die besten Familienstrände sind Playa San Juan (Alicante), Poniente (Benidorm), El Albir und Las Marinas (Dénia) – flach abfallend, mit Rettungsschwimmern und voller Infrastruktur.

Top-Aktivitäten: Aqualandia und Mundomar in Benidorm (Kombi-Tickets erhältlich), Terra Mítica ab etwa 6 Jahren, Terra Natura (Zoo), das kostenlose Schokoladenmuseum Valor in Villajoyosa mit Verkostung, ein Tagesausflug zur Insel Tabarca (Fähre ab Alicante oder Santa Pola, kristallklares Wasser), die Leuchtturm-Wanderung am Albir (kinderwagentauglich) und ein Solarboot auf dem Stausee von Guadalest.

Costa Blanca für Langzeiturlauber und Auswanderer

14.503 gemeldete Deutsche leben laut Padrón 2024 in der Provinz Alicante. Die tatsächliche Zahl einschließlich nicht gemeldeter Überwinterer dürfte doppelt so hoch liegen. Schwerpunkte der deutschen Community: Calpe (1.052), Dénia (1.027), Alicante-Stadt (556), La Nucía (474), L’Alfàs del Pi (472) und Altea (427).

Die Lebenshaltungskosten liegen 20 bis 30 Prozent unter dem deutschen Niveau. Ein Paar lebt ohne Miete für rund 1.260 Euro im Monat. Das Menú del día kostet 12 bis 18 Euro, Lebensmittel im Supermarkt sind spürbar günstiger als in Deutschland.

Für Deutsche gibt es ein Honorarkonsulat in Alicante (zuständig für Alicante, Murcia und Albacete). Deutschsprachige Ärzte, Anwälte und Gestores finden sich vor allem in Dénia, Calpe, Albir und Torrevieja. Die Costa Nachrichten (costanachrichten.com) sind die wichtigste deutschsprachige Wochenzeitung der Region.
Steuerresidenz beachten

Wer mehr als 183 Tage im Kalenderjahr in Spanien lebt, ist dort unbeschränkt steuerpflichtig.

Spanien besteuert das Welteinkommen. Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland und Österreich existieren.

Beratung durch einen lokalen Gestor oder Steuerberater ist dringend empfohlen.

Geheimtipps: Costa Blanca abseits der Massen

Im Februar und März blühen im Vall de Gallinera zehntausende Kirschbäume. Die Floracación del Cerezo erinnert an das japanische Hanami und ist ein Naturschauspiel, das die meisten Touristen verpassen.

Confrides in der Sierra Aitana liegt auf über 1.000 Metern und trägt die höchstgelegene Burg der Provinz. Castell de Castells und Tárbena sind authentische Bergdörfer ohne Touristenkitsch.

Die Insel Tabarca, Spaniens erstes Meeresschutzgebiet (1986), erreicht man per Fähre ab Alicante oder Santa Pola – rund 50 Einwohner, kristallklares Wasser und ein traditionelles Caldero-Mittagessen.

Die Río Algar Wasserfälle bei Callosa d’en Sarrià bieten Naturschwimmbäder zwischen Kaskaden (kleine Eintrittsgebühr). Am Cap de Sant Antoni und in der Cova Tallada bei Jávea/Dénia wandert man durch eine Höhle direkt am Meer (Genehmigung erforderlich). Der Naturpark Pego-Oliva-Marsch ist ein Vogelparadies mit Reisfeldern.

Weinliebhaber fahren ins Jalón-Tal (Xàló): Die Bodegas Xaló und Enrique Mendoza bieten Verkostungen mit Blick auf Mandelhaine. Und direkt am Stadtrand von Alicante liegt die iberisch-römische Ausgrabungsstätte Tossal de Manises (Lucentum) – touristisch völlig unterschätzt.

Der Autor

Alexander Gresbek lebt seit vielen Jahren an der spanischen Mittelmeerküste. Der Journalist und Buchautor befasst sich mit spanischer Kultur und Traditionen. Zu seinem aktuellen Titel Die Costa Blanca Für Kluge Köpfe (erhältlich bei amazon) hier die Buchrezension.

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