Filmkritik: Himmel über dem Camino

Die Regisseure Noel Smyth und Fergus Grady haben ihre Kameras 42 Tage lang auf neuseeländische und australische Pilger gehalten, die nach Santiago wollten. Herausgekommen ist eine Doku, die bei uns 2021 ins Kino kam. Und nur Nostalgiker anspricht.

von Tobias Büscher

2021 war Heiliges Jahr, sowie auch 2027 wieder. Insofern passte der Film damals. Auch die Architektur der Kirchen und die Weite Kastiliens sind real. Doch das war es dann auch schon.

Film für die Füße

Gleich zu Beginn des Films sehen wir Sue (70), die sich 2018 weinend vor Schmerz die Wanderschuhe ausziehen lässt. Kurz darauf sehen wir sie und ihre Mitläufer beim Kartenspiel, bei Umarmungen auf engstem Raum in der Pilgerherberge.

Dann erfährt der Zuschauer, "über eine Viertel Millionen Pilger" wandern jährlich auf dem Camino. Und als dann einer der gefilmten Pilger auch noch wie auswendig gelernt sagt: "Der Camino ist das Leben", habe ich die Preview für die Journalisten abgeschaltet.

Eine richtige Dokuhätte damals heißen müssen: "Corona und der Camino". Nicht fürs Kino, sondern für das ZDF. Denn auf dem Jakobsweg war es gerade so leer wie noch nie.

Details zum Film

Filmstart: 2021

Regie und Produktion: Fergus Grady und Noel Smyth

Filmart: Dokumentation

Darsteller: Pilger aus Neuseeland und Australien

Länge: 80 Minuten

Originaltitel: Camino Skies

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