
Auf den Spuren Goyas: Madrid, Zaragoza, Fuendetodos
Francisco de Goya (1746-1828) gehört zu den berühmtesten Malern Spaniens. Wer seine Werke sehen möchte, wird vor allem in Madrid und in der nordspanischen Region Aragón fündig, wo der Künstler zur Welt kam.
von Tobias Büscher
Franisco de Goya ist der mit Abstand vielseitigste Maler, den Spanien je hatte. In seiner Jugend malte er Vorlagen für Wandteppiche, später wurde er Hofmaler. Als der Krieg mit Frankreich tobte, zeichnete er das Grauen wie ein Kriegsreporter. Halb taub, drehte sich seine Kunst dann um die Schwarze Malerei mit sabbernden Hexen, grinsenden Dämonen und rituellen Exzessen.
Und zum Abschluss, bereits wohnhaft in Bordeaux, malte er das „Milchmädchen“ als Vorläufer des Impressionismus. Mehr geht kaum in einem einzigen Leben.
Über Goya ist viel geschrieben worden, allein auf Amazon gibt es Titel wie “Vom Himmel durch die Welt zur Hölle", Lion Feuchtwanger titelte etwas griffiger “Der arge Weg der Erkenntnis”, ein Filmtitel heißt Goyas Geister (mit Javier Bardem) und von New York über Tokio bis Paris widmen Museen Goya immer wieder Sonderausstellungen.
Doch am besten erlebt man seine Kunst bei einer Rundfahrt von Madrid über Zaragoza bis Fuendetodos.
1. Goya in Madrid
Goya hat in Madrid lange gelebt, nach ihm ist sogar eine Metrostation benannt. Und die Werke sind hier in den Museen neben denen in Zaragoza besonders gut vertreten.
Prado Museum
Der Prado ist die wichtigste Adresse für Goya. Ganze Säle sind ihm gewidmet und das Museum bietet eigene Rundgänge zum Thema Goya an. Zu den beachtlichsten Bildern gehören „Die Erschießungen der Aufständischen“ und seine Pintura Negra (Schwarze Malerei).
Geöffnet Mo bis Sa 10-20, So 10-19 Uhr, Webseite des Prado
geschlossen: 1. Januar, 1. Mai, 25. Dezember.
Eintritt: 15 €, ermäßigt 7,50 €, Audioguide +5 €.
Freier Eintritt in den letzten zwei Öffnungsstunden.
Real Academia de Bellas Artes de San Fernando
Die Real Academia de Bellas Artes de San Fernando besitzt die zweitwichtigste Goya-Sammlung in Madrid und bietet ein eigenes Gabinete Goya mit den Druckplatten seiner grafischen Serien. Besonders beachtlich sind die Radierungen Los Caprichos (Die Launen) sowie die Werke „Das Inquisitionsgericht“ und das „Begräbnis der Sardine“.
Kurios übrigens: In jungen Jahren hatte sich Goya hier beworben für eine Ausbildung und wurde abgelehnt. Später wurde er Direktor der Akademie.
Geöffnet Di-So 10-15 Uhr, Sa oft 10-19 Uhr
Eintritt: 10 Euro
San Francisco el Grande
In der großen Kirche hängt Goyas Bild „Predigt des Heiligen Bernhard“. Mit diesem Werk ebnete der Künstler seinen Weg bis hin zum Hofmaler Madrids.
Ermita de San Antonio de la Florida
Die kleine Kapelle ist berühmt wegen der Fresken Goyas. Und weil der Künstler selbst hier liegt. Allerdings wurde er ohne Kopf bestattet. Der war auf dem Weg von Südfrankreich nach Madrid beim Leichentransport verloren gegangen.

2. Zaragoza – Goyas Heimatregion
Die aragonesische Hauptstadt Zaragoza bewahrt das Andenken an Francisco de Goya besonders und sorgt jedes Jahr für neue Events rund um den Ausnahmemaler.
Museo Goya in Zaragoza
Das Museo Goya ist eine der zentralen Goya-Adressen Spaniens. Nach Renovierungsarbeiten durch das Architektenbüro Zaragoza-Studio Sebastián Arquitectos ist es von Oktober 2026 an wieder für das Publikum offen, technisch modernisiert und auf insgesamt 4600 Quadratmeter erweitert.
Stadtmuseum Museo de Zaragoza
Das Museo de Zaragoza (2026 vorübergehend wegen Bauarbeiten geschlossen) bietet als Stadtmuseum eine große Abteilung mit vorwiegend Porträts von Adeligen und Heiligen, siehe Webseite Zaragoza-Museum
Cartuja de Aula Dei bei Zaragoza
Die Cartuja de Aula Dei ist für Goya-Fans wegen der frühen monumentalen Wandgemälden des Künstlers besonders attraktiv. Das Kloster betreibt der französische Orden Chemin Neuf España. Der Eintritt beträgt 8 Euro. Zur Webseite Aula Dei
Basílica del Pilar – Goya in Zaragoza
In der Basílica del Pilar in Zaragoza befinden sich einige Goya-Fresken, vor allem an der berühmten Kuppel Regina Martyrum. Die Auftragsarbeit war für den Künstler aus dem Aragón ein Meilenstein für seine weitere Karriere.
3. Goyas Geburtsort Fuendetodos
In Goyas Heimatort Fuendetodos widmet sich so ziemlich jedes Haus dem Maler. Das örtliche Hotel heißt nach einem berühmten Gemälde Goyas Maja, im Geburtshaus des Künstlers gibt es seinen alten Schreibtisch und durch die Straßen laufen die Besucher vorbei an Wänden mit Gravuren und Schriftzügen des Malers.
Museo del Grabado und Sala Ignacio Zuloaga
Im Museo del Grabado in Fuendetodos sind seine großen grafischen Serien zu sehen – ideal, wenn einen Goyas dunklere, experimentelle Seite interessiert. Die Sala Ignacio Zuloaga ergänzt den Besuch mit Wechselausstellungen und grafischer Kunst.
Der Eintritt zum Trio Geburtshaus, Sala Ignacio Zuloaga und Museo del Grabado beträgt insgesamt nur 3 Euro. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 11 bis 14 und 16 bis 19 Uhr.
Tipps zum Besuch: 3 Tage Goya
Eine Goya-Route beginnt am besten in Madrid (Tag 1).
• Museo del Prado
• Real Academia de Bellas Artes de San Fernando
• optional: Ermita de San Antonio de la Florida
Dann geht es nach Norden in die Stadt Zaragoza (Tag 2) Der Schnellzug AVE braucht rund 90 Minuten.
• Cartuja de Aula Dei
• Basílica del Pilar
• Museo de Zaragoza
Ein Abstecher führt nach Fuendetodos (Tag 3). Fuendetodos liegt 45 Kilometer südlich von Zaragoza.
• Casa Natal de Goya
• Museo del Grabado
• Sala Ignacio Zuloaga
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