Madrid: Der Guide für den Stadtbesuch
Madrid bekommt derzeit gut 9 Millionen Besucher und 2,5 Millionen Übernachtungstouristen, 3,3 Prozent mehr als noch im Jahr 2024. Über 12.000 Stadtbewohner arbeiten im Dienstleistungssektor, und für 2026 könnte die Zahl angesichts der internationalen Lage noch steigen. Madrid ist einfach sicherer als so mancher Fernflug.
von Tobias Büscher
Dieser Reiseführer bündelt das, was für eine Reise nach Madrid in diesem Jahr wirklich zählt: aktuelle Preise, eine ehrliche Einordnung der Stadtviertel, praktische Spartipps und nüchterne Hinweise zu den Touristenfallen, die in vielen anderen Guides geschönt werden.
Urlaub in Madrid: Warum die Stadt derzeit so beliebt ist
Madrid bietet alles außer dem Meer: UNESCO-geschützte Gebäude, weltberühmte Museen, verkehrsberuhigte Stadtviertel und kulinarisch den Spiegel des ganzen Landes. Viele kommen über ein Wochenende, doch einige bleiben länger. Beispielsweise Erasmus-Studenten, die an einer der UNIs studieren.
Allein im Stadtviertel Huertas gibt es eine der lebendigsten Tapas-Szenen Europas und das U-Bahn-Netz funktioniert bestens und die Fahrten sind günstiger als bei uns. Die Stadt lässt sich in drei bis vier Tagen zu Fuß und mit der Metro gründlich erkunden.
Ein Ereignisse macht das Jahr 2026 besonders. Im September steigt erstmals seit Jahrzehnten wieder die Formel 1 in Madrid. Geplant sind viele Veranstaltungen im Zentrum rund um das Rennen auf einer der modernsten Anlagen Europas.
Beste Reisezeit Madrid: Klima und Empfehlungen
Die ideale Reisezeit für Barcelona liegt im Frühling und im frühen Herbst. Mai, Juni, September und Oktober bringen angenehme Tagestemperaturen um die 25 Grad. Im Hochsommer steigen die Temperaturen allerdings auf rund 35 Grad. Sprichwort der Hauptstadt: Neun Monate Winter, drei Monate Hölle (9 meses invierno, 3 meses infierno).
Doch selbst wer im August kommt, genießt die Stadt. Die meisten Madrilenen fliehen in den Sommerferien an die Atlantikküste nach Galicien und ins Baskenland, die Hauptstadt selbst bietet dafür das Stadtfest Veranos de la Villa und genügend Schattenplätze.
Wer in der Nebensaison reist, profitiert dreifach. Die Stadt zeigt sich entspannter, die Eintrittskarten sind verfügbar, und Hotels kosten in Januar oder Februar oft die Hälfte der Sommerpreise. Auch zwischen den Jahren lohnt sich Madrid: Zumal auf der zentralen Puerta del Sol Sylvester ein echtes Highlight ist.
Weiteres Plus: Weihnachtsmärkte, Drei-Königs-Umzüge und gut gefüllte Museen ohne Wartezeiten.
Madrid Sehenswürdigkeiten: Die 15 wichtigsten Attraktionen
Die folgenden 15 Attraktionen bilden das Rückgrat eines Madrid-Besuchs, vom berühmten Prado bis zur wenig bekannten Grünfläche der Casa del Campo.
1. Prado – das Pflichtprogramm
Das Museo del Prado ist das wichtigste Museum der spanischen Hauptstadt. Vor allem die Werke der Maler Diego de Velázquez und Francisco de Goya sind hier ein Publikumsmagnet. Für einen Besuch sind mindestens 90 Minuten einzuplanen. Es gibt rund 7600 Bilder aus der Zeit zwischen dem 16. und dem 19. Jahrhundert, darunter auch von Bosch und Mengs.
Eintritt 2026/2027 (offizielle Preise museodelprado.es):
Geöffnet tgl. 10-19 Uhr, Eintritt 15, Kinder und Rentner 7.50 Euro. So ab 17 Uhr ist der Eintritt für alle frei (lange Warteschlangen). Tickets sind häufig tagelang im Voraus ausverkauft. Eine Reservierung mindestens zwei Wochen vor Reisebeginn empfiehlt sich.
2. Retiro-Park – Madrid grüne Lunge
Der Retiro-Park ist der Rückzugsort der Madrilenen (retirar=zurückziehen). Hier errichteten die Katholischen Könige das Jerónimo Kloster, später entstanden die Flanierwege, umgeben von Zypressen, Pinen und Olivenbäumen. Auf dem See paddeln Familien und manche bleiben verdutzt stehen. Denn im Park in 666 Meter Höhe steht die Statue des Teufels.
Metro: Retiro oder Atocha, geöffnet 6 bis 22, im Sommer bis 24 Uhr.
3. Plaza Mayor – das Herz der Stadt
Die Plaza Mayor war früher ein Marktplatz, der immer mal wieder zum Schauplatz für Stierkämpfe und das Inquisitionsgericht mutierte. Wer richtig viel Geld hatte, fuhr 1920 mit dem Hispano-Suiza über das Kopfsteinplaster.
Längst ist der 400 Jahre alte Platz verkehrsberuhigt, die Markthändler jobben woanders. Die Plaza Mayor ist 120 mal 90 Meter groß, hat sieben Tore und 377 Balkone. Von denen aus gucken sich aber nur noch wenige Anwohner das Treiben unten an. Es gibt kaum noch mehr als 100 Anwohner in den Häusern. Dafür passen bei Livekonzerten mehrere Tausend Zuschauer auf den Platz.
Metro: Sol.
4. Königspalast und Museum der Königlichen Sammlungen
Der Königspalast in Madrid ist mit seinen 3418 Zimmern ziemlich groß, vor allem aber ist er der Öffentlichkeit zugänglich. Rund 2 Millionen Besucher bestaunen pro Jahr die prunkvollen Säle. 1734 fingen die Gardinen Feuer und der gesamte Palast brannte lichterloh. Damit das nicht noch einmal passierte, richteten die Bauarbeiter den Palast mit Granit aus der Sierra de Guadarrama feuerfest wieder auf.
Seit 2023 steht in unmittelbarer Nachbarschaft das noch viel attraktivere Museum der Königlichen Sammlungen (Colleciones Reales). Auch hierzu verwendete der Architekt Emilio Tunón (*1959) Granit. Auf 40.000 Quadratmetern sind Königskutschen, Goya-Gemälde, Nashorn-Trophäen und Kommoden mit Geheimfächern zu sehen.
Eintritt 2026/2027
• Königspalast: patrimonionacional.es, Calle Bailén, Metro Opera, Mo-Sa 10-18, So 10-16 Uhr, Eintritt 18 Euro, reduziert für Jugendliche und Rentner 9 Euro
• Königliche Sammlungen: galeriadelascoleccionesreales.es, Calle Bailén, Metro Opera, Mo-Sa 10-20, So 10-19 Uhr, Eintritt 14 Euro, reduziert 7 Euro.
• Tipp: Das Kombiticket für beide Einrichtungen kostet 24 Euro (nur online)
5. Madrid Río – Das neue Freizeitareal
Madrid Río am Stadtfluss Manzanares ist die wichtigste Ökoaktion der Stadt in den letzten Jahren. Der Fluss, einst ein Rinnsal, wurde sichtbar gemacht, preisgekrönte Brücken gebaut und Grünanlagen für Familien und Biker. Das hat auch die Luft in der Hauptstadt deutlich verbessert.
6. Huertas
Das verwinkelte Altstadtviertel rund um die Plaza Santa Ana heißt im Volksmund auch Barrio de los Literarios, weil hier einst der begnadete Miguel de Cervantes (Don Quijote) lebte, der überfleißige Lópe de Vega (Theaterstücke) und der messerscharfe Francisco de Quevedo (Gedichte). Vom Dach des Hotels Reina Victoria eröffnet sich ein weiter Blick auf das Viertel mit den meisten Bars und Tavernen ganz Madrids.
7. El Rastro – im Kiez von Madrid
Der Flohmarkt im gleichnamigen Stadtviertel Rastro südlich der Puerta del Sol ist am Sonntag ein echtes Highlight. Wenn zwischen 8 und 9 Uhr die Stände aufgebaut werden, schläft noch die halbe Stadt, zumal hier manche Disco erst um 4 Uhr morgens aufmacht. Rastro heißt so viel wie Spur. Gemeint war früher die Spur der Metzger mit ihren Tieren. Heute bietet der Flohmarkt rund um die Straße San Cayetano so ziemlich alles von Ölbildern über Modellflugzeuge bis zur entschärften Duellpistolen.
8. Plaza de España & Gran Vía
Während die Plaza de España vor allem wegen der Statue von Don Quijote und Sancho Panza (Cervantes-Denkmal) besucht wird, ist die Gran Vía die älteste Shopping-Straße Spaniens. Einst war sie die Straße der Kinos, in denen handgemalte riesige Plakate den neuen Film von Jean Paul Belmondo anpriesen. Heute ist die Gran Vía vor allem für Shopping-Fans eine Anlaufstelle. Hier sind so ziemlich alle Modeketten vertreten, dazu gibt es Kaufhäuser und bekannte Restaurants, die mit Madrid allerdings wenig zu tun haben.
Legendär ist das Hochhaus Telefónica der gleichnamigen Telekommunikationsfirma. Der riesige Komplex, einst ein Wahrzeichen der Stadt, steht seit 2026 zum Verkauf. Interesse zeigen so manche Betreiber von Luxushotels.
9. Lavapíes – die alternative Szene
Lavapíés ist eines der urwüchsigsten Stadtviertel der spanischen Hauptstadt. Das einstige Judenviertel ist längst ein Barrio mit hohem Studentenanteil und vielen Zugezogenen aus Asien und Afrika.
Rund um die Plaza Antón Martín gibt es jede Menge kleine Cafés und Restaurants, betrieben von jungen Pächtern, die ihre Speisekarte nur auf Spanisch anbieten. Denn Touristen kommen eher selten in das kunterbunte Altstadtviertel.
10. Puerta del Sol – das Sonnentor
Die Puerta del Sol ist der buchstäblich zentralste Platz Spaniens. Hier gibt es eingebaut in den Boden den Kilometerstein 0, von dem aus alle Entfernungen in alle Teile Spaniens gemessen werden. Die 49 km bis Aranjuez genauso wie die 274 km bis Zaragoza.
Auf dem ovalen Platz steht die Statue von König Carlos III, dem unbestritten besten Bürgermeister, den Madrid je hatte. An einer Ecke verkauft die Konditorei Mallorquina die landesweit berühmtesten Teilchen, an der anderen Ecke das Casa Diego die berühmtesten handgefertigten Fächer für Sie und Ihn. Und dann gibt es da noch den Uhrenturm am ehemaligen Postgebäude. Um Mitternacht an Sylvester gibt diese Uhr von TV-Kameras eingefangen den Takt für alle Spanier vor, wann sie die zwölf Trauben pro Gongschlag schlucken. Das bringt Glück im nächsten Jahr.
Damit nicht genug. Noch zwei weitere Dinge sind legendär. Die Werbetafel von Tío Pepe, die als alte Sherry-Werbung als einzige auf dem Platz erlaubt ist sowie der Bär am Erdbeerbaum, das Symbol der Stadt Madrid.
11. Malasaña & Chueca – das junge Madrid
Malasaña ist ein quirliges Stadtviertel rund um die Plaza dos de Mayo und erinnert an ein Mädchen, dass sich mit ihrem Vater genau auf diesem Platz gegen die französischen Soldaten Napoleons stellte. Das Viertel beherbergt ein junges Publikum genauso wie das Museum der Stadtgeschichte. Dieses Museo de Historia zeigt neben Modellen vom früheren Madrid auch Goyas Gemälde „Allegorie des 2. Mai“ in Erinnerung an den Krieg mit Frankreich.
Chueca wiederum ist die Schwulenhochburg Spaniens. Rund um die Plaza Chueca mit der gleichnamigen Metrostation führen die Transen ihre Pudel spazieren, haben Tavernen Namen wie „Salir del Armario“ (Aus dem Schrank steigen, sich outen) und jeder zweite Laden hat die neuesten Produkte für Schwule und Lesben. Gleichzeitig wohnen hier die alteingesessenen Madrilenen. Das Zusammenleben läuft bestens.
Museo de Historia, Fuencarral 78, Metro Tribunal, Di-Sa 10-20 Uhr, Eintritt frei.
12. Bernabéu – Madrids Fußballtempel
Das Bernabéu-Fußballstadion gehört zu den modernsten Europas, es wurde 1947 eröffnet und ab 2014 von dem Hamburger Architektenbüro GMP aus Hamburg umgebaut. Kosten: 1,7 Milliarden Euro.
Das Stadion fasst mit 83.000 Zuschauern deutlich mehr Menschen als eine Kleinstadt und ist ein Multifunktionsbau nicht nur für politisch aufgeladene Spiele gegen den FC Barcelona.
Auch wenn keine Spiele laufen, lohnt sich eine Tour durch das Stadion. Tickets bekommt man auf der Homepage realmadrid.com, Erwachsene zahlen 35 Euro, Jugendliche 25 Euro, Kinder unter 5 Jahren gar nichts.
13. Casa del Campo
Die Casa del Campo ist eine 1700 Hektar große Grünfläche hinter dem Königspalast mit dem Zoo, einer Kirmes, einem See und einer Stierkampfschule. Das Gelände ist fünfmal größer als der New Yorker Central Park.
Hier drehte Stanley Kubrik mit Clint Eastwood Szenen aus dem Western Für eine Handvoll Dollar. Und auch die aktuelle Serie auf Netflix namens Berlin und die Dame mit dem Hermelin (Einer Nachfolge von Haus des Geldes) spielt teils in diesem Park.
14. Atocha – der Jugendstilbahnhof
Der größte und älteste Bahnhof Madrids hat einen tropischen Garten und eine typische gusseiserne Jugendstilarchitektur. Und weil er so nah an den berühmten Museen Prado, Thyssen und Reina Sofía liegt, bekommt er auch viel Besuch von Gästen, die gar kein Bahnticket kaufen wollen.
15. Mercado San Miguel – Der Markt
Der bekannteste Markt Madrids direkt neben der Plaza Mayor bietet zwischen 10 Uhr und Mitternacht alle möglichen Delikatessen aus Spanien und der Welt. Der Jugendstilbau ist nach langen Renovierungen im Februar 2026 wieder eröffnet worden. Mit einem normalen Markt hat San Miguel allerdings nichts zu tun.
Wer Fisch, Salat oder Kartoffeln benötigt, geht besser in urige Hallenmärkte wie den Mercado de San Fernando oder den Mercado de la Cebada im Stadtviertel La Latina.
Hotels in Madrid: Wo übernachten und was es kostet
Die Wahl des Stadtviertels entscheidet maßgeblich darüber, wie eine Reise nach Madrid ausfällt. Wer im falschen Viertel bucht, verbringt mehr Zeit in der Metro als nötig und erlebt die Stadt entweder zu touristisch oder zu abgeschieden.
Die folgenden Übersichten ordnen die wichtigsten Stadtteile nach Charakter und Eignung und geben realistische Preisspannen für Doppelzimmer in der Mittel- bis Hauptsaison 2026/2027.
Die Viertel im Überblick
Gleich mehrere Stadtviertel bieten sich für die Übernachtung an. Jedes hat eigene Stärken und Schwächen, die sich nach Reisetyp, Budget und Aufenthaltsdauer richten.
Das Stadtviertel Huertas liegt besonders zentral und hat ein breites Angebot von einfachen Hostales bis zum Edelhotel Victoria an der Plaza Ana. Die Gran Vía, ebenfalls sehr zentral, lockt mit einigen Mittelklassehotels in bester Lage, teils mit Terrassenbars. Besonders günstig sind die kleinen Hotels im Stadtviertel Malasaña.
Wer zum ersten Mal nach Barcelona reist und drei bis vier Nächte bleibt, sollte in Eixample buchen: Die wichtigsten Gaudí-Häuser liegen vor der Tür, die Metro-Anbindung ist exzellent, und das Viertel bleibt auch nachts ruhig. Längere Aufenthalte profitieren von Gràcia oder Sant Antoni, die ein authentischeres Lebensgefühl vermitteln.
Preisspannen aktuell
Die Hotelpreise in Madrid sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen, vor allem in den zentralen Vierteln. Wer flexibel bleibt und außerhalb der Hauptsaison reist, kann erhebliche Summen sparen. Die folgenden Spannen beziehen sich auf eine Übernachtung im Doppelzimmer, ohne die separat berechnete Touristensteuer.
Budget-Hostals im Zentrum: 60 bis 100 Euro pro Nacht
• Hostals mit Preisen zwischen 30 und 50 Euro pro Bett sind beispielsweise das Acapulco an der Plaza del Carmen (Metro Gran Vía), das Cats Hostel Madrid Sol (Metro Antón Martín) und das Hostal Gala (Metro Opera), das sich auch für Familien eignet.
Mittelklasse (2 bis 4 Sterne): 110 bis 300 Euro pro Nacht
• 3-Sterne-Häuser zwischen 100 und 150 Euro, etwa Hotel Praktik Vinoteca oder Grupotel Gravina
• 4-Sterne-Häuser zwischen 140 und 230 Euro, darunter Motel One Barcelona-Ciutadella, Catalonia Plaza Catalunya, H10 Casa Mimosa und Hotel Indigo Plaza Catalunya
• Typische Ausstattung: Dachterrasse, Frühstücksoption, exzellente Metro-Anbindung
Gehoben und Boutique (4-Sterne Superior bis 5-Sterne): ab 25 Euro pro Nacht
• Hotel Oscar an der Plaza Vázquez de Mella als typisches Boutique-Hotel, das etwas schlichtere Hotel Cervantes in der gleichnamigen Straße und das Mittelklassehotel Vázquez de Mella an der Plaza de Pedro Zerolo sind eine gute Wahl.
• Reina Victoria: Luxushotel an der Plaza Santa Ana mit toller Dachterrasse. Hier nächtigen schon mal Hollywoodgrößen und Toreros.
Touristensteuer 2026 – nicht in Madrid
Überall in den Hotspots des Tourismus in Spanien wird über eine Touristensteuer nachgedacht oder bereits umgesetzt. Anders als beispielsweise Barcelona erhebt Spaniens Hauptstadt Madrid allerdings bislang weder eine Touristensteuer noch eine Kurtaxe. Dadurch sind die Preise moderater als die der katalanischen Hauptstadt.
Madrid günstig: Spartipps für deinen Urlaub
Madrid zählt nicht mehr zu den preiswerten Reisezielen Europas, aber mit einigen Kniffen lässt sich das Budget spürbar entlasten. Die größten Einsparpotenziale liegen bei Eintritten, beim Essen und bei den Übernachtungen außerhalb der Hochsaison.
Kostenlose und günstige Attraktionen
• Das Prado-Museum verlangt 15 Euro Eintritt. Doch Sparfüchse aufgepasst: Täglich ab 18 Uhr bis 19.50 Uhr ist der Eintritt frei. Das Thyssen-Museum, hat außer Dienstag tgl. geöffnet. Den gesamten Montag ist der Eintritt für das Publikum kostenlos.
• Tgl. freier Eintritt bietet das Schinkenmuseum (Museo del Jamón) ini der Straße San Jerónimo nahe der Puerta del Sol. Es ist kein Museum, sondern eine Taverne mit jeder Menge Schinkenkeulen an der Decke. Ein Schinkenbrötchen ist für rund 4 Euro zu haben.
• Retiro-Park, Casa del Campo und die Stadtviertel:ein ganzer Tag Sightseeing ohne einen Euro Eintritt
Günstig essen in Madrid
• Menú del día: Werktags zwischen 13 und 16 Uhr bieten viele Restaurants ein dreigängiges Mittagsmenü inklusive Brot und Getränk für 12 bis 16 Euro
• Tapas günstig vom Sternekoch: En Estado Puro heißt die Kneipe am zentralen Paseo del Prado. Betreiber ist Paco Roncero, den unser Autor persönlich kennt, siehe Foto. Seine leckeren Kroketten, Schinkentapas und Käsehäppchen kosten nur rund 5 Euro.
• An die Bar in der Markthalle: Markthallen habe alle eine kleine Tapasbar in Madrid. Hier sind die Häppchen deutlich günstiger als im Restaurant. Dort übrigens kosten sie an der Theke etwas weniger als am Tisch.
Geld sparen bei Eintrittstickets
• Tickets immer online und mit Vorlauf buchen, am Schalter sind sie teurer und meist ausverkauft
• Kombitickets prüfen: Beispielsweise ist der Besuch des Königspalast und der Königlichen Sammlung dadurch günstiger
• Madrid Card (3 bis 5 Tage): kostenlose Bus- und Metrofahrten, Ermäßigungen auf über 25 Museen, ab rund 70 Euro – rentiert sich erst bei intensivem Sightseeing. Mehr unter madrid-citypass.com/de
Madrid Essen und Trinken: Tapas, Markthallen, Restauranttipps
Die Küche Madrids ist ein kulinarischer Spiegel des ganzen Landes. Andalusischen Gazpacho bekommt man genauso wie Seeteufel aus Galicien und Steinpilze aus dem Aragón. Und aus der Region Kastilien, in deren Mitte Madrid liegt, kommen Spanferkel und Lammragouts. Madrid selbst ist bekannt für seine Kutteln (callos) und Eintöpfe (caldo)
Typische Tapas
• anchoas - Sardellen
• albóndigas - Fleischbällchen
• chipirones - kleine Tintenfische
• chorizo en sidra - Wurst in Cidre
• croquetas - Kroketten
• gambas al ajillo _ Garnelen in Knoblauch
• jamón serrano - Serrano-Schinken
• patatas bravas - Kartoffeln mit scharfer Sauce
• queso manchego - Manchego-Schafskäse
• tortilla - Kartoffelomelette
Restauranttipps Madrid
Eine Tischreservierung gilt in Madrids gehobeneren Restaurants praktisch überall als Pflicht, oft Tage im Voraus. Einheimische essen mittags ab 14 Uhr und abends nicht vor 21 Uhr. Wer um 19 Uhr essen geht, sitzt fast ausschließlich mit Touristen am Tisch.
Klassische Tapas-Bars
• La Casa del Abuelo (nördlich vom Retiro-Park: Garnelen und Langusten vom Feinsten, günstige Tapas an der Theke.
• Lamiak (La Latina): In der Tapas-Gasse Cava Baja bietet das baskische Restaurant baskische Pintxos (tapas) an. Hier soll der Barde Joaquín Sabina sein erstes Mini-Konzert gegeben haben.
• Casa Mingo (Paseo de la Florida: In der urigen und sehr großen Taverne gibt es zum asturischen Apfelwein Grillhähnchen. Sehr rustikal und bei den Nachbarn beliebt.
• La Favorita (Covarrubias 25): Hier arbeiten Opernsänger im Nebenjob als Kellner und servieren Arien schmetternd günstige Menüs.
• La Biotica (Huertas): Vegetarische Kost, günstige Tagesmenüs mit angeschlossenem Naturkostladen.
Fisch und Meeresfrüchte
• Barrutia (Santa Teresa : Thunfisch, Herzmuschelkroketten und Meer.
Maceira (Huertas): Galicisches Restaurant mit allem, was der Atlantik bietet, von Miesmuscheln bis Seekraken (pulpo), dazu galicische Weißweine.
Typisch Madrilenisch
• Casa Botín (Cuchilleros 17): Seit 1725 gibt es hier kastlilisches Lamm (cordero).
• Casa Ciriaco (Mayor 84): Kastilische Hausmannskost.
• Casa Paco (Puerta Cerrada 11): Madrider Institution unter den Restaurants, besuchen, wenn man sich mal etwas gönnen möchte.
Madrid Transport und Metro: Tickets und Preise 2026/2027
Madrids Metro zählt zu den besten Nahverkehrssystemen Europas und existiert bereits seit 1919. Das Streckennetz von 300 Kilometern vernetzt die gesamte Stadt. Die Fahrten mit dem Bus sind komplizierter und stauabhängig. Dazu kommen rund 16.000 Taxis. Auffällig im Vergleich zu Deutschland, Österreich und der Schweiz: Die Fahrten sind in Madrid um Längen günstiger.
Vom Flughafen Madrid ins Zentrum
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Vom Aeropuerto Adolfo Suárez Madrid Barajas ins Zentrum von Madrid kosten die Taxifahrten mit Gepäck rund 40 Euro. Der Bus Airport Express dagegen kostet nur 5,10 Euro und verbindet das Terminal 2 mit der zentralen Puerta del Sol.Genau so teuer ist die Metrofahrt vom Flughafen in Barajas bis ins Zentrum. Eine einfache Metrofahrt kostet zwar nur 1.50 Euro, doch es gibt den supplemento aeropuerto, also einen Aufpreis für solche Metrofahrten. Daher kostet auch die Metrofahrt 5 Euro.
Preise Metro Madrid
1,50 Euro einfache Fahrt mit bis zu 5 Stationen (sencillo de la red de metro)
2 Euro: Fahrt mit bis zu 10 Stationen (trayecto largo)
3 Euro: Fahrt im gesamten Metronetz (billete combinado
32,70 Euro: Monatskarte für Metrofahrten im Zentrum von Madrid (zona A).
Madrid Nachtleben: Ausgehviertel, Bars, Clubs
Madrider nenne sich selber Katzen (gatos), weil sie angeblich nie schlafen. Tatsächlich leeren sich die Restaurants erst gegen 23 Uhr und es gibt Diskotheken, die öffnen gar nicht erst vor 4 Uhr morgens, zumindest am Wochenende.
La Penúltima ist dabei ein ganz wichtiges Wort für Nachtschwärmer, der Vorletzte Drink ist zumeist in Gin Tonic mit viel Gin und wenig Tonic. Und zum Abschluss geht es dann ans Frühstücken. Legendär ist dafür das Café San Ginés, wo es zur Stärkung Gebäckkringel mit dicker heißer Schokolade gibt (Churros con Chocolate).
Die wichtigsten Ausgehzonen
• Huertas: In dem Stadtviertel nahe der Puerta del Sol gibt es angeblich mehr La Latina: rund um die Plaza de la Paja ist auch hier einiges los.
• Lavapiés: attraktiv sind die Terrassenbars an der Straße Argumosa.
• Chueca: Schrillbuntes Ambiente rund um die Plaza de Chueca.
Madrid mit Kindern: Familienfreundliche Aktivitäten
Madrid zeigt sich familientauglicher, als viele Reiseführer suggerieren. Die Stadt verfügt über einen Vergnügungspark und viele Spielplätze, mehrere Wissenschaftsmuseen mit interaktiven Bereichen und kindgerechte Strände. Metro und Busse sind weitgehend kinderwagentauglich, und in vielen Restaurants gibt es Kindermenüs (Menú infantil) ab rund 10 Euro.
• Parque de Attracciones. Im Casa del Campo, Metro Batán, parquedeatracciones.es. Autoscooter; Riesenrad, Riesenachterbahn, Juni-August tgl., sonst am Wochenende offen.
• Zoo Aquarium. Im Casa del Campo, Metro Batán. tgl. 11-18 Uhr. Delphine, Haie, Zebras, ganz viele Tiere und oft Themen des Monats wie "Perus Monat der biologischen Vielfalt"
• Museum der Zahnmaus: Casita Museo de Ratón Pérez, Metro So, Calle de Acalá. Ratón Pérez ist die spanische Zahnmaus, die den ersten Milchzahn mitnimmt und dafür ein Geschenk dalässt. Der Autor Lus Coloma schrieb die Geschichte im Jahr 1902 für den kleinen Alfonso XIII. Mit vielen Comics und coolem Shop für Kids.
• Museo Naval. Das Seefahrtsmuseum in der Straße Maseo del Prado 3 richtet sich an schon etwas ältere Kinder, die aus der Grundschule heraus sind. Coole Schiffsmodelle; spannende Karten, auf jeden Fall für den Nachwuchs spannender als die Ölschinken im Prado.
• Retiro-Park: Paddeln auf dem See, oft spannendes Puppentheater, und sogar die Statue des Teufels macht Spaß.
Madrid Ausflüge: Tagestouren in die Umgebung
Ab fünf Tagen Aufenthalt lohnen sich mindestens ein oder zwei Tagesausflüge in die katalanische Umgebung. Das öffentliche Verkehrsnetz erschließt einen großen Teil der Region zuverlässig und günstig. Die folgenden Ziele decken Spiritualität, Strand, Kunst und Geschichte ab.
El Escorial – das achte Weltwunder
Das sogenannte achte Weltwunder ist eine gewaltige Klosterpalastanlage westlich von Madrid. Manche kennen das Bauwerk aus dem Film Die Köchin von Castamar. Es ist der größte Rennaissancebau der Welt, ist von der UNESCO geschützt und eine Idee des Königs Felipe II, der ohnehin nur so protzte, weil er sich für den König der Welt hielt.
Nicht ganz zu unrecht, denn im 16, Jahrhundert hatten die Spanier bis auf Brasilien ganz Lateinamerika unter ihrer Kontrolle. Mit dem Reichtum, den sie in Form von Gold nach Spanien brachten, waren die Baukosten des Escorial gedeckt. Der Eintrittspreis von 14 Euro (Stand 2026) ist dagegen moderat.
Aranjuez – das Königsschloss
Das Konzert von Aranjuez von Joaquin Rodrígo kennt jeder Musikstudent. Die kleine Stadt 50 Kilometer südlich von Madrid ist vor allem für seine Königlichen Gärten des Palasts bekannt. Größe: 111 Hektar. Design: von Paris abgeschaut. Prädikat: Werltvoll. Pflanzen: Mammutbäume, Linden, Plataten, Rosen, Orangenbäume und allerlei exotische Plfanzen von den Philippinen.
Alcalá de Henares – die Stadt der Sprache
Die Geburtsstadt des Miguel de Cervantes besitzt seit 1499 eine Universität, ist Teil des Spanischen Sprachwegs. Sie liegt 33 Kilometer östlich von Madrid und hat auf der Plaza de Cervantes einen richtig attraktiven Wochenmarkt. Der Zug Linie C 2 ab Atocha in Madrid nach Alcalá de Henares fährt alle 20 Minuten und die Fahrt kostet nur 3,40 Euro.
Chinchón – wo der Anisschnaps herkommt
45 Kilometer südlich von Madrid liegt Chinchón. Die kleine Stadt gilt als eine der schönsten Ortschaften Spaniens, was an der zentralen Plaza Mayor mit den Arkadengängen liegt, an der Burgruine und am Anisschnaps. Chinchón kennen die Latinos übrigens auch als Kartenspiel.
Praktische Infos: Sprache, Feiertage, Trinkgeld
Sprache
Kastilisch ist die offizielle Sprache Spaniens und in Madrid residiert die Akademie der Spanischen Sprache. Im Parlament wird auch Katalanisch; Baskisch und Galicisch gesprochen, doch beim Besuch kommt man mit ein paar Worten gut zurecht. Notfalls gibt es ja Google Lens. Ein paar Begriffe lohnen sich beim Madrid-Besuch aber sicher.
Buenos días – guten Tag
Que aproveche - guten Appetit
Que lindo - wie hübsch
Dónde está la estación de autobuses – Wo ist der Busbahnhof
Feiertage und Veranstaltungen 2026
Im Mai sind die San-Isidro-Stadtteilfeste beliebt, ein einwöchiges Spektakel Mitte des Monats mit vielen Konzerten in den Vierteln Huertas, Lavapiés und La Latina.
Ende Juni Anfang Juli feiern die Schwulen und Lesben im Stadtviertel Chueca das Fest Orgullo Gay.
Im August veranstaltet Madrid das Musikfest Veranos de la Villa. Das aktuelle Program siehe Veranos de la Villa 2025. Ayuntamiento de Madrid
Trinkgeld
In Spanien gilt Trinkgeld als Anerkennung, nicht als Verpflichtung. Die Beträge fallen deutlich niedriger aus als in Deutschland oder den USA, ein Servicezuschlag (Servicio) erscheint nur in wenigen Touristenrestaurants auf der Rechnung.
• Restaurant: 5 bis 10 Prozent bei zufriedenstellender Bedienung, häufig genügt das Wechselgeld
• Bars und Cafés: 0,50 bis 1 Euro reichen
• Taxi: auf den nächsten vollen Euro aufrunden
• Hotelpersonal: 1 bis 2 Euro pro Tag für das Reinigungspersonal, 1 Euro pro Gepäckstück für Pagen
Praktische Details
• Strom: 230 Volt, 50 Hertz, Stecker Typ C und F – deutsche Stecker passen, Schweizer benötigen einen Adapter
• Zahlungsmittel: EC-Karte, Visa und Mastercard werden flächendeckend akzeptiert; American Express oft nicht; Apple Pay und Google Pay sind weit verbreitet
• Notrufnummern: 112 für alle Notfälle
• Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) gilt in öffentlichen Praxen und Krankenhäusern; eine private Auslandsreisekrankenversicherung wird trotzdem empfohlen
Madrid zählt nicht mehr zu den Schnäppchenzielen der frühen 2000er. Die Stadt bleibt allerdings eine der dichtesten, lebendigsten und kulturell vollständigsten Metropolen Europas























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