Spaniens ungewöhnlichster Stier: Farruquito

Er wiegt 700 Kilo. Er ist über 10 Jahre alt. Farruquito ist ein optisches Ereignis und der Star der Stierzucht von Luis Terrón in der Extremadura. Dabei ist der Toro aus der Finca Los Fresnos für die Arena wirklich nicht geeignet. Meine Frau hat das getestet und dem Stier sogar an die Hörner gefasst.

von Tobias Büscher

Wir sitzen im vierradangetriebenen Range Rover. Meine Frau, meine Tochter Marie, unser Freund Silverio und am Steuer Juanjo. Soeben sind wir in eine der berühmtesten Fincas der Provinz Badajoz hineingefahren. Störche kreisen über uns. Rinder gucken uns an, Kühe grasen auf den Weiden. Es ist warm an diesem Vormittag im Februar. Und gleich geht es heiß her.

Vorsicht Tobias, bleib am Auto, unbedingt

Mit dem Wagen fahren wir direkt hinein in das Heiligtum der Anlage. Umgeben von Steineichen stehen auf dem eingezäunten Gehege unter freier Luft die Luxusgüter der Extremadura: Kampfstiere. Bis zu 10.000 Euro teuer. Ich steig aus dem Auto um sie zu fotografieren. Juanjo, der Leiter der Exkursion ruft: Vorsicht, bleib unbedingt am Wagen, Du hast keine Ahnung wie gefährlich die sind! Er hat nicht unrecht. Schließlich sind die Toros durchaus in der Lage, bei großer Wut Hindernisse zu überwinden. So wie in Tafalla 2010, als ein Stier in der Arena über die Bande sprang und im Publikum ein Chaos anrichtete. Also fotografiere ich so unbemerkt wie möglich und ärgere mich, dass selbst Profikameras immer noch einen zu lauten Auslöser haben.

Safaris in der Provinz Badajoz

Toro Bravo? Braver Toro

Was bedeutet Farruquito?

Farruquito steht für Farruco, umgangssprachlich wild. Und quito ist die Verniedlichungsform. Dabei sollten Sie dem Stier nur frontal begegnen, wenn Sie ihn besuchen. Er mag es gar nicht, wenn man sich ihm von hinten anschleicht. Dann schüttelt er sauer den Kopf.

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