Dauerrivalen Real und Barca auch schon 2011, tb

Bei uns dominiert Bayern München alles. Wie langweilig. In Spanien dagegen sind die Mannschaften der Primera División anders aufgestellt. Nicht etwa nur wegen der Rivalität zwischen Barca und Real, sondern auch wegen dem baskischen Underdog SD Eibar. Und den Kickern der spanischen Hauptstadt. Fünf Mannschaften spielen dort wenige Kilometer voneinander entfernt in Liga 1.

Von Tobias Büscher

 

Eibar? Die Basken kicken seit 2014 in der Liga 1. Ihr Kaff 50 km südöstliche von Bilbao hat nur 27.000 Einwohner, etwa so viele wie Blankenfelde Mahlow in Brandenburg. Kurios dabei: Die ballbesitzverliebten Spieler waren seit dem Aufstieg in der Primera División nur einmal wirklich abstiegsbedroht. Und halten sich in der Tabelle zumeist im Mittelfeld auf. Das ist fast wie ein gallisches Dorf gegen ein römisches Imperium. Einer der Teilhaber ist der frühere Welt- und Europameister Xabi Alonso, der in jungen Jahren für Eibar 14 Spiele absolvierte, bevor seine große Karriere begann, zuletzt bei Bayern München. Der Club Sociedad Deportivo Eibar hat Rücklagen von gerade einmal 45 Millionen Euro, was im internationalen Fußballgeschäft schon mal ein einzelner Spieler kostet. Und warum hält sich der Club in Liga 1? Die Sportexperten rätseln mit Begriffen wie Teamgeist und wissen es selbst nicht. Aber Eibar belebt und fasziniert Spaniens Fußballwelt weit mehr als bei uns der Aufsteiger Düsseldorf.

Kaum 20 km Luftlinie zwischen fünf Erstligisten

Zudem gibt es eine Übermacht wie die von Bayern im spanischen Fußball nicht. Barca dominiert neben Real Madrid die Liga, beide Teams wechseln sich zumeist als spanischer Meister ab. Was in letzter Zeit nur Deportivo La Coruña (2000) und Atlético Madrid (2014) verhindern konnten.

Doch die Rivalitäten werden spannender. Gerade in Madrid selbst, wo fünf Rivalen der Top-Liga kicken. Das muss man sich in Berlin mal vorstellen.

Real Madrids Stadion Santiago Bernabéu hat über 80.000 Zuschauerplätze. Mehr als doppelt so viele, wie der Erstlegist Eibar im Baskenland Einwohner hat. Neun km südöstlich liegt das Wanda-Stadion von Konkurrent Atlético Madrid (67.000 Plätze). Davon wiederum 7 km südwestlich der Arbeiterclub Rayo Vallecano (14.000 Plätze), eine Art Sankt Pauli der Spanier  mit Punkmusik als Stadionhymne. 9 km weiter südlich geht es zum Stadion Alfonso Pérez des Clubs Getafe. Und nur 4 km von dort liegt westlich das Municipal de Butarque des Erstlegisten Leganés. Der übrigens ist erst 2016 in die Top-Liga aufsgestiegen.

Eibar hat 6285 Zuschauer, bei Real fehlen 30.000 Fans

Bis heute ist ein Heimspiel des SD Eibar eine Kultangelegenheit. Das nicht überdachte Stadion fasst gerade einmal 6.285. Und ist stets auf den letzten Platz ausverkauft. Bei Real Madrid sieht es schon mal anders aus: Als die Königlichen ihr Debut in der aktuellen Saison kürzlich gegen Getafe gaben (2:0), war Superstar Ronaldo schon nicht mehr dabei. Und Anstoß nach 22 Uhr. Es blieben im Kultstadion Baernabéu 30.000 Plätze unbesetzt. So etwas wäre beim Club Eibar schon rechnerisch gar nicht möglich.


Übrigens ist noch ein weiterer Fußballverein interessant im deuschspanischen Vergleich. Der Club Athletic Bilbao. Nicht nur, dass dort ausschließlich Basken aus der Region spielen dürfen. Er ist auch  - anders als der Hamburger Sportverein HSV - nie abgestiegen.

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