Weihnachten in Spanien

Weihnachten zu Hause mag nicht jeder, erst recht nicht bei schlechtem Wetter und angespannter Stimmung, weil alles so perfekt sein muss. Warum also nicht über die Feiertage in den Urlaub nach Spanien fahren und die Weihnachtsbräuche kennenlernen? Wie auch immer, die Weihnachtsbeleuchtung ist in vollem Gange.

Krippenkunst unter freiem Himmel, Weihnachtslotterie, Geschenke am 6. Januar. In Spanien sind die Weihnachtsbräuche teils etwas anders als bei uns.

Beachtlich ist die Weihnachtsbeleuchtung etwa in der spanischen Haupstadt Madrid. Die Lichter sind schon seit Ende November eingeschaltet: Auf den Plätzen Cibeles, Puerta del Sol und Co brennen die Lichter in 21 Stadtviertel. Anzahl der LED-Glühbirnen: 13 Millionen.

El País hat ausgerechnet: Würde man all diese Lichterketten aneinanderreihen, käme man auf eine Länge von 157 Kilometern, also der Strecke zwischen Madrid und Valladolid. Pure Energieverschwendung, sagen die einen. Romantisch sagen die anderen.

Spanien verwandelt sich in der Vorweihnachtszeit

In der Zeit vor Weihnachten sieht es in Spanien ganz anders aus als im restlichen Jahr. Überall hängen bunte Lichterketten, geschmückte Weihnachtsbäume grüßen Passanten, in den Städten herrscht ein Mix aus Heiterkeit und Konsumrausch. Dabei gibt es vor Weihnachten ein paar ganz besondere Tage, die keiner verpassen sollte.

In Deutschland beginnt die Vorweihnachtszeit spätestens mit dem ersten Advent. In Spanien geht es da etwas geruhsamer zu. 

Hier beginnt die Vorweihnachtszeit mit der Ziehung der Weihnachtslotterie El Gordo (auf Deutsch: der Dicke) am 22. Dezember. Daran nehmen fast alle Spanier teil, denn den Gewinnern winken hohe Geldpreise. 

Der 24. und der 25. Dezember sind sehr familiär geprägt. An beiden Tagen findet das Essen im Kreis der Familie statt. Dabei gibt es traditionelle Lammgerichte oder Meerbrasse. Eine typische Nachspeise in dieser Zeit ist Turrón, eine sehr süße Spezialität mit Mandeln.

Für Touristen bieten viele Hotels und Restaurants die Möglichkeit, die traditionellen spanischen Köstlichkeiten zu probieren und so einen Teil der spanischen Gastronomie kennenzulernen. 

Heiligabend im Kreis der Familie

Der Heiligabend, Noche Buena, ist in Spanien ein Tag, den alle traditionell mit ihren Familien verbringen. An diesem Abend gibt es ein üppiges Festmahl und anschließend ziehen alle etwas aus der Urne des Schicksals (auf Spanisch: urna del destino). Der Tradition folgend gibt es dabei kleine Geschenke für alle.

Allerdings sind auch immer ein paar Nieten dabei. Danach singt die ganz Familie gemeinsam spanische Weihnachtslieder, die sogenannten Villancicos. Zum Abschluss des Abends gehen alle um Punkt Mitternacht in die Kirche zur misa del gallo, der Messe des Hahns.

Traditionen zwischen den Feiertagen

Damit es bis Silvester nicht langweilig wird, gibt es den lustigsten Tag der Weihnachtszeit am 28. Dezember. Das ist der Tag der unschuldigen Kinder, an dem sich alle gegenseitig veräppeln, ähnlich wie in Deutschland am 1. April. Auf den Weihnachtsmärkten gibt es entsprechend viele Scherzartikel.

Am 31. Dezember ist dann schließlich Silvester. Zu diesem Anlass brauchen dann alle zwölf Weintrauben. Der Tradition folgend essen die Spanier zu jedem Glockenschlag um Mitternacht der letzten Nacht des Jahres eine Traube.

Wer es fertig bringt, alle zwölf Trauben bis zum zwölften Schlag aufzuessen, den erwartet ein besonders glückliches neues Jahr. Das Ereignis ist zwar im Fernsehen zu sehen, viel schöner ist es allerdings, diesen Moment auf einem der großen öffentlichen Plätze mitzuerleben.

Dort versammeln sich alle in der Nähe der Uhren. Am schönsten soll dieses Erlebnis in Madrid sein, am Plaza Puerta del Sol. Dort treffen sich Tausende, die verkleidet und mit Tröten das neue Jahr begrüßen. Im Anschluss gibt es in fast allen Bars, Diskotheken und Hotels im ganzen Land Partys bis die Sonne aufgeht.

Krippe, Könige und Kamele

Das letzte Ereignis der Weihnachtsfeierlichkeiten ist insbesondere bei den Kindern sehr beliebt. Am 5. Januar zeigen sich überall die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar bei Umzügen.

In der Nacht vom 5. auf den 6. Januar bringen die drei Weisen aus dem Morgenland den Kindern, die sich über das Jahr gut benommen haben, ihre Geschenke. In den ländlichen Regionen ziehen die Heiligen Drei Könige begleitet von Kamelen, Dienern und vielerlei fantastischen Gestalten durch die Dörfer und hinterlassen den Kindern schließlich Geschenke in den Häusern.

Die Umzüge sind immer spektakulär. Alcoi nahe Alicante hat übrigens den älteste Umzug dieser Art.

Erste Weihnachtsstimmung zum spanischen Feiertag

In Spanien ist der 6. Dezember sogar ein Feiertag, der allerdings nur sehr wenig mit Weihnachten oder dem Heiligen Nikolaus zu tun hat. An diesem Tag feiern die Spanier die spanische Verfassung, die in einer Volksabstimmung im Jahr 1978 vom spanischen Volk angenommen wurde.

Erste vorweihnachtliche Stimmung kommt am 8. Dezember auf. Am Tag der Unbefleckten Empfängnis („Día de la Inmaculada Concepción“) feiern die Menschen in Sevilla. Dazu findet der Tanz der Seises statt. Das waren ursprünglich 16 Chorknaben, woraus sich auch der Name ableitet. Heute sind es nur noch zwölf.

Ein weiteres Datum ist der 13. Dezember, der Tag der Heiligen Lucia (día de la santa lucía). An diesem Tag finden zahlreiche Lucia-Feste im Land statt, was eigentlich eine skandinavische Tradition ist.

Vorschläge für den Weihnachtsurlaub

In der Vorweihnachtszeit gibt es ein paar interessante Dinge, beispielsweise lebende Krippen. Dabei spielen Bürger der jeweiligen Orte Szenen aus der Weihnachtsgeschichte nach. Und wie bei uns sind die Weihnachtsmärkte beliebt, mit entsprechenden Sicherheitsvorkehrungen.

Und besonders auf der Insel Lanzarote sind die kunstvollen Krippen ein Thema

Die Läden haben länger auf, der Konsum boomt seit Black Friday onehin. Direkt am 1. Januar beginnt dann der Schlussverkauf.

Und wem das alles zu bunt ist: In Spanien gibt es auch einige weiße Skigebiete. Zu den beliebtesten gehören die Pisten in den Pyrenäen.

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