Frau vor den Cies Inseln an der Küste Galiciens
Auch von hier aus starteten bislang illegale Fahrten zu den Cies-Inseln im Hintergrund, tb

25.03.2018

Schutz für spanische Inselgruppe

Besucher kommen an Ostern nicht mehr so leicht auf die idyllischen Cíes-Inseln im nordwestspanischen Galicien. Die  Inselgruppe des Nationalparks Islas Atlánticas gilt als Highlight der Region. Entsprechend haben illegale Bootsfahrten die Besucherzahlen weit über das erlaubte Limit von 2200 getrieben. Nun greift die Lokalregierung durch.


von Marcos Fernández Vacas

Kontrolle von Schwarzfahrten auf dem Meer sowie komplizierte Anmeldeverfahren für die Visite der Inseln. Die Regierung Xunta von Galicien hat ein neues Reglement für die Ostertage und weitere große Feiertage im Jahr durchgesetzt. Damit will sie die Natur dort ebenso schützen wie den viel zu gut besuchten Kathedralenstrand (Praia das Catedrais) im Norden der Region.

Irritierte Gelbfußmöwen

Seit der Umweltkatastrophe durch die Havarie des Öl-Tankers Prestige 2002 sind die Menschen an der Küste Galiciens besonders empfindlich. Die gesamte nordspanische Küste war damals verseucht. Ein Drittel des Gebietes der Cíes-Inseln war betroffen. Die Schäden sind beseitigt, dafür bereitet nun der hohe Besucherstrom große Sorgen. Manche zum Transport genutzte Boote haben gar keine Lizenz. Flora und Fauna halten dies nicht mehr lange aus. Irritiert sind vor allem die Gelbfußmöwen, die es hier so zahlreich gibt wie nirgends sonst an der spanischen Küste.

Hohe Strafen für illegale Bootstouren

Immer wieder berichteten regionale Medien und El País über den Missstand. Demnach kamen im letzten Sommer an manchen Tagen bis zu 4000 Besucher auf den Archipel, obwohl nur 2200 zugelassen sind. Die Regierung bestrafte einige Bootsbetreiber mit insgesamt 930 000 Euro. In den letzten Jahren war der Ticket-Verkauf völlig außer Kontrolle geraten. Zeitweise hat die Xunta die Cíes-Inseln sperren lassen. Nun hat das Umweltamt der galicischen Regierung reagiert.

Kompliziertes Anmeldeverfahren an Ostern

Interessierte Naturliebhaber können an Ostern über eine einzige Agentur die nötige Erlaubnis beantragen. Anlaufstelle ist dann die Axencia para a Modernización Tecnolóxica de Galicia, kurz Amtega. Alle persönlichen Daten wie Name, Nummer des Personalausweises oder Reisepasses sowie sogar das Geschlecht sind anzugeben. Auf Spanisch wohlgemerkt. Die Preise liegen dann zwischen 16 und 18,50 Euro für Erwachsene, 6 Euro zahlen Kinder. Link zur Website:


Wer also irgend kann, sollte die Cies-Inseln außerhalb der Ferien besuchen. Bootsanlaufstellen liegen in Vigo und Cangas. Die Fahrt dauert etwa 30 Minuten.

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