Die Kathedralen Spaniens im Überblick
Spanien hat 88 Kathedralen und 14 Kon-Kathedralen. Es sind viel mehr als in Deutschland (35), viel weniger als in Italien (368). Dafür sind sie aus ganz unterschiedlichen Gründen entstanden. Einige sind Umbauten muslimischer Gotteshäuser, andere Glanzstücke christlicher Baukunst. Und besonders kurios: Die älteste Catedral des Landes kennt kaum jemand.
von Tobias Büscher
Im Jahr 2027 ist es so weit. Dann wird die berühmteste Kathedrale Spaniens wieder einmal im Rampenlicht der medialen Öffentlichkeit stehen. Der Grund ist das Heilige Jahr, weil der 25. Juli als Tag des Apostels in Santiago de Compostela auf einen Sonntag fällt. Dann bekommen nach katholischem Glauben alle Pilger den Ablass von ihren Sünden. Und das sind inzwischen mehr als eine halbe Million.
Ein Grund mehr, sich einmal mit den vielen anderen Kathedralen zu beschäftigen, die teils ziemlich im Schatten des Gotteshauses in der Pilgerhochburg Santiago de Compostela stehen. So sehr, dass beispielsweise die Kathedrale von Palencia einen vielsagenden Zusatznamen bekam: La bella inconocida, die schöne Unbekannte.
Ein paar Fakten vorab: 14 spanische Kathedralen stehen unter dem Schutz der UNESCO, darunter die von Burgos, Sevilla und Córdoba. Die Kathedrale von Salamanca ist mit 110 Metern die höchste in Spanien, allerdings gerade einmal 6 Meter höher als die von Sevilla. Die Sagrada Familia ist noch wesentlich höher, ist aber keine Kathedrale.
Die Kathedrale von Sevilla ist mit ihren 11.500 Quadratmetern die größte Spaniens. Und die neueste Kathedrale ist die Almudena in Madrid, erst 1993 von Papst Johannes Paul II. eingeweiht.
Gehen wir die schönsten sakralen Bauten einmal durch, von Albarracín bis Zaragoza:
Concatedral de Albarracín
Albarracín ist eine sogenannte Konkathedrale, die zum Bistum Teruel gehört (siehe Aufmacherbild) und im 12. Jahrhundert über den Resten einer römischen Ruine aufgebaut wurde. 1172 geweiht, steht sie heute unter dem Schutz der UNESCO und ist das markanteste Gebäude einer der schönsten Bergdörfer ganz Spaniens.
Im Mittelalter war das heutige Bergnest eine wichtige aragonesische Festungsanlage und ein Bollwerk im Kampf gegen die Mauren. Später verfiel es, die Häuser und auch das Gotteshaus waren in einem desolaten Zustand, bis mit staatlichen Fördergeldern die Restaurierung begann: zum Dorf Albarracín.
Die Catedral del Salvador in Albarracín ist im Stil der Gotik und der späteren Renaisance entstanden, 1570 gestaltete der Künstler Cosme Damian Bas das Hauptaltarbild. Der Mann war ein Superstar seiner Zeit, der auch am Altar der Kathedrale von Zaragoza mitarbeitete.
Catedral de Alcalá de Henares
Sie heißt Kathedrale der Heiligen Kinder Justo und Pastor (La Catedral-Magistral de los Santos Niños Justo y Pastor) und steht in der Stadt Alcalá den Henares. Magistral bedeutet, dass lediglich Geistliche mit Doktortitel in dem Bau leben durften, den der Architekt Cardinal de Cisneros im spätgotischen Stil im 16. Jahrhundert errichten ließ.
Schon allein das deutet darauf hin: Die Geburtsstadt des Miguel de Cervantes beherbergt die älteste Uni Spaniens und war lange neben Toledo das geistige Zentrum des Landes. Auch der spanische Sprachweg Camino del Castellano führt durch Alcalá.
Das Gotteshaus steht in der Altstadt genau an der Stelle, wo der Heilige Justo und Pastor im Jahr 303 den Märtyrertod fand.
Catedral de Astorga
Die Kathedrale von Astorga hat da schon einen kürzeren Namen: Santa María. Sie entstand im Mittelalter, war im 18. Jahrhundert erst fertig und steht seit einigen Jahren unter dem Schutz der UNESCO.
Allerdings steht sie auch im Schatten des Bischofspalastes von Astorga, der wesentlich bekannter ist.
Der Grund: Das Gebäude errichtete Antoni Gaudí, der Architekt der Sagrada Familia in Barcelona. Dabei ist ihm ein im Jugendstil so markanter Bau gelungen, dass die Kathedrale kaum einer mehr wahrnimmt.
Andererseits: Die Bischöfe finden den Bau so verspielt, dass bis heute keiner darin wohnen will.
Catedral de Ávila
Die Catedral del Salvador in der kastilischen Stadt Ávila gehört zu den bekannteren Bistümern Spaniens. Nicht so sehr wegen des Bauwerks, sondern vielmehr wegen einer Nonne. Hier kam am 28. März 1515 die spätere Heilige Teresa von Ávila zur Welt.
Die Karmelitin galt wegen ihrer Visionen als wichtigste Mystikerin ihrer Zeit. Es gibt in der Stadt heute ensprechend sogar eine Uni der Mystik.
Die Kathedrale selbst ist in der Übergangszeit von der Romanik zur Gotik entstanden (Torbögen erst rund, dann spitz) und gilt mit ihren 85 mal 42,5 Metern Umfang als älteste gotische Kathedrale der Iberischen Halbinsel.
Catedral de Baeza
Die Kathedrale von Baeza ist wie einige andere in Südspanien an der Stelle einer ehemaligen Moschee entstanden, daher ist sie architektonisch ein Mix aus maurischem Mudéjarstil und Renaissance.
Die Stadt 50 km nördlich der andalusischen Provinzhauptstadt Jaén liegt weder am Jakobsweg noch am Mittelmeer und gehört daher zu den weniger bekannten Kathedralen Spaniens.
Der Supergau ereignete sich im Jahr 1567, als die Kathedrale komplett in sich zusammenbrach. Die gotische Rosette blieb dabei unversehrt und die Kirche wurde im Renaissance-Stil dann komplett noch einmal aufgebaut.
Auf der Webseite des Bistums (siehe link oben) lässt sich ein Film anklicken, der mit Rundumaufnahmen in und über der Kathedrale mittels einer Drohne entstand.
Catedral Burgo de Osma
Die Kathedrale San Pedro in Burgo de Osma in der kastilischen Provinz Soria ist berühmt für das mittelalterliche Grab des Heiligen Petrus von Osma. Sie steht in einer besondes gut erhaltenen mittelalterlichen Altstadt. 1232 ließ der örtliche Bischof das heutige Gebäude an der Stelle einer romanischen Vorgängerin neu errichten. Die Statik stimmte. Fast.
Sorgen bereitete der Stadt immer wieder der 72 Meter hohe Glockenturm, der später mehrmals einstürzte, inzwischen aber stabil ist.
Catedral de Burgos
Die drittgrößte Kathedrale Spaniens steht am Jakobsweg in Burgos.
Mit ihren Skulpturen im Kreuzgang und hohen Strebepfeilern gehört sie zu den besten gotischen Gotteshäusern des Landes, stark beeinflusst vom Stil der Mönche aus dem französischen Ort Cluny.
In der Kathedrale, direkt unter der Kuppel, ist einer der umstrittensten Heldenfiguren der Geschichte des Landes begraben, gemeinsam mit seiner Frau Jimena: der Ritter El Cid.
Concatedral de Cáceres
Caceres in der Extremadura hat einen sogenannten Storchenturm, ein Haus der Wasserfahnen mit Wasserspeichern und einen Palast namens Moctezuma, benannt nach der Tochter eines Aztekenfürsten aus Mexiko.
Da geht die Konkathedrale im Stil der Renaissance fast unter, die äußerlich eher schlicht ist, und auch im Innern nicht so angeberisch üppig ausgestattet ist wie andere Gotteshäuser des Landes.
Catedral Ciudad Rodrigo
Die Kathedrale Santa María ist Teil einer beachtlichen Mittelalteranlage mit einer alten Burg, in der sich heute ein Parador-Hotel befindet.
Die Arbeiten an dem Gotteshaus begannen im 12. Jahrhundert. Dieses Gotteshaus hat einen typischen Kreuzgrundriss und figurengeschmückten Eingängen. Und nicht nur Architekten haben die Kathedrale beeinfluss. Im Krieg mit Frankreich bekam Santa María einige Kugeln ab, deren Einschüsse heute noch sichtbar sind.
Der Besuch der Stadt und ihrer Kathedrale lässt sich gut verbinden mit dem historisch wichtigen Ort Tordesillas, siehe Jenseits von Ávila
Catedral de Córdoba
Einst stand hier eine Mezquita. Córdoba hatte in der Zeit der Mauren fast eine Millionen Einwohner.
Als die Stadt an die Christen überging und die Rückeroberung vollendet war (1492), verbanden die christlichen Bauherren dieses maurische Bauwerk mit einer christlichen Kathedrale.
Markant sind vor allem die über 800 Säulen im Inneren. Daher ist diese Kathedrale nicht nur Spiegelbild eines Kulturkampfes, sondern auch einzigartig in ihrer Vielfalt.
Catedral de Huesca
Die Glocke von Huesca ist nicht gerade ein Sinnbild für Frömmigkeit in der nordspanischen Stadt Huesca an den Ausläufern der Pyrenäen. König Ramiro II, einst ein Mönch und von Gemüt etwas trumpisch, hatte Stress mit den Adeligen. Er ließ sie nacheinander zu sich kommen, enthauptete sie und stellte die Köpfe dann in Form einer Glocke zur Schau.
Sein Grab befindet sich nicht in der Kathedrale, sondern in der mindestens so attraktiven Kirche San Pedro, garniert mit Figuren im Kampfmodus. Die Kathedrale selbst entstand zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert dort, wo einst die Westgoten an der Stelle eines römischen Tempels bauten und Mauren genau dort dann eine Moschee errichteten.
Kunstliebhaber schätzen in der Kathedrale den Alabaster-Hochaltar des Bildhauers Damián Forment, einem der besten Bildhauer des 16. Jahrhunderts.
Weitere Infos zu Huesca.
Catedral de Ibiza
Ausgerechnet auf der Mittelmeerinsel Ibiza heißt die Kathedrale Unsere Jungfrau des Schnees: Nostra Senyora de las Neus. Wo einst die Römer einen Altar zu Ehren von Merkur errichteten, steht sie heute als höchstes Gebäude der Hauptstadt da.
Im Diozösanmuseum sind herrliche Teufelsfratzen zu sehen, auch der gotische Glockenturm ist beachtlich.
Und nun zur Auflösung des kuriosen Kathedralennamens: Die Christen hatten die Insel im Jahr 1235 zurückerobert, die in den Händen der Mauren war. Genau an dem Gedenktag der Schutzheiligen des Schnees.
Catedral de Jaén
Jaén ist eine Provinzhaupstadt in Nordandalusien umgeben von Olivenbäumen. Ihre wichtigste Sehenswürdigkeit ist natürlich die Kathedrale Asunción. Das Gotteshaus ließ einst der Architekt Andrés de Vandelvira (1505-1575) errichten. In der Folge diente es auch als Modell für andere Kathedralen in Süd- und Zentralamerika, beispielsweise in Mexiko-Stadt, Havanna und Cuzco.
In der Kapelle, glauben viele, wird das Schweißtuch der Heiligen Veronika aufbewahrt. Diese besondere Reliquie spielt eine wichtige Rolle im christlichen Glauben, da sie das wahre Antlitz von Jesus Christus abbilden soll.
Catedral de León
Was für ein Licht. 1800 Quadratmeter Fensterfläche sorgen für einen hellen Innenraum, der sich deutlich abhebt von allen anderen Kathedralen Spaniens. Santa Mará de la Regla im Zentrum von León hat zudem zwei 60 Meter hohe Türme, weshalb sie Pilger auf dem Jakobsweg schon von weitem sehen.
Der ockerfarbene Steinbau mit seinen großen Fensterrosen an der Ost- und Westfassade hat deshalb zurecht einen besonderen Spitznamen unter Kunstliebhabern gefunden: Symphonie aus Glas.
Catedrales de Lleida
Ja, Catedrales. Denn die katalanische Stadt hat gleich zwei Kathedralen, eine alte und eine neue. La Seu Vella, die alte Kathedrale, ist besonders wertvoll, auch wegen ihrer Kapellen und dem großen Kreuzgang. Im Jahr 1707 hat sie König Felipe V in eine Kaserne umfunktionieren lassen, der auf die Katalanen gar nicht gut zu sprechen war.
Deshalb hat Lleida eine neue Kathedrale bekommen. So etwas passiert auch nicht alle Tage.
Catedral de Lugo
Die Bauzeit der Kathedrale von Lugo hat nicht so lange gedauert wie die des Kölner Doms, aber immerhin vom 12. bis zum18. Jahrhundert. Zum Figurenschmuck der klassizistischen Santa María gehört ein Bischof, der mit einem Wolf Gassi geht.
Der Legende nach hatte ein Wolf (lobo) den Esel des Bischofs Froilán gerissen. Schlechte Idee, den fortan musste der Wolf die Bücherlast des Bischofs tragen.
Catedral de Madrid
Die ziemlich schlank geratene Kathedrale Almudena gegenüber dem Königspalast in Madrid ist die jüngste Catedral Spaniens. Erst 1870 begannen die Arbeiten an dem 73 Meter hohen Gotteshauses komplett im neogotischen Stil: zu Ehren der Schutzheiligen der Stadt.
Fertig wurde die Almudena aber erst 1993 und dann schnellstens vom einstigen Papst Johannis Paul II. eingeweiht, der als Statue vor dem Kirchenbau verewigt ist. Die zwei Türme sehen aus wie dünne Stäbchen, der historische Charme fehlt ihr allerdings vollkommen.
Doch im Jahr 2004 lief die Fassade der Kathedrale auf allen Kanälen der Welt. Das damalige Prinzenpaar Letizia und Felipe heirateten dort. Wer seitdem dort die Ehe schließen will, muss sich sehr lange vorher anmelden.
Catedral de Mallorca

In der Abendsonne leuchtet der mallorquinische Maré-Stein der Fassade von Palma de Mallorca besonders schön. La Seu heißt das Gotteshaus am Hafen der Hauptstadt von Mallorca. 120 Metern lang, 40 Meter breit, 44 Meter hoch und damit eine der besonders großen gotischen Kirchenbauten Spaniens.
Grundsteinlegung war im Jahr 1230 unter König Jaume I. an der Stelle, wo zuvor eine maurische Moschee stand. Auch das Dach können Besucher besichtigen.
Catedral de Menorca
Die Kathedrale der Baleareninsel Menorca heißt Santa María de la Ciutadella. Merkmale: neogotischer Stil, klassizistische Fassade.
Das einschiffige Gotteshaus ist wie das auf Mallorca an der Stelle einer Moschee errichtet worden, mitten im Zentrum der Stadt.
Sie ist 14,5 Meter breit und und 23 Meter hoch und stammt aus dem Jahr 1287.
Kathedrale von Mondoñedo
Kampfszenen, Heilige, ein Narr mit nacktem Popo: Das sind Motive der gotischen Wandgemälde im Hauptschiff der Kathedrale von Mondoñedo. Doch kaum einer weiß davon.
Mondoñedo ist die älteste und sicher originellste Kathedrale Spaniens. Im 13. Jahrhundert zählte sie zu den sieben Bischofsitzen Galiciens.
Die Farben sind beeindruckend leuchtend weil eine Vorwand diese Wandgemälde über Jahrhunderte schützte. Was später erst auffiel, als ein Musiker seinen Geigenbogen von der Empore aus versehentlich in die Ritze fallen ließ und die Kunstwerke entdeckte.
Keine Frage: Diese gotischen Gemälde sind spanienweit einzigartig, keine andere Kathedrale hat so etwas.
Catedral de Ourense
Die Catedral de San Martiño in der galicischen Provinzhauptstadt Ourense hat einen spätgotischen Hochaltar von Cornelis de Holanda (1521) und eine Christusfigur, deren Haare angeblich nicht nur echt sind, sondern sogar nachwachsen. Gut dass in Ourense und Umgebung über 200 Friseure aktiv sind.
Wegen der Grenzstreitigkeiten mit Portugal ist sie so wehrhaft gebaut wie eine Burg. Doch die Erdbeben im Westen der Iberischen Halbinsel waren dramatischer. Viele Kirchenbauten in Portugal und Galicien sind im 16./17. Jahrhundert stark beschädigt worden.
Interessant ist das sogenannte Paradiestor (Pórtico del paraíso), ein fast haargenauer Nachbau des Pórticos de la Glora in Santiago de Compostela.
Catedral de Oviedo
1978: Diebe dringen in das Untergeschoss der Kathedrale San Salvador in Oviedo ein, schlagen die Sicherheitsgitter ein und nehmen zwei wertvolle Goldkreuze und einige Juwelen mit. Das war mit dem Diebstahl des alten Pilgerbuchs Codex Calixtinus in Santiago der spektakulärste Kathedralenraub der Geschichte des Landes.
Der Kirchenbau aus dem 14. Jahrhundert ist auch deshalb so berühmt, weil hier der erste Jakobsweg nach Santiago begann, der Camino Primitivo.
Auch hält sich hartnäckig das Gerücht, das Grabtuch Jesu befinde sich in der Kathedrale.
Der Südwestturm ist fertiggestellt worden, für einen zweiten war kein Geld mehr da. Doch Oviedos Kathedrale ist gut besucht. Auch weil er Teil eines Films von Woody Allen war namens Vicky, Christina, Barcelona.
Catedral de Palencia
Palencia hat ein bekanntes Autowerk von Renault. Die Kathedrale der Stadt mit ihren Gemälden von Greco heißt dagegen Bella Desconocida" (die schöne Unbekannte). So steht es sogar auf der Webseite des Bistums.
Was Historiker begeistert: Die Catedral verfügt über ein Archiv mit historischen Büchern der Extraklasse. Und ihre Gläubigen unterhält der Bischof mit dem Thema "Heiliger des Monats".
Zu Beginn des Jahres war es der Schutzheilige von Madrid, San Isidro
Catedral de Salamanca
Die quadratische Plaza de Anaya in Salamanca gehört zu den bekanntesten Plätzen Spaniens und genau dort liegt auch die Kathedrale Catedral Nueva, erbaut im 16. Jahrhundert. Einen Steinwurf entfernt steht die romanische Alte Kathedrale Catedral Vieja.
Die Alte Kathedrale ist Thema in vielen Kunstbüchern. Der Grund sind die 53 Gemälde der Heilsgeschichte von Nicolás Florentino, einem Italiener, der im 15. Jahrhundert im Dienst der spanischen Krone arbeitete.
Kathedrale von Santander
Die Kathedrale von Santander ist eine der wenigen Gotteshäuser Spaniens, die durch ein Feuer massiv beschädigt worden ist. Mitte Februar 1941 ging die gesamte Altstadt der kantabrischen Haupstadt in Flammen auf, weshalb sie anders als andere Städte auch in der Altstadt neue Häuser hat.
Nur die gotische Krypta der Catedral de la Asunción blieb unversehrt. Berühmt ist das Gotteshaus für seine Konzerte das ganze Jahr über.
Catedral de Santiago
Die Kathedrale von Santiago ist dem Heiligen Jakob gewidmet und Ziel von derzeit über einer halben Millionen Pilger im Jahr. Hier sollen sich die Gebeine des Apostels befinden und auch wegen dem Heiligen Jahr ist das Gotteshaus oft im Fokus der Medien.
Beachtlich ist vor allem das romanische Eingangstor Pórtico de la Gloria hinter der Hauptfassade, gestaltet von dem Bildhauer Meister Mateo.
Catedral de Santo Domingo de la Calzada
In der Kathedrale von Santo Domingo de la Calzada leben zwei Hühner. Sie werden alle paar Wochen ausgetauscht durch neue, das haben Tierschützer so durchgesetzt, denn in den Gotteshaus ist es doch recht düster.
Die Legende dazu: Einem Ortsvorsteher, der gerade zwei Brathähnchen aß, wurde angetragen, ein junger Pilger sei aufgehängt worden wegen Diebstahls, aber er würde noch leben. Darauf polterte der Ortsvorsteher: Das kann genauso wenig sein, wie meine Brathähnchen fliegen. Daraufhin wuchsen den Hähnchen Flügel und sie flogen davon.
Als Buchautor (DuMont) konnte ich es auch fast nicht glauben. Denn meine Lektorin machte aus den Hühnern Gänse. Gänse im Gotteshaus klingt vielleicht besser, stimmt aber nicht: Die brillante Autorin.
Catedral de Sigüenza

Was eine News in den Lokalzeitungen im Jahr 2025: Sigüenza empfängt im Jubiläumsjahr 3000 Gäste. Die eigentliche Nachricht dahinter lautet: Sigüenzas Kathedrale ist wahrlich nicht im Fokus des Massentourismus.
Die Santa María entstand wie so viele andere Kathedralen Spaniens unmittelbar nach der Vertreibung der Mauren. Die Sakristei gestaltete Alonso de Covarrubias im 15. Jahrhundert, der auch an der Kathedrale von Toledo mitarbeitete.
Catedral de Tarragona
Die romanisch-gotische Kathedrale Santa Tecla in Tarragona stammt aus dem 12. Jahrhundert. Sie entstand gemeinsam mit einem Kloster an der Stelle eines römischen Tempels und besteht aus drei 100 Meter langen Kirchenschiffen.
Beeindruckend ist die Orgel des Gotteshauses, die sehr oft erneuert wurde, zuletzt im Jahr 2013.
Die Heilige Tecla (Thekla) war der Überlieferung nach eine Schülerin des Apostels Paulus. Nach ihr ist auch eine Stadt in El Salvador benannt.
Catedral de Teruel
Die Kathedrale Santa María de Mediodía gehört zum Bistum Teruel und Albarracín. Sie ist geprägt von einem Stilmix aus Mudejar und Gotik, was einen einfachen Grund hat.
Im 12. Jahrhundert eroberten die Soldaten von König Alfons die Stadt, doch der Monarch dachte gar nicht daran, die maurischen Baumeister zu vertreiben.
Und so ist die Kathedrale und die gesamte Altstadt der Metropole in der Region Aragón ein Musterbeispiel für maurisch-christliche Baukunst. Seit 1986 steht die Kirche entsprechend unter dem Schutz der UNESCO.
Catedral de Toledo
Die Kathedrale Santa María in Toledo gehört einem Bischofsitz an, der zu den mächtigsten in der Geschichte Spaniens zählt. Auch deshalb, weil Toledo vor Madrid die Hauptstadt des Landes war und dies auch bleiben wollte.
Der Bau des Gotteshaues begann 1226, damals unter Leitung des französischen Bauherrn Martín. Doch fertig wurde sie erst zwei Jahrhunderte später.
Beachtlich ist das Chorgestühl mit über 50 Bildern zur Belagerung Granadas durch die Katholischen Könige. Auch beherbergt die Kathedale wertvolle Bilder von Greco und Goya.
Catedral de Tui
Tui liegt am Grenzfluss zu Portugal, und ihre dreischiffige Kathedrale macht der von Santiago richtig Konkurrenz. Im 13. Jahrhundert haben die Steinmetze an der Westfassade gotische Figuren von Aposteln, Königen, Propheten und Königen geformt. Maria ist im Kindbett zu sehen, Herodes im oberen Bogenfeld und noch darüber die Silhuette von Jerusalem aus Granit.
Weil die Stadt am immer beliebteren Portugiesischen Jakobsweg liegt, ist ihre Kathedrale inzwischen ziemlich bekannt.
Catedral de Valladolid
Die Asunción-Kathedrale von Valladolid ist ein Kuriosum unter den Gotteshäusern Spaniens. Im 17. Jahrhundert war die kastilische Stadt Hauptstadt Spaniens. Berühmte Baumeister, darunter Juan de Herrera, arbeiteten an dem Projekt. Doch dann wurde Madrid Hauptstadt und die Kathedrale von Valladolid bekam den Spitznamen "Die Unvollendete".
Ergebnis: Nur ein Turm wurde fertig gebaut, für den anderen reichte das Geld nicht aus.
Catedral de Vitoria
Vor der Kathedrale von Vitoria steht eine Statue des berühmten Autors Ken Follett. Clevere PR-Strategen der baskischen Hauptstadt haben ihn eingeladen, damit er die Statue einweiht. Was er aucht tat. Und seither geht das Gerücht um, Follett habe sich bei der Recherche für sein Buch Die Säulen der Erde von der Kathedrale Santa María inspirieren lassen.
Das ist kaum möglich, denn die Kathedrale von Vitoria ist statisch gesehen die größte Fehleinschätzung der Baumeister aller Zeiten.
Ab dem 13. Jahrhundert haben sie die gotische Kirche auf leicht abschüssigen Grund errichtet, und zwar himmelstürmend mit allerlei Spitzbögen. Das Ergebnis: Risse in den Wänden, Stahlseile als Stabilisator, und im Fundament knallhartes Granit aus der Extremadura.
Noch bis vor kurzem durfte man die Kathedrale deshalb nur mit Bauhelm besichtigen. Inzwischen ist aber alles wieder stabil.
Catedrales de Zaragoza
Wie Lleida hat auch Zaragoza, die Hauptstadt der Region Aragón, zwei Kathedralen. Im Bild zu sehen ist die Basílica El Pilar, benannt nach der Schutzheiligen der Stadt mit ihren markant schlanken Türmen.
Beachtlich ist für Kunstfans auch der spätgotische Alabaster-Hochaltar von Damián Forment.
La Seo ist die zweite Kathedrale der Stadt mit einem architektonischen Stilmix aus Gotik, Renaissance und Mudéjar. Darin befindet sich das Museo de Tapices (Museum der Wandteppiche).
Die natürlichen Säulen der Erde
Es gibt die Säulen der Erde tatsächlich, nicht nur als Roman des britischen Autors Ken Follett. Hier im Bild ist der sogenannte Kathedralenstrand zu sehen, der an der Nordküste der spanischen Region Galiciens liegt, genannt Rías Altas.
Bei Ebbe sehen die Felsformationen aus Granit tatsächlich aus wie die Pfeiler einer gotischen Kathedrale.
Diese Praia as Catedrais ist so gut besucht, dass in der Haupturlaubszeit der Zutritt limitiert wird. Dafür ist der Strand frei zugänglich, während die gebauten Kathedralen Eintritt kosten.







































