Basken lauschen der Musik

3.07.2012

Getxo Jazz im Baskenland

Vom 4. bis 8. Juli steigt im baskischen Getxo zum 36. Mal das Musikfestival "Getxo Jazz". Ein kleines Musikereignis, das sowohl das Publikum als auch weltberühmte Musiker lieben.

von Marcos Fernández Vacas

In der kleinen Stadt an der baskischen Küste, etwa 12 km von Bilbao entfernt, findet das Musikfestival "Getxo-Jazz" statt. Der Ort heißt eigentlich Algorta, aber er gehört zur Gemeinde Getxo, einer Ansammlung ehemals ländlicher Dörfer. Seit 36 Jahren gibt es das Festival an meist mehreren Tagen in der Woche, täglich mit mindestens drei Konzerten und einem Musikwettbewerb für junge Jazzmusiker.



Debut mit Sting und Tete Montoliu

 

Das Festival hatte es zunächst nicht leicht. Im Gründungsjahr 1975 fand es im "Puerto Viejo" Algortas anlässlich der Feiertage von San Ignacio statt. Unterstützt hatten es damals schon die Organisatoren des renommierten Jazz-Festival von Donostia/San Sebastián. Dabei trat der noch völlig unbekannte Musiker Sting als Mitglied der Gruppe "Last Exit" auf! Aber auch der große Tete Montoliu war dabei. Die finanziellen und organisatorischen Mittel waren sehr begrenzt, wodurch im Laufe der Jahre die Festivaldauer sich ständig änderte, ebenso die Auftrittsorte. An zwei Jahren fiel das Festival sogar aus. Doch beim begeisterten Publikum findet es immer mehr Anklang.

 


Jazz vom Feinsten


1985 wird die "Aula de Cultura" de Getxo gegründet, die nun mehr Geld von der Kommune erhält. Einer professionellen Organisationsstruktur gelingt es, Jazzgrößen wie Art Blakey oder Freddie Hubbard auftreten zu lassen. Ab 1986 finden die Veranstaltungen in der Pelota-Arena von Fadura und der Plaza San Nicolás statt. Im gleichen Jahr wird auch der Musikwettbewerb eingeführt, der vor allem einheimischen Jazzmusikern eine willkommene Plattform bietet. Dieser Wettbewerb wird stets erweitert und im  Jahr 1989 als EUROPAR JAZZALDIA ins Festivalprogramm integriert. "Getxo Jazz"  wird nun zu einer europaweiten Veranstaltung. Immer mehr berühmte Musiker treten hier auf: Jan Garbarek, Stephane Grapelli, Didier Lockwood, John McLaughlin und auch Joe Zawinul.

 


Am 6. Juli kommt Wayne Shorter


Mittlerweile treten während der Jazztage in Getxo rund 50 Gruppen auf. Das Festival ist so beliebt, dass nun auch die Spitzenkünstler aus den USA gerne hier auftreten. Beim 25-jährigen Jubiläum im Jahr 2001 ist es Brandford Marsalis, aber danach auch Musiker wie etwa Michel Camilo, Chucho Valdés, Dee Dee Bridgewater und die legendären Manhattan Transfer. Die Hauptacts finden nun immer auf dem Plaza Biotz Alai statt. Die Bahnstation Algortas ist ebenfalls ein Aufführungsort. In Bars und Clubs hat sich eine angesagte Jam-Session-Kultur gefestigt. Das Festival will nun zwei wichtige Anliegen verbinden: Ein Ort für Konzerte von Spitzenmusikern und für aufstrebende junge Künstler sein. Dieses Versprechen wird gehalten, denn es tritt dieses Jahr ein weiterer großer Name auf: Am 6. Juli gibt sich Wayne Shorter die Ehre.

Foto oben: Tobias Büscher

 

Weitere Informationen: Gemeinde Getxo