Spanien zerlegt Saudi-Arabien in 25 Minuten

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Der Europameister brauchte nach dem blassen Auftakt gegen Kap Verde eine Reaktion. Er lieferte sie sofort: Spanien gewann sein zweites Gruppenspiel gegen Saudi-Arabien souverän mit 4:0 (3:0). Nach einer halben Stunde war die Partie entschieden, danach schaltete La Roja in den Verwaltungsmodus.

von Alexander Gresbek (Text und Illustration)

Yamal eröffnet, Oyarzabal vollendet: Das 0:0 gegen Kap Verde hatte in Spanien für Kritik gesorgt. Trainer Luis de la Fuente versprach Besserung. Im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta, vor 68.239 Zuschauern, löste seine Mannschaft dieses Versprechen ein.

Die Antwort kam schnell: Lamine Yamal brachte Spanien bereits in der elften Minute in Führung. Der 18-Jährige erzielte damit sein erstes WM-Tor. Wer gehofft hatte, Saudi-Arabien könnte sich fangen, sah sich getäuscht. Mikel Oyarzabal, nach dem Auftaktspiel noch gescholten, schnürte innerhalb von drei Minuten einen Doppelpack (21./24.).

Beim zweiten Treffer kombinierte Spanien über Porro, Cucurella und Olmo so locker durch den saudischen Strafraum, als wäre es eine Trainingseinheit. Oyarzabal verpasste kurz darauf per Lattentreffer sogar den Hattrick (36.).

Saudis ohne Zugriff, Spanien ohne Ehrgeiz

Den Saudis blieb beim spanischen Kurzpassspiel kaum ein Ballkontakt. Ihr einziges Mittel waren lange Pässe auf Sturmspitze Firas Al-Buraikan, der sich aber kein einziges Mal durchsetzen konnte. Insgesamt kamen die Spanier auf 17 Torschüsse, Saudi-Arabien auf zwei, von denen keiner das Tor fand.

De la Fuente konnte sich den Luxus erlauben, beide Torschützen bereits zur Halbzeit zu schonen. Die Wechsel zeigten: Der Blick ging schon Richtung letztes Gruppenspiel gegen Uruguay.

Eigentor besiegelt das Ergebnis

Vier Minuten nach Wiederbeginn war die letzte Hoffnung der Saudis dahin. Marc Cucurella kam nach einer Ecke frei zum Abschluss, Keeper Al-Owais parierte zwar stark, doch der Abpraller landete unglücklich an Hassan Al-Tambakti: Eigentor zum 4:0. In der Nachspielzeit wurde ein Treffer von Ferran Torres nach VAR-Eingriff wegen knapper Abseitsstellung aberkannt.

Al-Owais war mit Abstand der beste Spieler auf saudischer Seite und verhinderte eine noch deutlichere Niederlage. Nach der Pause gewannen die Saudis zwar über 70 Prozent der Zweikämpfe, doch das lag weniger an eigener Stärke als am spanischen Leerlauf.

Blick auf den letzten Spieltag

Mit vier Punkten sind die Spanier auf Kurs zum Gruppensieg in Gruppe H. Am Samstag trifft das Team in Zapopan (Mexiko) auf Uruguay. Saudi-Arabien spielt zeitgleich in Houston gegen Kap Verde.

Für Spanien war dieser Abend genau das, was die Mannschaft brauchte: eine klare Leistung in der ersten halben Stunde, kluge Kräfteeinteilung danach. Ob das gegen Uruguay reicht, steht auf einem anderen Blatt.

Quellen: FIFA.com, Sportschau.de, ZDF heute, Eurosport.de, Kicker.de

Der Autor

Als Kenner der Costa Blanca lebt Alexander Gresbek seit vielen Jahren in der spanischen Region am Mittelmeer. Der Journalist und Buchautor befasst sich mit spanischer Kultur, Politik, Umwelt und Traditionen. Zu seinem aktuellen Titel Die Costa Blanca Für Kluge Köpfe (erhältlich bei amazon) hier die Buchrezension.

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