Spanien im WM-Finale 2026: 2:0 gegen Frankreich

Spanien steht erstmals seit dem Titelgewinn 2010 wieder in einem WM-Endspiel. Im Halbfinale gegen Frankreich gewann die Auswahl von Luis de la Fuente mit 2:0. Am Sonntag spielt der amtierende Europameister in New Jersey um den Weltmeistertitel.

von Alexander Gresbek (Text und Illustrationen)

Am späten Dienstagabend deutscher Zeit stand der erste Finalist der Weltmeisterschaft fest. Spanien schlug Frankreich im AT&T Stadium im texanischen Arlington mit 2:0 und zieht ins Endspiel ein. Für alle, die mit Fußball sonst wenig anfangen: Das ist erst das zweite WM-Finale in der Geschichte des Landes. Das erste, 2010 in Südafrika, endete mit dem bislang einzigen Titel. Sechzehn Jahre später hat Spanien erneut die Chance auf den Pokal, und wieder geht die Mannschaft als amtierender Europameister ins Finale.

Die erste Halbzeit gehörte den Spaniern. Sie ließen den Ball durch die eigenen Reihen laufen, warteten geduldig auf Lücken und bestimmten das Tempo. Frankreich lauerte auf schnelle Vorstöße über die Außen, kam damit aber selten durch. Nach gut zwanzig Minuten kippte die Partie.

Oyarzabal verwandelt den frühen Elfmeter

In der 22. Minute flankte Marc Cucurella von links in den Strafraum, wo der 18-jährige Lamine Yamal den Ball verarbeiten wollte. Frankreichs Linksverteidiger Lucas Digne kam zu spät und traf den Spanier am Oberschenkel. Der Schiedsrichter zeigte auf den Punkt. Mikel Oyarzabal trat an und verwandelte sicher, halbhoch in die rechte Ecke. Torhüter Mike Maignan war ohne Chance. Von nun an lief Frankreich einem Rückstand hinterher.

Der frühe Elfmeter veränderte das Spiel. Spanien musste keine Risiken eingehen und konnte sich auf das verlassen, was diese Mannschaft im gesamten Turnier stark gemacht hat: eine geschlossene Defensive und die Ruhe am Ball.

Porro entscheidet die Partie

Nach der Pause erhöhte Frankreich den Druck, ohne zu zwingenden Chancen zu kommen. Stattdessen schlug erneut Spanien zu. In der 58. Minute kombinierte sich Pedro Porro am rechten Strafraumrand per Doppelpass mit Dani Olmo frei und schloss vor Maignan trocken ab. 2:0, sein zweiter Treffer bei diesem Turnier. Die französische Abwehr wirkte in dieser Szene einen Schritt zu langsam.

Hinten hielt Unai Simón, was zu halten war. Der Torhüter kam mehrfach entschlossen aus seinem Tor, klärte gegen den durchstartenden Mbappé und ließ keinen Gegentreffer zu. Zum dritten Mal in diesem Turnier blieb Spanien ohne Gegentor.

Frankreichs Starensemble bleibt stumm

Auf dem Papier hatte Frankreich das gefährlichere Personal. Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé, Michael Olise: ein Angriff, der bei dieser WM reihenweise Gegner überrollt hatte. Gegen Spanien blieb davon wenig übrig. Mbappé prüfte Simón einmal aus spitzem Winkel und zog kurz darauf knapp am Tor vorbei. Ein Freistoß kurz vor Schluss blieb harmlos. Mehr kam nicht.

Auch personell lief es für Didier Deschamps nicht rund. Schon nach gut einer halben Stunde musste Innenverteidiger William Saliba verletzt vom Feld, Maxence Lacroix kam. Zur Pause nahm der Trainer den verwarnten Adrien Rabiot herunter. 

Die Statistik zeichnet ein schiefes Bild: Frankreich kam auf 14 Torschüsse und sieben Ecken, brachte davon aber nur wenige wirklich gefährlich auf das spanische Tor. Spanien schoss seltener, traf dafür zweimal. 

Genau diese Kaltschnäuzigkeit hatte der Mannschaft im Viertelfinale gegen Belgien noch phasenweise gefehlt. Gegen Frankreich stimmte sie. Damit verpasst Frankreich das dritte WM-Finale in Folge nach 2018 und 2022.

Deschamps nimmt seinen Abschied

Für Deschamps war es eines der letzten Spiele als französischer Nationaltrainer. Der Weltmeister von 1998 und Trainer-Weltmeister von 2018 hatte seinen Rückzug nach dem Turnier bereits angekündigt. Statt eines dritten Endspiels bleibt ihm zum Abschied das Spiel um Platz drei. Bitter für einen Trainer, der Frankreich über Jahre an der Weltspitze gehalten hat.

Auf der anderen Seite steht Luis de la Fuente, der bei Spanien vieles richtig gemacht hat. Er vertraute derselben Startelf, die schon Belgien geschlagen hatte, und wurde belohnt. Spanien wirkte über die gesamte Spielzeit abgeklärter als der favorisierte Gegner. 

Die junge Generation um Lamine Yamal und Nico Williams prägt diese Mannschaft, ergänzt durch erfahrene Kräfte wie Rodri und Oyarzabal.

Das Finale wartet am Sonntag

Das Endspiel steigt am Sonntag, den 19. Juli 2026, im MetLife Stadium in East Rutherford, New Jersey, unweit von New York. Der Gegner stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest. 

Er kommt aus dem zweiten Halbfinale zwischen England und dem Titelverteidiger Argentinien, das am Mittwochabend ausgetragen wird. Beide wären ein starker Gegner, Argentinien schon deshalb, weil es den Pokal aus Katar verteidigt.

Für Reisende und Auswanderer in Spanien lohnt der Blick in den Kalender. Das Finale beginnt zur besten spanischen Abendzeit, Bars und Plätze dürften voll werden. Gewinnt Spanien, versammeln sich die Fans traditionell an der Plaza de Cibeles in Madrid, wo die Nationalmannschaft ihre Titel feiert. Bis dahin bleibt ein Land, das auf seinen zweiten WM-Titel hofft.

Der Autor

Als Kenner der Costa Blanca lebt Alexander Gresbek seit vielen Jahren in der spanischen Region am Mittelmeer. Der Journalist und Buchautor befasst sich mit spanischer Kultur, Politik, Umwelt und Traditionen. Zu seinem aktuellen Titel Die Costa Blanca Für Kluge Köpfe (erhältlich bei amazon) hier die Buchrezension.

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