Spanien nach Sieg über Österreich im WM-Achtelfinale

Spanien zieht mit einem ungefährdeten 3:0 gegen Österreich ins WM-Achtelfinale ein. Mikel Oyarzabal erzielt beim Sechzehntelfinale im Los Angeles Stadium einen Doppelpack, Pedro Porro trifft per Kopf. Im nächsten Spiel wartet Cristiano Ronaldos Portugal.

von Alexander Gresbek (Text und Illustration)

Spanien hat im Sechzehntelfinale der Weltmeisterschaft 2026 gegen Österreich keine Zweifel aufkommen lassen und gewann am Donnerstagabend mit 3:0 (1:0). Vor 70.492 Zuschauern im Los Angeles Stadium in Inglewood trafen Mikel Oyarzabal zweimal und Pedro Porro per Kopfball. 

Für den amtierenden Europameister ist es der erste K.-o.-Sieg bei einer Weltmeisterschaft seit dem Finale 2010, für Österreich endet die erste WM-Teilnahme seit 1998 bereits in der Runde der letzten 32.

Zwischen beiden Mannschaften hatte es zuvor erst eine WM-Begegnung gegeben: 1978 gewann Österreich in der Gruppenphase mit 2:1. In der Gesamtbilanz aller Duelle liegt Spanien mit 9 Siegen aus 16 Spielen deutlich vorn.

Zuletzt trafen beide Teams im November 2009 in einem Freundschaftsspiel in Wien aufeinander, das die Spanier mit 5:1 gewannen.

Die Wege ins Sechzehntelfinale hätten unterschiedlicher kaum sein können. Spanien zog als Gruppensieger ein, nach einem torlosen Auftakt gegen Kap Verde und Siegen gegen Saudi-Arabien (4:0) und Uruguay (1:0), ohne ein einziges Gegentor in der Vorrunde.

Österreichs Weg war holpriger: Auf einen 3:1-Erfolg gegen Jordanien folgte eine 0:2-Niederlage gegen Argentinien, ehe ein spätes Tor von Kalajdžić beim 3:3 gegen Algerien den Sprung in die K.-o.-Runde sicherte.

Gespielt wurde im SoFi Stadium, dem jüngsten der 16 Austragungsorte dieser WM. Das 2020 eröffnete Stadion liegt keine halbe Stunde vom Rose Bowl in Pasadena entfernt, wo 1994 das WM-Finale ausgetragen wurde, und war 2022 bereits Schauplatz des Super Bowl LVI.

Cucurella treibt Spaniens Angriff an

Spanien übernahm von Beginn an die Kontrolle und ließ dem Gegner kaum Verschnaufpausen. In der 29. Minute glaubte Marc Cucurella nach einem Eckball bereits getroffen zu haben, doch Schiedsrichter Glenn Nyberg erkannte ein Foul an Österreichs Torhüter Alexander Schlager und nahm das Tor nach Video-Überprüfung zurück.

Kurz darauf parierte Schlager gleich zweimal gegen Lamine Yamal und Oyarzabal, ehe der Widerstand brach.

Oyarzabal trifft kurz vor der Pause

In der 36. Minute spielte Cucurella im Zentrum flach zu Oyarzabal, der aus der Drehung präzise ins rechte untere Eck abschloss. Es war sein dritter Turniertreffer. 

Bis zur Pause blieb Spanien tonangebend, ein Freistoß von Alex Baena klatschte kurz vor dem Pausenpfiff an die Latte, Schlager rettete danach mit den Fingerspitzen gegen Oyarzabal. Mit der knappen Führung ging es in die Kabinen.

Österreichs beste Chance bleibt ungenutzt

Nach der Pause brachte ÖFB-Teamchef Ralf Rangnick mit Marko Arnautović und Sasa Kalajdžić frische Offensivkräfte. Für Arnautović war es mit seinem 137. Länderspiel der letzte Auftritt im Nationaltrikot. Kalajdžić köpfte in der 61. Minute knapp am Tor vorbei, es blieb die gefährlichste Szene der Österreicher an diesem Abend.

Am Ende stehen für die Mannschaft von Rangnick nur fünf Torschüsse zu Buche, keiner davon aufs Tor, bei 35 Prozent Ballbesitz. Spanien kam auf 22 Abschlüsse, zehn davon aufs Tor, und auf neun Ecken gegen keine einzige der Österreicher.

Porro erhöht per Kopfball auf 2:0

Das 2:0 fiel in der 66. Minute nach einem Angriff über die linke Seite: Dani Olmo scheiterte aus 20 Metern zunächst am Block, Cucurella und Baena hielten den Ball im Strafraum, ehe Baenas Flanke den völlig freien Pedro Porro fand. Der Rechtsverteidiger, der für dieses Spiel neu in die Startelf gerückt war, köpfte aus acht Metern unbedrängt ein.

Oyarzabals Doppelpack besiegelt den Sieg

Österreich versuchte es in der Schlussphase mit Distanzschüssen von Chukwuemeka und Stefan Posch, beide verfehlten das Tor deutlich. In der 85. Minute rettete David Alaba noch auf der Linie gegen Yamal, vier Minuten später war er machtlos: Cucurella bediente erneut Oyarzabal, der seinen zweiten Treffer des Abends zum 3:0-Endstand erzielte. 

Cucurella war damit an allen drei Toren direkt beteiligt, zweimal als Assistgeber und einmal in der Entstehung des zweiten Treffers.

Mit dem 19 Jahre alten Pau Cubarsi und dem 18-jährigen Lamine Yamal standen erstmals seit 1958 wieder zwei Teenager gemeinsam in einem WM-K.-o.-Spiel auf dem Platz. Damals waren es Pelé und Altafini im WM-Viertelfinale gegen Wales. Spanien blieb mit dem 3:0 im vierten Turnierspiel in Folge ohne Gegentor.

Spanien trifft im Achtelfinale auf Portugal

Am Montag, 6. Juli, um 21 Uhr MESZ trifft Spanien im AT&T Stadium in Arlington bei Dallas auf Portugal. Ein iberisches K.-o.-Duell bei einer WM gab es zuletzt 2010, als Spanien Portugal im Achtelfinale 1:0 besiegte und anschließend den Titel holte.

Portugal bringt den 41-jährigen Cristiano Ronaldo mit, der gegen Kroatien per Elfmeter sein erstes WM-K.-o.-Tor erzielte. Dagegen steht die beste Defensive des Turniers: vier Spiele, null Gegentore, und eine spanische Mannschaft, die mit jedem Auftritt bei dieser WM stärker geworden ist.

Quellen: FIFA.com, kicker.de, ZDFheute, sportschau.de, nachrichten.at, Blick.ch, 20 Minuten.

Der Autor

Als Kenner der Costa Blanca lebt Alexander Gresbek seit vielen Jahren in der spanischen Region am Mittelmeer. Der Journalist und Buchautor befasst sich mit spanischer Kultur, Politik, Umwelt und Traditionen. Zu seinem aktuellen Titel Die Costa Blanca Für Kluge Köpfe (erhältlich bei amazon) hier die Buchrezension.

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