
San Vicente de la Barquera in Kantabrien
Anreise, Highlights und Praxistipps zum spanischen Ferienort
San Vicente de la Barquera ist ein malerischer Fischer- und Küstenort im Westen Kantabriens in Nordspanien. Die Gemeinde liegt zwischen Meeresarmen, Stränden, grünen Hügeln und dem Naturpark Oyambre; bei klarer Sicht bilden die Picos de Europa eine eindrucksvolle Kulisse.
von Tobias Büscher (Text und Fotos)
Bei unserem letzten Besuch ist uns vor allem die Fischertradition aufgefallen. Der Ort verbindet nicht nur mittelalterliches Erbe, maritimes Leben, Pilgertradition und eine ausgezeichnete Küche mit Fisch und Meeresfrüchten. Am Hafen im Kulturzentrum ist beispielsweise ein Schiffsmodell ausgestellt, durch das sichtbar wird: das kleine Fischerboot auf dem Wasser hat ein gigantisches Netz im Wasser (siehe Foto).
Info des Rathauses von San Vicente zum Naturpark Oyambre
Anreise mit Flugzeug, Auto, Bus und Bahn
Mit dem Auto erreicht man San Vicente de la Barquera am bequemsten über die kantabrische Küstenautobahn A-8. Von Santander sind knapp 60, von Bilbao 160 Kilometer und von Oviedo rund 130 Kilometer.
Wer aus Deutschland anreist, fliegt am einfachsten nach Bilbao oder Santander und fährt dann mit Mietwagen, Bus oder Bahn weiter.Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist: Hier unsere Infos im Praxis-Guide Spanien mit dem Wohnmobil
Der Bahnhof liegt etwas außerhalb des Ortszentrums und ist Teil der regionalen Bahnverbindungen entlang der Nordküste. Busverbindungen bestehen unter anderem in Richtung Santander, Comillas, Llanes und Oviedo. Vor Ort lassen sich Altstadt, Hafen und Strände gut zu Fuß erkunden; für Ausflüge in den Naturpark Oyambre oder zu den Picos de Europa ist ein Auto besonders praktisch.
Informationsamt: Die offizielle touristische Website der Gemeinde ist sanvicentedelabarquera.es. Für das Castillo del Rey wird als Kontakt unter anderem turismo@sanvicentedelabarquera.es und die Telefonnummer +34 942 710 797 genannt. Adresse des Castillo del Rey: Avenida de Antonio Garelly, 1, 39540 San Vicente de la Barquera.
Sehenswertes in San Vicente de Barqueira
• Castillo del Rey: Die mittelalterliche Burg dominiert den historischen Ortskern und bietet einen schönen Blick über Hafen, Ría, Altstadt und Küste.
• Iglesia de Santa María de los Ángeles: Die gotische Kirche wurde zwischen dem 13. und 16. Jahrhundert errichtet und zählt zu den wichtigsten historischen Bauwerken der Stadt.
• Puebla Vieja: Der alte Ortskern mit Stadtmauerresten, engen Gassen und historischen Gebäuden wurde wegen seines Ensembles als Kulturgut geschützt.
• Puente de la Maza: Die lange Steinbrücke mit ihren vielen Bögen ist eines der bekanntesten Wahrzeichen des Ortes.
• Hafen und Ría-Bucht: Fischerboote, farbige Häuserfronten und die geschützten Wasserarme prägen das maritime Bild San Vicentes.
Eintrittspreise: Für das Castillo del Rey werden häufig etwa 2 € für Erwachsene und etwa 1 € für Minderjährige genannt; Öffnungszeiten und Preise können saisonal wechseln und sollten vor dem Besuch geprüft werden. Die Kirche Santa María de los Ángeles ist in der Regel eher als historisch-religiöse Sehenswürdigkeit einzuplanen; ob Eintritt, Spende oder eingeschränkte Besichtigung gilt, sollte aktuell beim Informationsamt erfragt werden.
Highlights in und um San Vicente
• Strände: Merón, El Tostadero, Gerra, El Rosal und Oyambre bieten breite Sandflächen, Atlantikwellen und viel Raum für Spaziergänge, Baden und Surfen.
• Naturpark Oyambre: Der geschützte Naturraum vereint Dünen, Marschland, Rías, Wiesen, Wälder und Klippen und eignet sich hervorragend für Wanderungen und Vogelbeobachtung.
• Blick auf die Picos de Europa: Bei gutem Wetter entsteht die klassische Postkartenansicht: historische Stadt, Hafen, Wasser und dahinter die Berge.
• Camino del Norte: San Vicente de la Barquera liegt am nördlichen Jakobsweg und ist für viele Pilger ein stimmungsvoller Zwischenstopp.
• Sonnenuntergänge: Besonders schön sind die Abendstimmungen an der Ría, am Hafen und an den Stränden Richtung Oyambre.
Anwohner und lokales Leben
Das Leben der Einwohner ist traditionell stark vom Meer geprägt. Fischerei, Hafen, Gastronomie und Tourismus spielen bis heute eine zentrale Rolle. In der Hochsaison wirkt der Ort lebhaft und international, außerhalb der Ferienzeit zeigt er sich ruhiger und stärker als kantabrische Kleinstadt mit lokalen Märkten, Hafenalltag und nachbarschaftlichem Leben.
Geschichte
Die Gegend war bereits in römischer Zeit von Bedeutung, doch ihre Blüte erlebte San Vicente de la Barquera im Mittelalter. Nach der Verleihung von Stadtrechten durch König Alfons VIII. entwickelte sich der Ort zu einem wichtigen Hafen der kantabrischen Küste.
Gemeinsam mit anderen nordspanischen Hafenstädten war San Vicente in Handel, Fischfang und Seefahrt eingebunden. Die Lage am Camino del Norte machte den Ort außerdem zu einem wichtigen Durchgangspunkt für Pilger.
Die erhaltenen Bauwerke wie Burg, Kirche, Brücken und Reste der Stadtmauer erinnern an diese mittelalterliche Bedeutung. Gleichzeitig blieb der Ort immer eng mit dem Meer verbunden: Fischerei, Handel und später Tourismus prägten seine Entwicklung bis in die Gegenwart.
Tradition
Die Traditionen San Vicentes sind maritim, religiös und volksfestlich geprägt. Besonders bekannt ist die Fiesta de La Folía, bei der die Schutzpatronin Virgen de la Barquera in einer feierlichen Prozession mit Booten geehrt wird. Auch andere Feste verbinden Musik, Prozessionen, regionale Trachten, gemeinsames Essen und die enge Beziehung der Stadt zum Meer.
Essen und Trinken
Typisch sind frischer Fisch, Meeresfrüchte, Sardellen, Seehecht, Bonito, Tintenfisch und Muscheln. Das bekannteste Gericht ist Sorropotún, auch Marmita barquereña genannt: ein herzhafter Eintopf aus Thunfisch, Kartoffeln, Zwiebeln, Paprika und Tomate. Er gilt als kulinarisches Symbol der Stadt.
Zum Essen passen kantabrischer Apfelwein, lokale Weißweine oder ein kühles Bier. Als süßer Abschluss bieten sich regionale Desserts wie Quesada pasiega, Sobao pasiego oder Milchreis an. Besonders empfehlenswert ist ein Abendessen in Hafennähe, wenn die Boote im Wasser liegen und die Altstadt im warmen Licht erscheint.
Der Autor
Tobias Büscher ist Leiter dieses Portals und Autor von Reisebüchern mit Titeln wie Madrid (RKH) und Galicien & Jakobsweg (DuMont).
Weiterführende Themen
Humor in Spanien






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