Straße in Andorra im Winter
Andorras Shoppingmeile

Andorra la Vella

Die Hauptstadt des Fürstentums trägt den Beinamen la Vella, ›die Alte‹. Vom Bergdorf des Jahres 1940 ist heute allerdings wenig geblieben.


Mit den Orten Santa Coloma und Escaldes-Engordany ist sie inzwischen zusammengewachsen. Die 22 400 Einwohner leben in einer Stadt, deren schnell gewachsener, moderner Kern ausschließlich aus Parkhäusern und Betonklötzen zu bestehen scheint, in denen Parfumerien, Hi-Fi-Shops, Tabakläden und Boutiquen eingerichtet sind. Tagsüber staut sich auf der Avinguda Princep Benlloch der Verkehr, eine Fußgängerzone gibt es nicht, dafür tagein tagaus Hektik und atemberaubenden Benzingestank, vor allem am Wochenende.

Es war einmal Idylle: das alte Parlament

Ursprünglicher geht es im alten Ortskern zwischen der Dorfkirche Església Sant Esteve und dem Parlament zu. Eingerichtet ist dort der Regierungssitz in der Casa de la Vall, einem Bürgerhaus mit kleinen Erkern und wehrhaftem Turm aus dem 16. Jh. (Mo–Sa 9.30–13, 15–19, So 10–14 Uhr). Durch das Portal im aragonesischen Stil gehen Politiker und Juristen ein und aus, denn das hübsche Steingebäude ist Parlament und Justizpalast in einem. Im Empfangsraum mit Fresken (17.–18. Jh.), die aus der Kirche Sant Romà dels Vilars stammen, wurde noch vor 100 Jahren für die Volksvertreter gekocht, die Küchenausstattung ist original. An den Wänden hängen Zeichnungen von Eugène Burnard aus dem Jahre 1891, der die Volksvertreter mit Mantel und Dreispitz z. B. in der Küche beim Aufwärmen porträtierte. Kleine Schlafräume dienten den auswärtigen Mitgliedern im zweiten Obergeschoss als Übernachtungsquartier, wobei sich je zwei Delegierte aus derselben Gemeinde ein Doppelbett teilen mussten. Besonders sehenswert ist der Gerichtssaal mit kunstvoll geschnitzten Holzvertäfelungen.

Sieben Schlösser für die Ortsvorsteher

Im Sitzungssaal steht ein Schrank mit ungewöhnlich vielen Schlössern. Die damals sechs, heute sieben dazugehörigen Schlüssel werden von den Vertretern der Gemeinden getragen. Fehlt einer der Gemeindevorsitzenden, so kann der Dokumentenschrank nicht geöffnet werden – und die Sitzung wird vertagt.

Kleine romanische Kirchen

Sehenswerter noch als die nahe romanische Kirche Sant Esteve, die 1969 stark verändert wurde, ist 3 km südwestlich in Santa Coloma die gleichnamige Kirche mit rundem, vierstöckigem Campanile, dessen Zwillingsfenster nach oben immer größer werden. Im romanischen Innern trennt das niedrige, schieferbedeckte Kirchenschiff und die Apsis ein Tor in Form eines Hufeisenbogens, das mozarabischen Ursprungs ist. Von der eins-tigen Ausmalung blieben nur Reste erhalten. Geschäftstüchtige Antiquitätenhändler ließen die Wandmalerei ablösen, um sie zu verkaufen. Weiter talabwärts gelangt man zu der romanischen Brücke über dem Valira, der Pont de la Margineda.

 

Therme Caldea in Andorra
Caldea-Therme in Andorra

Praktische Infos zu Andorra

Infoamt Andorra
Oficina de Turismo: Dr. Vilanova s/n, Vorwahl: 376, Tel. 82 02 14, www.turisme.ad

Übernachten

Cerqueda: Mossèn Lluis Pujol 20, Tel. 82 02 35, ordentlich eingerichtet, mit Pool. 62 €.

Hostal Calones: Antic Carrer Major 8, Tel. 82 13 12, So geschl. Einfache andorranische Gerichte aus Kohl und Huhn in einem der ältesten Restaurants der Stadt. Die Besitzerin hat ein kleines Buch über ihre Rezepte veröffentlicht: »La cuina de casa meva« (Die Rezepte meines Hauses). Menü um 15 €.


Shoppen in Andorra

Wegen der starken Nachfrage sind die großen Läden tgl. geöffnet. Ausnahmen sind: 1. Jan., 14. März, 8. Sept. und 25. Dez. In der Hauptstadt und in Escaldes gibt es zahlreiche Parfumerien, Tabak- und Elektroläden. Ein beliebtes Souvenir sind Briefmarken aus Andorra. Internationale Produkte gibt es in Hülle und Fülle, andorranische Spezialitäten so gut wie gar nicht.

Feste in Andorra la Vella

Am ersten Wochenende im Aug.: Fiesta Mayor mit sardana-Tanz, Musik, Theater und Sport im Stadtkern, am 3. Aug. in Santa Coloma südli. der Hauptstadt.
Mitte Juli: Jazz-Festival in Andorra la Vella und Escaldes-Engordany.
27. Okt.: Feria de Andorra, Jahrmarkt.

 

Verkehr

Busse: tgl. bis zu fünfmal nach La Seu d’Urgell und einmal nach Ax-les-Thermes. Die Inlandverbindungen sind gut. Ganz- oder halbtägige Bustouren zu den Sehenswürdigkeiten Andorras veranstaltet NADAL, Avda Tarragona 44, Andorra la Vella, Tel. 80 51 51.



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