Carnota in Galicien: Sehenswertes, Strände und Ausflugsziele

Carnota (3700 Ew,) liegt an der Westküste Galiciens in der Provinz A Coruña und gehört zur rauen, landschaftlich eindrucksvollen Costa da Morte.
Der Ort 65 Kilometer westlich von Santiago de Compostela auf dem Weg nach Finisterre verbindet lange Atlantikstrände, traditionelle galicische Architektur, Fischerdörfer, Wanderberge und stille Naturreservate. 

von Tobias Büscher (Text und Fotos)

Besonders bekannt ist Carnota für seine kilometerlange Praia de Carnota, den extrem langen Maisspeicher (hórreo) und den sagenumwobenen kleinen Berg. Und in der Umgebung gibt es Wanderfalken, Regenpfeifer und die ganze lokale Vogelwelt.

1. Sehenswürdigkeiten in Carnota

Hórreo de Carnota: Der 1768 errichtete barocke Kornspeicher ist etwa 34 Meter lang, ruht auf 22 Paar steinernen Füßen und zählt zu den bekanntesten Hórreos Galiciens. Zusammen mit Kirche, Pfarrhaus und Taubenschlag bildet er ein eindrucksvolles Ensemble.

Praia de Carnota und Marismas de Caldebarcos: Der Strand ist rund 7 Kilometer lang, bei Ebbe außergewöhnlich breit und von Dünen, Lagunen und Feuchtgebieten geprägt. Das Gebiet eignet sich gut zum Spazierengehen und zur Vogelbeobachtung.

Monte Pindo: Der 627 Meter hohe Granitberg wird oft als „keltischer Olymp“ bezeichnet. Seine Felsformationen erinnern an Figuren, Tiere und Burgen; vom Gipfel A Moa reicht der Blick weit über die Küste.

A Boca do Río: Im mittleren Bereich der Praia de Carnota bildet der Fluss Vadebois natürliche Becken und eine reizvolle Mischung aus Süßwasser, Felsen und Strandlandschaft.

Hórreo de Lira: In Lira steht ein galicischer Maisspeicher (hórreo), der zusammen mit Hafen und Fischerdorf eine schöne Ergänzung zum Ortszentrum von Carnota ist. Kurios daran: Er ist nicht wie normal drei Meter lang sondern 35 Meter und steht auf 22 Stelzen.

Petroglyphen und Castros: Rund um Carnota finden sich prähistorische Felszeichnungen und Reste alter befestigter Siedlungen, etwa in Mallou und Lira.

2. Die schönsten Strände

Praia de Carnota: Der Hauptstrand ist ideal für lange Spaziergänge, Naturbeobachtung und ruhige Badetage. Wegen Strömungen und Atlantikwellen sollte man beim Baden umsichtig sein.

Boca do Río: Besonders reizvoll durch natürliche Wasserbecken, Felsen und flache Bereiche; beliebt bei Familien und Fotografen.

Praia de Lariño: Südlich von Carnota gelegen, mit weitem Sand, Atlantikblick und dem Faro de Punta Lariño als markantem Fotomotiv.

Caldebarcos: Ein ruhiger Küstenabschnitt mit Blick auf den Monte Pindo und Zugang zu den Feuchtgebieten.

Quilmas und O Pindo: Kleinere Strand- und Badebereiche nahe dem gleichnamigen Ort, gut kombinierbar mit einer Wanderung am Monte Pindo.

3. Keramik und „Nacho“

Nacho Porto ist der wohl berühmteste Anwohner in Carnota. In Comida wenige Kilometer oberhalb von Carnota stellt er aus Ton farbenfrohe Fabelwesen genauso her wie Handyhalter und Weinkrüge. So gut und kurios ist seine Handwerkskunst, dass sein kultiger Laden auch im DuMont-Reiseführer Galicien & Jakobsweg aufgeführt ist: nachoporto.com, geöffnet im Sommer tgl. 10-14, 16-20 Uhr.

4. Berühmte Persönlichkeiten und lokale Geschichte

Carnota ist weniger durch international berühmte Einzelpersonen bekannt als durch seine kollektive Ortsgeschichte, seine Seefahrertradition und seine besondere Kulturlandschaft. Prägend sind die Fischerfamilien, Handwerker, Bewohner der Dörfer Lira, O Pindo, Caldebarcos und Carnota sowie die Menschen, die bei Seenotfällen an der Costa da Morte Hilfe leisteten. 

In der weiteren Region Galicien begegnet man bekannten Namen wie Rosalía de Castro, Emilia Pardo Bazán oder Ramón María del Valle-Inclán, die für galicische Literatur und Kultur stehen.

5. Ausflugsziele rund um Carnota

Ézaro-Wasserfall: Der Fluss Xallas stürzt nahe Ézaro eindrucksvoll 80 Meter Richtung Meer. Der Aussichtspunkt und die Promenade sind ein beliebtes Ziel.

Muros: Historischer Küstenort mit Hafen, Arkaden, Altstadtgassen und guter Gastronomie.

Fisterra / Cabo Fisterra: Das „Ende der Welt“ ist eines der bekanntesten Ziele der Costa da Morte und ein stimmungsvoller Ort für Sonnenuntergänge. Dort beenden viele Jakobsweg-Pilger ihre Reise. Nicht zu verwechseln mit dem galicischen Aquarium Finisterrae.

Muxía: Wallfahrtsort am Meer mit dem berühmten Santuario da Virxe da Barca und dramatischen Felsenlandschaften.

Lira: Fischerdorf mit Hafen, Hórreo, Meeresschutzgebiet und authentischem Küstencharakter.

Santiago de Compostela: Als Tagesausflug erreichbar; die Altstadt und die Kathedrale zählen zu den großen Kulturzielen Nordspaniens. 2027 ist dort wieder ein Heiliges Jahr, weil der 25. Juli als Tag des Apostels auf einen Sonntag fällt.

6. Praktische Reisetipps

Beste Reisezeit: Frühling bis Herbst; im Sommer ist es lebhafter, im Frühjahr und Herbst ruhiger und ideal zum Wandern.

Mobilität: Ein Auto ist empfehlenswert, da viele Strände, Dörfer und Aussichtspunkte verstreut liegen.

Wetter: Galicien ist grün, weil es wechselhaft sein kann. Wind- und Regenschutz gehören ins Gepäck.

Wandern: Für den Monte Pindo feste Schuhe, Wasser und ausreichend Zeit einplanen; bei Nebel oder Regen vorsichtig sein.

Essen: Empfehlenswert sind Fisch, Meeresfrüchte, Pulpo, Empanada, Pimientos de Padrón und galicischer Weißwein.

Übernachten: Casa de Santa Uxia, traumhaft gelegen mit Blick auf den Atlantik und direktem Zugang zum Stausee von Xallas.

Eure Meinung

Kommentare und Antworten

×

Name ist erforderlich!

Geben Sie einen gültigen Namen ein

Gültige E-Mail ist erforderlich!

Geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein

Kommentar ist erforderlich!

* Diese Felder sind erforderlich.

Seien Sie der Erste, der kommentiert