Labraza im Baskenland

Labraza ist ein Dorf in der baskischen Gemeinde Oyón in der Provinz Álava. Erst war die örtliche Burg ein echtes Bollwerk im Krieg, dann hat sie ein Film berühmter gemacht und heute liefert der dortige Windpark jede Menge Strom.

von Tobias Büscher

Dieser Teil des Weingebiets La Rioja hat nicht nur einige berühmte Bodegas (Faustino, Marquéz de Vitoria), sondern auch viel Charme. Wochenendbesucher aus dem Baskenland kommen genauso wie berühmte Schauspieler. Hier entstand auch Das Geheimnis des Goldschmids (El secreto del orfebre) mit Mario Casas in der Hauptrolle.

Eine Hochphase erlebte der Ort ab 1294 mit dem Burgherrn Rodrigo Fernández de Medrarno, der die Anlage im Namen des damaligen Königs Felipe von Navarra stark ausbaute, obwohl sie überschaubar groß blieb im Gegensatz zu heutigen nahegelegenen Metropolen wie San Sebastián und Vitoria.

Damals gab es Stress zwischen den Herrschern von Kastilien und Navarra, wozu Labraza lange gehörte. 1461 war damit Schluss. Labraza gehörte fortan zu Kastilien, wenige Jahre, bevor die Christlichen Heere die letzte Maurenbastion Granada erobert hatten (1492).

Denkmalschutz und Windkraft

Erst Navarra, dann Kastilien, heute das Baskenland. Die Regierung der Region in Nordspanien hat Labrazas Burganlage 2008 schließlich unter Schutz gestellt (Bien de interés cultural). Kurios daran: Labraza ist der kleinste befestigte Ort im ganzen Baskenland, die Stadtmauer ist nur 80 Meter lang (die Römermauer von Lugo in Galicien misst 2266 Meter). Und die Bewohner müssen durch die Tore nach draußen, wenn sie mobil telefonieren möchten. Der Empfang innerhalb der Anlage ist ziemlich mau.

Etwas anderes aber ist ganz und gar nicht mau. Hier fegt oft ein scharfer Wind, und das macht sich inzwischen auch bezahlt.

Windkraft für 30 000 Haushalte

Der spanische Energiegigant Iberdrola mit Sitz in Bilbao hat die Trutzburg gerade wieder in die Schlagzeilen gebracht: Von Sommer 2026 an drehen sich in Sichtweite zur Burg acht Windräder

Die Investition von knapp 60 Millionen Euro deckt den Verbrauch von 30.000 Haushalten. Labraza selbst hat knapp 100 Anwohner.

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