
Illa de Arousa: Vom Piratennest zum Ausflugsziel
Die Illa de Arousa (spanisch Isla de Arosa), liegt mitten in der Arousa-Bucht in der Provinz Pontevedra. Die kleine Insel gehört zu den südgalicischen Rías Baixas und war einmal ein echtes Schmugglernest.
Von Tobias Büscher
Piraten gab es auf der Insel oft. Dann kam der Handel mit Heroin und Kokain. Schließlich bekam die Arousa-Insel 1985 eine Brücke zum Festland. Und heute ist es friedlicher geworden auf der schönen Insel mit ihren hellen Sandstränden, Granitfelsen und der langen Tradition der Muschelzucht.
Ende Juli Anfang August steigt hier entsprechend die Fiesta für diese Mejillones.
Anders als die weiter südlich liegenden Cíes-Inseln steht die A Illa de Arousa nicht unter strengen Naturschutzregeln, doch wildes Campen ist nicht erlaubt.
Die Insel ist gerade einmal sieben Quadratkilometer groß und hat weniger als 5000 Einwohner, die vor allem im Norden der Insel in dem Hauptort leben, dessen Restaurants rund um den Hafen im Hochsommer viele Gäste aus Madrid bekommen, die der Gluthitze der spanischen Hauptstadt entfliehen.
Der Süden ist deutlich grüner, ruhiger und stärker von Dünen, Kiefern, Salzwiesen, Buchten und dem Naturpark Carreirón geprägt.
Die Insel liegt gegenüber der brummenden Hafenmetropole Vilanova de Arousa und dem Winzeroft Cambados. Typisch für die Ría sind die vielen Miesmuschelflöße namens Bateas. An ihren Seilen wachsen die Muscheln heran. Und früher brachten Schmuggler gerne Kokain-Säcke dort an, bis die Masche aufflog.
Highlights der Insel
• O Cantiño: Hafenbereich im Norden mit Fischerei- und Arbeitsatmosphäre.
• O Campo, Chazo und Cabodeiro: kleinere Anlegestellen und Hafenbereiche für die Anwohner.
• Cabodeiro: auch als Strandname wichtig, nahe der Brücke und daher leicht erreichbar.
Sehenswürdigkeiten auf der Arousa-Insel

• Parque Natural de Carreirón: das wichtigste Naturgebiet im Süden der Insel mit Dünen, Kiefern, kleinen Lagunen, Felsenbuchten und Vogelbeobachtung. Besonders schön sind die Wege zu den Stränden Lontreira, As Margaritas, A Lameira und Xestelas. Zu den Vögeln, die man hier sieht, gehören Grauweiher, Seeschwalben und die schwarzweißen, 40 Zentimeter langen Austernfischer.
• Faro de Punta Cabalo: der Leuchtturm im Norden ist einer der fotogensten Orte der Insel. Rund um die Felsen öffnet sich der Blick über die Ría de Arousa.
• Mirador Con do Forno / Monte do Santo: der höchste Aussichtspunkt der Insel mit weitem Blick über Arousa, die Ría, Vilanova, Cambados und die Muschelbänke.
• Praia Area da Secada: einer der bekanntesten Strände, hell, weit und beliebt für einen Badetag.
• Praia de Sualaxe: kleine Bucht nahe Punta Cabalo, besonders schön bei ruhigem Wasser.
• Igrexa de San Xulián: schlichte Inselkirche und Bezugspunkt des alten Ortskerns.
• Centro de Interpretación da Conserva: ein guter Ort, um mehr über Fischkonserven, Meereswirtschaft und lokale Tradition zu erfahren.
Die schönsten Plätze der Illa de Arousa
1. Sonnenuntergang am Faro de Punta Cabalo: Felsen, Leuchtturm, Meer und die Silhouette der Ría ergeben die klassische Arousa-Szene.
2. Rundwege im Parque Natural de Carreirón: ideal für alle, die kurze Wanderungen mit Baden verbinden möchten.
3. Area da Secada: ein Strand für Familien, Spaziergänge und lange Sommertage.
4. Mirador Con do Forno: der beste Platz, um die Form und Lage der Insel zu verstehen.
5. Porto do Xufre am frühen Abend: Boote, Bars und Hafenstimmung zeigen die lebendige Seite der Insel.
Anreise
Mit dem Auto erreicht man die Illa de Arousa über die Brücke von Vilanova de Arousa. Wer aus Deutschland anreist, fliegt meist nach Santiago de Compostela, Vigo oder Porto und fährt anschließend mit Mietwagen oder öffentlichen Verkehrsmitteln weiter.
Für eine flexible Erkundung der Rías Baixas ist ein Mietwagen praktisch, denn viele Strände, Aussichtspunkte und Küstenorte liegen verstreut.
Ohne Auto bietet sich die Anreise über Vilagarcía de Arousa an, das Bahnanschluss besitzt. Von dort geht es weiter per Bus, Taxi oder Mietwagen Richtung Vilanova de Arousa und über die Brücke auf die Insel.
In der Hochsaison sollte man Parkplätze und Unterkünfte früh planen, da die Insel im August besonders gefragt ist.
Ausflüge in die Umgebung
• Vilanova de Arousa: direkt gegenüber der Insel, gut für Restaurants, Hafenpromenade und als Ausgangspunkt in die Ría.
• Cambados: einer der schönsten Orte der Rías Baixas, bekannt für Albariño-Wein, Granithäuser und Plätze mit viel Atmosphäre.
• O Grove und A Toxa: Halbinsel, Strände, Thermaltradition und Bootsausflüge durch die Muschelfelder.
• Parque Natural de Corrubedo: weiter nördlich mit Dünenlandschaft, Lagunen und Atlantikstränden.
• Santiago de Compostela: als Tagesausflug möglich, vor allem bei frühem Start; die Altstadt und Kathedrale zählen zu den großen Kulturzielen Nordspaniens.
• Combarro und Pontevedra: ein klassischer Ausflug zu Hórreos am Meer, Altstadtgassen und galicischer Granitarchitektur.
Praktische Tipps
• Beste Reisezeit: Juni und September sind ideal für Individualreisende; Juli und August sind lebhafter.
• Baden: Die Strände sind oft karibisch hell, das Wasser bleibt aber atlantisch frisch.
• Aktivitäten: Kajak, Stand-up-Paddling, Bootstouren, Küstenwanderungen und Vogelbeobachtung passen besonders gut zur Insel.
• Gastronomie: Unbedingt Meeresfrüchte, Fisch, Muscheln und den Weißwein Albariño aus der Umgebung probieren.
• Naturschutz: Im Carreirón-Gebiet auf den Wegen bleiben, Dünen schützen und keinen Müll hinterlassen.


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