Lourenzá: Baukunst, Benediktiner und Bohnen
Die galicische Ortschaft Lourenzá (2000 Ew.) liegt 45 km nordöstlich der Provinzhauptstadt Lugo und ist für ihre Bohnen mindestens so berühmt wie für ihre Kirche San Salvador am Jakobsweg.
Von Tobias Büscher
Zuerst war das Kloster. Im 10. Jahrhundert entstand es als San Salvador de Lourenzá und bekam später eine Barockfassade, die jeden Kunsthistoriker begeistert. Der Orden der Benediktiner pflanzte im Garten an, was später berühmt wurde: Fabas de Lourenzá, proteinhaltige weiße Hülsenfrüchte, die wohl bekanntesten in ganz Spanien.
Und dann ist da noch das Sakrale Museum am Platz Conde Santo von Lourenzá. Der Steinsarg des Heiligen Grafen stammt aus dem 5. Jh., als das Mittelalter begann. Die Zeichen an der schweren Kiste erinnern etwas an Schabeisen (Strigile), wie man sie einst zum Abschaben der Haut nutzte.
Daneben gibt es eine Goldschmiedesammlung, rund 4000 steinalte Bücher und einen aufklappbaren Reliquienaltar.
Alles dreht sich um die Bohne
Die klerikale Kunst ist das eine. Die Fabas de Lourenzá sind mindestens so berühmt, auch wegen der Hülsenfrucht-Fiesta Anfang Oktober. Und vielleicht auch wegen der Webseite fabadelourenza. Darauf steht etwas von "feiner Textur der Bohne", "fruchtbaren Böden" und "relativ stabilem Klima".
Die Zeitung El Progreso aus Lugo wiederum bringt jedes Jahr Schlagzeilen wie "Lourenzá feiert das schmackhafteste Fest der Ackerbohne", moniert sich oft über den herbstlichen Nieselregen und lobte unlängst eine der Spitzenklöpplerinnen des Ortes, die "mit 107 Jahren noch Tag und Nacht arbeitet".
Es muss übrigens an der Nähe zum Meer liegen, dass die lokalen Bohnensorten diese zwei Namen haben: Faba Galaica (Galicische Bohne) und Faba do Marisco (Bohne der Meeresfrüchte).
Seit 1990 gibt es das Fest schon. Seither errichten die Fabeiro-Ackerbauern einfache Stände aus Holz und Planen im Freien auf dem Klosterareal San Salvador. Und die Spitzenklöppler stellen ihre Stoffarbeiten im Kreuzgang aus.
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