Bloß kein Blitzbesuch: Meine neun Tage in Barcelona

Die Stadt an einem Wochenende, das ist ein beliebter Titel, in Spanien allerdings für manche Orte viel zu wenig. Barcelona zum Beispiel. Unserer Autorin blieb dort neun Tage. Und plant jetzt schon den nächsten Besuch.  

von Luisa von der Heyde (Text und Fotos)

Meine türkischstämmige Freundin Ece und ich wollten nach Barcelona. In Köln hatten wir gehört, wie cool die Stadt ist. Und wie teuer im August. Wir mussten improvisieren und haben ein Hotel in Mollet del Vallès gesucht. Die Stadt (5000 Ew.) nordöstlich von Barcelona hat eine Zugverbindung, durch die man in 20 Minuten in Barcelonas Zentrum ist. Gut für den Geldbeutel.

Zwischen Sagrada Família und Açaí

Tag 1 gehörte der Sagrada Família, natürlich. Discos und gutes Essen kommt gleich. Aber beginnen wir mit Kultur: Die weltberühmte Basilika, seit dem 19. März 1882 im Bau, ist mit 172,5 Metern Höhe die höchste Kirche der Welt. Und hat mit 26 Euro Eintritt auch mit das teuerste Ticket.

2030 soll der Bau fertig sein. Aber der Kölner Dom hat ja auch ganz schön lange gebraucht.

Kölner Dom und Sagrada Família, optisch ähneln sie sich wenig. Der Kölner Dom ist gotisch (Architekturstil vom 12-16 Jh.), seine Skelettbauweise strebt zum Himmel, die Steinrippen und Außenpfeilern, Spitzbögen und kunterbunten Rosenfenstern sind ein Hingucker und der Eintritt kostet nur halb so viel (12 Euro seit 2026).

Gaudís Sagrada Família ist dagegen neogotisch-modernistisch und ziemlich hell. Die Säulen wirken, als wäre man in einem Wald voller Stämme und Äste ohne eine einzige gerade Linie. Dagegen wirkt der Dom fast schon hüftsteif.

Nach dem Besuch der Sagrada Família mit all ihrer kultigen Finesse brauchten wir erst einmal eine Abkühlung: Açaí bowl. Açaí ist eine kleine dunkelviolette Beere aus dem Amazonasgebiet Brasiliens und in Europas Städten sehr angesagt: Püree gemischt mit Früchten, wie Blaubeeren, Bananen und Erdbeeren, kombiniert mit Erdnussbutter und Chia Samen Pudding oder auch Milchpulver. Erfrischend ist das und wir wussten nun: Barcelona ist kultig und kulinarisch, die Michung passt großartig.

Blitze an der Playa, Kulinarik im Film

Tag 2 gehörte dem Strand. Wir wollten an die Playa De Sant Miquel in Barcelona. Doch als wir dort ankamen, fing es stark an zu regnen. Es donnerte und blitzte. Die Rettungsschwimmer hatten bereits die rote Flagge gehisst und holten nun zur Sicherheit jeden aus dem Wasser, der noch drinnen war. 

Keine Chance also, wir gingen eine japanische Nudelsuppe Ramen essen, was in der katalanischen Hauptstadt gerade sehr populär ist und auch im Film Foody Love der Regisseurin Isabel Coixet auftaucht (Arte Mediathek).

Snacks und Strand in Badalona

An unserem dritten Tag waren wir in Badalona, um jetzt endlich mal schwimmen zu gehen. Der Strand dort ist bekannt, aber weniger voll. Wir haben uns ein paar Snacks gekauft und dort den Tag verbracht. Am Abend haben wir uns zwei Pizzen und eine kleine Tortilla geteilt. Die Tortilla allerdings habe ich aus meiner Zeit in Vigo in besserer Erinnerung.

Köln meets Kolumbien

Am vierten Tag war es in Barcelona wieder ziemlich heiß. Zeit also für Açaí und die  Platja de Sant Sebastià. Von dort aus kann man perfekt das sichelförmige W Hotel sehen. 

Der Strand war brechend voll, und dort haben wir drei Kolumbianer kennengelernt, die gerade Beach-Volleyball spielten. Sie konnten kein Deutsch, wir kaum Spanisch, doch haben wir uns bestens verstanden. 

Barcelona ist also nicht nur kultig, nicht nur kulinarisch, auch kommunikativ. Dafür ein Wochenende? Reicht wirklich nicht.

Pizza und Party in Barcelona

Auch die nächsten Tage waren super. Wir waren in der empfehlenswerten Pizzeria Napoletana C81, an der Straße Andrea Dòria mitten in der Ciutat Vella (Altstadt).

Wegen der strategisch guten Lage warten die Gäste dort schon mal eine halbe Stunde, um eine Pizza ab drei Euro zu bekommen! Dafür ist sie knusprig und man sieht, wie die Mitarbeiter sie frisch zubereiten.

Auch für Açaí (10-14 €) gibt es eine gute Adresse, nämlich das Oakberry. Und der Supermarkt Mercadona hat Duschgel, Gemüse und Wassermelonen, die halb so teuer aber doppelt so lecker sind wie in Deutschland.

Ins Shoko oder gleich die Rooftopparty?

Und dann die Nächte, die sind in Barcelona ziemlich lang, ob im Shoko, Opium oder Pacha. Webseiten wie youbarcelona.com bieten Orientierung zu Poolpartys, aktuellen Konzerten und vielem mehr. 

Mit Hilfe dieser Website erfährt man über WhtasApp und einer Servicenummer die aktuellen Tipps des Tages. Fast jeden Sonntag gibt es eine Rooftopparty auf dem W Hotel. Ab 21 Jahren darf man rein und Tickets sind über die Webseite gratis.

Neun Tage Barcelona? Auch das reicht uns nicht

“Ich möchte so gerne wieder nach Barcelona”, hat Ece nach unserem Urlaub gesagt, kaum waren wir wieder in Köln. Auch ich vermisse das warme Wetter in Barcelona und das Meer. Und die Bars, die Kolumbianer, die Überraschungen.

Fazit: Barcelona, wir kommen wieder, vielleicht diesmal sogar einen Tag länger.

Die Autorin

Luisa von der Heyde aus Köln ist seit 2026 Mitarbeiterin unserer Online-Redaktion. Während ihrer Zeit in Galicien hat sie die Liebe zu Spanien entdeckt und einen Faible für Städte wie Vigo, Pontevedra und Barcelona. 

Sie hat schon einige Artikel für unsere Redaktion geschrieben, auch den informativen Text über Au-Pair in Spanien

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