
Spaniens nördlichster Punkt: Estaca de Bares
Estaca de Bares ist ein windumtostes Kap an der Nordküste Galiciens und der nördlichste Punkt Spaniens. Es gehört zur Gemeinde Mañón (1200 Einwohner) in der Provinz A Coruña. Ein windumtoster Ort, den ich mehrere Tage während meiner Tour als Buchautor (DuMont) durch Galicien kennengerlernt habe. Die Aussicht und die Dorfkneipe, das Kreischen der Möwen: wunderbar.
Von Tobias Büscher (Text und Fotos)
Zunächst einmal die Fakten zu Estaca de Bares (Koordinaten 43° 47′ N, 7° 41′ W): Es ist ein Kap mit hohen Klippen, Heideflächen und viel Wind. Der Leuchtturm liegt in 100 Meter Höhe und Estaca ist Teil eines 936 Hektar großen Naturschutzgebiet.
Hier leben wenige Menschen, dafür umso mehr Basstölpel, Sturmtaucher, Möwen und Kormorane. Auch Delfine tauchen schon mal auf, und dann kreischen die Besucher fast so laut wie die Möwen. In der Nähe gibt es historische Wassermühlen, Reste einer US-Funkanlage und mächtige Klippen, darunter die von Loiba.
Wer mit den Anwohnern ins Gespräch kommen möchte, sollte die Bar de Bares zwei Kilometer südlich des Leuchtturms aufsuchen. Hier ist schon mal Nachbarin Carmen da, die Guitarre spielt, der Dokumentarfotograf Miguel mit dem markanten Hut und Lebenskünstlerin Virginia aus Santiago de Compostela. Es ist eine Restaurantkneipe und ein sozialer Treffpunkt direkt gegenüber der Kirche Santa María de Bares. In der Bar laufen schon mal Liederabende und die galicischen Gerichte einfach klasse sind, von Anchovis bis Wolfsbarsch.
Ich hatte ganz Galicien vor mir für das Buch. In Estaca bin ich viel zu lange geblieben. Es ging nicht anders.
Der Faro de Estaca de Bares ist seit 1850 in Funktion, entworfen hat ihn damals ein Ingenieur namens Félix Uhagón. Anfangs sorgten Olivenöl, Paraffin und Petroleum für das Licht, 100 Jahre nach der Einweihung bekam der Leuchtturm ein neues Uhrwerk und seit 1998 ersetzt eine DGPS-Referenzstation das frühere Funkfeuer.
Der Faro leuchtet 45 Kilometer weit und wird von Spezialisten über eine App kontrolliert.
Orte in der Umgebung von Estaca
In der unmittelbaren Umgebung liegen Orte wie O Porto de Bares mit seinem schönen Fischerhafen und O Barqueiro als Marktort an der Mündung des Río Sor O Vicedo.
Viveiro ist die nächst größere Stadt und Ortigueira ein wichtiges Handelszentrum. Ferrol liegt weiter westlich und ist für seinen Marinehafen und das Meerfahrtsmuseum bekannt. Hier kam einst Diktator Franco zur Welt und seine Nachfahren machen viel Wind um alle möglichen Immobilien in Galicien, die ihnen angeblich zustehen. Die sollten auch mal nach Estaca kommen.
Macht den Kopf frei.
Wie hinkommen?
Die Straße AC-862 bis zur Ría do Barqueiro fahren, anschließend die AC-100 in Richtung Porto de Bares und Leuchtturm nehmen. Und Windjacke dabeihaben, es weht oft eine ziemlich starke Brise.
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Die Nordküste von Galicien
Leuchttürme in Nordspanien


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